Fussball

Bittere Niederlage: Der Achtelfinal bedeutet für die Schlieremerinnen Endstation

Die Schlieremer Spielerin Sanja Mijovic (am Ball) verwandelte zwei Penalties gegen Derendingen Solothurn.

Die Schlieremer Spielerin Sanja Mijovic (am Ball) verwandelte zwei Penalties gegen Derendingen Solothurn.

Die Schlieremerinnen sind im Cup gegen Derendingen Solothurn im Achtelfinal ausgeschieden. Sie verlieren mit zwei zu vier Toren.

«Glauben wir daran!», schrien sich die Schlieremerinnen gegenseitig zu, und auch die Zuschauer am Rande des Kunstrasenplatzes im Zelgli feuerten die Limmattalerinnen nochmals an. Noch zehn Minuten blieben im Cupachtelfinale gegen die Frauen SC Derendingen Solothurn zu absolvieren, zehn Minuten, in denen die Limmattalerinnen noch ein kleines Fussballwunder schaffen konnten.

Mit 0:3 waren sie zur Pause nach einer sehr einseitigen Halbzeit zurückgelegen, das Spiel schien bereits verloren. Doch jetzt, in dieser Schlussphase, fehlte ihnen zum Ausgleich und für eine mögliche Verlängerung nur noch ein Tor, nachdem Stürmerin Sanja Mijovic innert fünf Minuten zwei Penalties verwandelt hatte. Die Schlieremerinnen warfen also nochmals alles nach vorne, sie kämpften, während die Gäste, die in der ersten Halbzeit klar dominiert hatten, plötzlich verunsichert wirkten.

Vier Minuten vor dem offiziellen Ende des Spiels dann ein Konter der Solothurnerinnen, der allerdings in einem Abstoss für Schlieren endete. Dabei spielte Schlierens Torhüterin Annina Eigenmann den Ball einer Mitspielerin zu, diese war jedoch zu früh in den eigenen Strafraum gelaufen, womit der Abstoss wiederholt werden musste.

Eigenmann legte sich den Ball also nochmals zurecht – und spielte ihn prompt in die Füsse der Solothurnerin Corinna Saladin. Diese nutzte den Fauxpas eiskalt zum 4:2. Das Aus der Schlieremerinnen im Cup war damit besiegelt. Und das gegen ein Team, gegen das die Limmattalerinnen vor einer Woche noch 1:1-Unentschieden gespielt hatten.

Mental nicht bereit

Schlierens Trainer Costa Vettas mochte nach dem Spiel gar nicht über den kleinlich anmutenden Entscheid des Schiedsrichters diskutieren, der zum 2:4 aus Schlieremer Sicht führte. «Der Abstoss muss in einem solchen Fall nun mal wiederholt werden», sagte er, «so ist die Regel.» Stattdessen machte er sich Gedanken über die erste Halbzeit, in der die Schlieremerinnen kaum ins Spiel fanden. «Da lief wirklich alles gegen uns», sagte Vettas.

«Aber das muss ich auch auf meine Kappe nehmen. Ich habe mich für eine Aufstellung entschieden und gedacht, es würde klappen. Im Nachhinein hätte ich es anders gemacht. Aber so ist der Fussball eben.»

Allerdings lag es nicht nur an der Aufstellung, dass die Limmattalerinnen in der ersten Hälfte sich kaum gute Torchancen erspielen konnten und defensiv sehr viel zulassen mussten. «Wir waren mental nicht bereit», sagte Captain Céline Bürgisser.

Mut gezeigt

Das änderte sich in der zweiten Hälfte, die Schlieremerinnen wirkten plötzlich deutlich engagierter, sowohl defensiv als auch offensiv. Sie gingen in den Zweikämpfen resoluter zur Sache und setzten sich auch in der gegnerischen Platzhälfte durch, wodurch sie auch öfter in den Strafraum eindrangen. Die Gäste hingegen zogen sich zurück und beschränkten sich aufs Kontern. «Wir haben zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gesehen, die Mannschaft hat im zweiten Durchgang ein anderes Gesicht gezeigt», sagte Vettas.

Doch warum konnten die Limmattalerinnen trotz des Rückstandes zur Halbzeitpause plötzlich ihr Potenzial abrufen? «Das war vermutlich auch eine Kopfsache», sagte Bürgisser. «Der Druck war nach dem 0:3 natürlich weg. Ich bin stolz auf unsere Leistung, die wir in der zweiten Hälfte gezeigt haben.» Und Vettas fügte hinzu: «Wir haben Mut gezeigt, denn wir haben gewusst, dass man auch ein 0:3 noch aufholen kann.»

Die gute Leistung in der zweiten Hälfte ist allerdings nur ein schwacher Trost für die Schlieremerinnen, bei denen gegen Derendingen Solothurn zahlreiche Spielerinnen krankheitsbedingt fehlten. «Natürlich sind wir enttäuscht», sagte Bürgisser. «Wir wären gerne eine Runde weitergekommen. Dann hätten wir vielleicht sogar gegen ein Team aus der Nationalliga A spielen können.» Stattdessen geht es nun für die Limmattalerinnen in der Meisterschaft weiter: Am nächsten Samstag empfangen sie Aarau.

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