Dietikon
«Blue Steel» biegen auf die Highways Amerikas ein

Dietikon Die fünfköpfige Band «Blue Steel» hat sich ganz dem Blues verschrieben. In der Zeus-Bar zeigen sie, wie abwechslungsreich die auf den amerikanischen Baumwollfeldern entstandene Musik ist.

Ly Vuong
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«Blue Steel» biegen auf den Highway ein
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Blue Steel
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«Blue Steel» biegen auf den Highway ein

Lady Gaga dröhnt aus den Boxen, wird aber mitten im Lied unterbrochen. «Let’s Blues time», verkündet Mike Ammann, Bandleader der fünfköpfigen «Blue Steel», die an diesem Samstag in der Zeus-Bar in Dietikon auftreten. Als Einstieg werden Lieder von Blues Brothers, Philipp Fankhauser oder Muddy Waters interpretiert.

«Blues ist ein Lebensgefühl», sagt Bassist Sascha Strinati, der wie Ammann in Dietikon aufgewachsen ist. Blues habe sich aus den Arbeitsliedern auf Baumwollfeldern entwickelt. Die meisten würden bei Blues an Melancholie denken. Das sei zwar richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Aus schwierigen Verhältnissen etwas Positives zu gewinnen, bedeute Blues. Die Musik habe deshalb etwas Befreiendes, meint Strinati.

Das Publikum geht mit

Auf jeden Fall befreit Blues von jeder steifen Körperhaltung. Schon bei den ersten Liedern wippen die Zuhörer zum Rhythmus mit. Später wird geklatscht und auch gepfiffen. «Awesome», kommentiert Ammann und spielt weiter an seiner Mundharmonika. Nach schnelleren Liedern wie «Coin Operated Woman» spielen Blue Steel auch Balladen wie «Too Little Too Late». Dabei wechseln sich die Sänger Ammann und Gitarrist Roger Kaspar ab. Beide haben eine raue Stimme, in der Blues mitschwingt.

So singt Ammann «I’m in the Mood for Your Love». Unterstrichen wird die Botschaft von den gefühlvollen Gitarrenklängen von Oliver Schellenberg. Schnellere Takte von Schlagzeuger Roman Wolf im Stück «Lost in Your Lovin’» entführen die Besucher auf die Highways Amerikas.

Beim Publikum kommt die Musik gut an. «Absolut super», findet die Aargauerin Claudia Felber. Sie sei zum ersten Mal an einem Blues-Konzert, verrät die 52-Jährige. Ihr Mann kenne Bandleader Ammann, deshalb seien sie gekommen. Der Vater von Jill Nestels Freund kennt die Band ebenfalls. «Ich höre sonst eigentlich Heavy Metal, aber das Blues-Konzert gefällt mir sehr gut», erzählt die 16-jährige Jill aus Buchs.

Mehr solche Anlässe gewünscht

Zufällig in der Bar sind Hans-Peter Stutz und Kollegin. Beide sind begeistert vom Konzert. «Sogar die Lautstärke passt», lobt Stutz. Die Band habe das gewisse Etwas, meint sie. Ein in Dietikon aufgewachsener Gast findet, dass Dietikon mehr solche Anlässe bieten soll.

Zufrieden mit dem Auftritt der «Blue Steel» ist auch der Geschäftsführer der Zeus-Bar Stefan Schmucki. «Sensationell, es sind klasse Musiker», sagt Schmucki glücklich und ergänzt: «Der Abend hat wieder mal gezeigt, dass die Zeus-Bar für Jung und Alt etwas bieten kann.»