Richtplan

Bis im Jahr 2030 sollen im Limmattal 100'000 Leute wohnen

Vor allem im Siedlungsgebiet links der Limmat wird es zu grossen Veränderungen kommen. Mit dem Richtplan wird eine Verdichtung angestrebt.

Vor allem im Siedlungsgebiet links der Limmat wird es zu grossen Veränderungen kommen. Mit dem Richtplan wird eine Verdichtung angestrebt.

Der regionale Richtplan zeigt auf, wie Bevölkerungswachstum bewältigt werden soll: Bis 2030 sollen im Limmattal ungefähr 100'000 Leute leben- das entspricht einer Zunahme von 14'000. Und diese Personen sollen mehrheitlich links der Limmat wohnen.

Das anhaltende Bevölkerungswachstum im Bezirk Dietikon hat sich längst optisch niedergeschlagen. Vor allem in Schlieren und Dietikon zeugen neue Quartiere von dieser Entwicklung. Ein Ende ist derzeit nicht abzusehen und die Herausforderungen für die Region sind gross. Im revidierten Richtplan der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) ist dargelegt, wie diese Entwicklung gesteuert werden soll. 

Gestern orientierten Otto Müller, Dietiker Stadtpräsident und ZPL-Präsident, sowie Paul Studer, Gemeindepräsident von Oetwil und Vize-Präsident der ZPL, über die wichtigsten Punkte des überarbeiteten Plans, der seit letztem Freitag öffentlich aufliegt (siehe Box).

Demnach sind die Planungen der ZPL gemäss jüngsten Prognosen auf 100'000 Einwohner bis 2030 ausgelegt. Das entspricht gegenüber heute einer Zunahme von rund 14'000 Personen. Diese werden sich jedoch nicht gleichmässig auf die elf Bezirksgemeinden verteilen, wie Müller erklärte.

«Die Siedlungsentwicklung soll vor allem links der Limmat in Schlieren und Dietikon stattfinden – in jenen Gebieten, die bereits gut erschlossen sind und die dereinst an die Limmattalbahn angeschlossen sind», so Müller.

Dies bedeute, dass etwa zwei Drittel des gesamten Siedlungsgebietes auch in Zukunft stabil bleiben und seine heutige Bebauungsstruktur beibehalten werden. Rund ein Drittel des Siedlungsgebietes werde demgegenüber starke Veränderungen erfahren, wobei eine Entwicklung nach innen, also eine Verdichtung angestrebt werde.

Schlüsselprojekt Limmattalbahn

Dies entspricht der Vorgabe des kantonalen Richtplans. Dieser verlangt, dass 80 Prozent des kantonalen Bevölkerungswachstums in der so genannten Stadtlandschaft respektive der urbanen Wohnlandschaft stattfinden müsse. Neu wurden zudem Eignungsgebiete für Hochhäuser festgelegt. Sie befinden sich vornehmlich auf der linken Limmatseite.

Durch das Bevölkerungswachstum wird auch der Verkehr in der Region zunehmen. Laut Müller soll diese Zunahme überwiegend durch den öffentlichen Verkehr aufgefangen werden. Hier spiele die Limmattalbahn eine tragende Rolle.

Überhaupt ist die geplante Stadtbahn das «Schlüsselprojekt» der gesamten Planungen, wie Heinz Schröder, Fachplaner der ZPL, erklärte.

Doch auch eine Steigerung des Anteils am Langsamverkehr wird angestrebt. «Das Radwegnetz im Limmattal ist nicht schlecht, doch es gibt noch Lücken, die geschlossen werden müssen», sagte Müller. Neu habe man auch eine Veloschnellroute zwischen Zürich-Altstetten und der Kantonsgrenze Aargau festgelegt. Demgegenüber werde angestrebt, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs von heute 65 Prozent auf 55 Prozent zu reduzieren. «Grosse Strassenausbauten sind in der Region nicht mehr möglich. Deshalb konzentrieren wir uns auf punktuelle Verbesserungen bei der Kapazität», hielt Müller fest.

Neben den beiden Kapiteln Siedlung und Verkehr beinhaltet der Richtplan noch drei weitere, die Ver- und Entsorgung, öffentliche Bauten und die Landschaft.

Besonders Letzteres habe bei der Anhörung bei den Gemeinden zu Diskussionen geführt, erklärte Studer. «Vor allem die Rolle der Landwirtschaft wurde heiss diskutiert», sagte er. Wichtig sei, dass die als landwirtschaftliche Flächen ausgeschiedenen Gebiete nicht schleichend verschwinden, sondern erhalten blieben.

Am 6. Mai findet um 19 Uhr im Gemeinderatssaal in Dietikon eine öffentliche Informationsveranstaltung zum regionalen Richtplan statt.

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