Dietikon

Bis zu 1 Tonne Müll am Wochenende: Die Nötzliwiese als Abfallstation

Gummibootkapitäne feiern die Ankunft in Dietikon oft mit einer Party Nun wird die Nötzliwiese aber von den Limmattalbahn-Bauleuten beansprucht.

Gummibootkapitäne feiern die Ankunft in Dietikon oft mit einer Party Nun wird die Nötzliwiese aber von den Limmattalbahn-Bauleuten beansprucht.

An schönen Sommer-Wochenenden werden auf der Dietiker Nötzliwiese bis zu einer Tonne Müll gesammelt.

Es ist ein friedlicher und bunter Anblick: Bei sonnigem Wetter treiben Hunderte von Menschen in ihren Gummibooten auf dem Wasser die Limmat hinunter. Doch was danach zurückbleibt, sorgt für Ärger. Brennpunkt ist insbesondere die zur Hafenstadt gewordene Nötzliwiese. Denn dort ist für die meisten Gummiböötler nicht nur ihre Endstation, sondern auch ihre Abfallstation.

«Am ersten Juli Wochenende haben wir über eine Tonne Abfall zusammengesucht», sagt Torsten Hartmann, Leiter des Abfallwesens der Stadt Dietikon. Nebst Einweggrills, Getränkedosen und verbogenen Campingstühlen wurden auch ganze Gummiboote gefunden. «Gummiboote werden immer günstiger und werden daher als Einwegartikel gebraucht», sagt Hartmann.

In den letzten zwei bis drei Jahren habe die Abfallmenge kontinuierlich zugenommen. Insbesondere im Sommer: In den Monaten Juni, Juli und August beläuft sich die Abfallmenge, die im Dietiker Stadtgebiet eingesammelt wird, auf rund 22 Tonnen. In den kühleren Jahreszeiten sind es 4 Tonnen weniger.

Zusätzliche Abfallsäcke stehen zur Verfügung

Für die kurzfristige Überbrückung des Abfallproblems befestigte das Abfallwesen an den bereits vorhandenen Abfalleimer einen zusätzlichen Kehrichtsack. «Das sieht zwar unschön aus, ist aber immer noch besser, als wenn der ganze Müll herumliegt», meint Hartmann.

Eine langfristige Lösung hat die Stadt bisher nicht. Doch unter dem Motto «Gemeinsam für ein sauberes Dietikon» nimmt die Stadt am 13. und 14. September 2019 zum ersten Mal am schweizweiten Clean-up-Day teil. Die Aufräumaktion soll Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen richtigen Umgang mit Abfall und Wertstoffen sensibilisieren.

In verschiedenen Gemeinden ist das Wegwerfen von Alltagsabfall im öffentlichen Raum inzwischen explizit verboten. So verfügt auch die Stadt Dietikon über einen Littering-Artikel. In der kommunalen Polizeiverordnung heisst es ausdrücklich: «Es ist verboten, den öffentlichen Grund zu verunreinigen, namentlich durch Spucken und Urinieren oder das Wegwerfen von Kleinabfällen wie Raucherwaren, Kaugummis, Flaschen, Dosen, Papier usw.» Wer dagegen verstösst, hat mit einer Busse von 100 Franken zu rechnen.

Gemäss dem Geschäftsbericht der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung Dietikon, stellte die Stadtpolizei letztes Jahr 168 Litteringbussen aus. Jedoch betraf nur eine davon die Nötzliwiese. Die Hauptgründe für die Bussen waren das Spucken auf den Boden und das Wegwerfen von Zigarettenstummeln. «Die Stadtpolizei verteilt Litteringbussen, doch es ist sehr schwierig jemanden auf frischer Tat zu ertappen», sagt Michael Weber, Leiter Sicherheit und Gesundheitsabteilung Stadt Dietikon. Besonders schwierig sei es, wenn Plätze wie beispielsweise die Nötzliwiese überfüllt sind.

«Geht’s an den eigenen Geldbeutel, tut’s weh»

Die Stadtpolizei denkt über eine Erhöhung der Busse nach. Dadurch erhofft sie sich eine Verbesserung der Situation. Dem stimmt auch Hartmann zu. «Sobald es an den Geldbeutel geht, tut’s weh.»

Ab heute Montag wird die Nötzliwiese zum Baustelleninstallationsplatz der Limmattalbahn. Deshalb empfiehlt die Stadt den Gummiböötlern, bereits bei der neu gestalteten Allmend Glanzenberg anzulegen. Die Installation dauert drei Jahre. Somit bleibt der Stadt genügend Zeit, um eine langfristige Lösung gegen das Littering zu finden.

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