Dietikon

Blutspenden in Zeiten von Corona? Trotz der Pandemie soll in Dietikon gespendet werden

Auch in Zeiten von Corona ist das Spenden von Blut wichtig.

Auch in Zeiten von Corona ist das Spenden von Blut wichtig.

In Dietikon organisiert der italienische Verband freiwilliger Blutspender eine Aktion – unter Einhaltung der Schutzmassnahmen.

Diesen Montag findet die halbjährliche Blutspendeaktion des Italienischen Verbands freiwilliger Blutspender (Avis) im Pfarreizentrum St. Agatha in Dietikon statt. Trotz der Coronakrise kann der Anlass stattfinden, wenn auch unter der Einhaltung gewisser Schutzmassnahmen. In den vergangenen sieben Jahren nutzten jeweils etwa 50 Personen das Angebot des Vereins Avis. Ob dieses Jahr wieder so viele Menschen spenden, ist laut Vereinspräsident Antonio Virelli schwer, zu sagen: «Wir stehen vor einem grossen Fragezeichen. Wir wissen nicht, ob gewisse Leute aus Angst vor einer Ansteckung nicht kommen werden.»

Der Verein setzt am Anlass auf verschiedene Hygienemassnahmen, um die Spender und die Helfer zu schützen. «Die Sicherheit hat oberste Priorität. Es dürfen keine Helfer der Risikogruppe mitmachen, die anderen müssen Schutzmasken tragen», sagt Virelli. Die Spender müssen sich zudem an die Abstands­regeln halten und das Pfarreizentrum über eine andere Tür verlassen, als durch jene, durch die sie hineingekommen sind. Wie in den bisherigen Jahren wird die Körpertemperatur der Spender gemessen, damit sichergestellt werden kann, dass diese im normalen Bereich liegt. Die Pasta Bolognese fällt den Schutzmassnahmen zum Opfer. Sie wurde in den vergangenen Jahren als Stärkung zur Verfügung gestellt und kann wie der Spielraum für Kinder dieses Jahr nicht angeboten werden.

Blutspende Zürich setzt auf gleiche Massnahmen

Auch auf kantonaler Ebene setzt man auf die gleichen Massnahmen wie in Dietikon, damit eine Ausbreitung des Virus verhindert werden kann. Neben den verbindlichen Vorgaben des Bundes mussten gewisse Gemeinden und Firmen Events mit Blutspende Zürich absagen, da die Angestellten im Homeoffice arbeiten. Seit Beginn der Pandemie ist es für eine Blutentnahme in einem Entnahmezentrum zudem nötig, einen Termin zu vereinbaren.

Regelmässige Blutspenden sind wichtig, da Blutkonserven nur 49 Tage haltbar sind. Danach sind sie für eine Trans­fusion nicht mehr nutzbar. Im Kanton Zürich wird ein ausreichender Blutvorrat von der Stiftung Blutspende Zürich sichergestellt. Die Versorgung wird ausschliesslich über freiwillige Spenden gewährleistet.

Obwohl die Blutspenden während der Coronakrise um ungefähr einen Drittel zurückgegangen sind, kam es laut Eméry Schindler, Oberarzt des medizinischen Dienstes bei Blutspende Zürich, bisher zu keinem Engpass. Wegen des Verbots von nicht-essenziellen Operationen in Spitälern sei weniger Blut benötigt worden. Im Rahmen der Lockerungen dürften die Ärzte aber wieder operieren, weswegen wieder mehr Blutkonserven benötigt würden. Zudem gebe es jährlich während der Sommerferien eine Versorgungslücke.

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