Soziales Leben

Birmensdorfer Altersheim soll zum Dorftreff werden

Andreas Grieshaber leitet das Alterszentrum am Bach.

Andreas Grieshaber leitet das Alterszentrum am Bach.

In zwei Wochen ist im Alterszentrum am Bach Tag der offenen Türe. Damit ist es nach Leiter Andreas Grieshaber aber noch nicht getan: Er will, dass das Altersheim auch künftig zu einem Teil des sozialen Lebens in Birmendorf wird.

Dazu müsse man die Hemmschwelle in der Bevölkerung senken, sagt er: «Die Frage soll nicht mehr sein: Warum sollen wir ins Alterszentrum gehen, um einen Kaffee zu trinken?

Sondern vielmehr: warum nicht?» Die Infrastruktur eigne sich geradezu ideal dazu, sich gegenüber der Gemeinde zu öffnen, erklärt Grieshaber: «Wir haben ein sehr schönes Bistro mit einer Gartenterrasse, wo man essen und trinken kann. Aber auch unseren Mehrzweckraum würden wir gerne für Ausstellungen, Konzerte oder Vorlesungen zur Verfügung stellen.»

«Beim Konzept stimmt alles»

Auch für den Betrieb des Alterszentrums sei der Bau infrastrukturell ideal konzipiert worden, erklärt Grieshaber. Auch deshalb habe er sich als Zentrumsleiter beworben. Zuvor wirkte er in der Langzeitpflege Sonnenberg des Spitals Affoltern als Pflege- und Heimleiter.

«Auch sonst stimmt beim Nutzungskonzept des Alterszentrums alles», sagt Griesshaber. So sehe er es als wichtig an, dass die Spitex in den Betrieb integriert sei. Als weitere Eigenschaft schätzt er, dass das Alterszentrum als Genossenschaft aus einer Kooperation von mehreren Gemeinden hervorgegangen ist. Und schliesslich sei für ihn von grosser Bedeutung, dass man den Vorstandsmitgliedern anmerke, dass sie ihre Funktion nicht nur des Amtes wegen erfüllten, sagt Grieshaber: «Die Vorstandsmitglieder setzen sich wirklich für das Alterszentrum ein. Das ist ein wesentlicher Punkt. Sonst können viele Reibungsflächen entstehen.»

Wohlfühlen

Das Angebot an Pflegeleistungen oder die bauliche Gestaltung stellen für den Leiter des Zentrums nicht die wichtigsten Voraussetzungen dafür dar, dass die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sich wohlfühlen. «Zentral ist die Lebensfreude und -qualität des Einzelnen, die wir fördern oder erhalten wollen. Dabei sind die Bedürfnisse von Person zu Person verschieden», sagt Grieshaber. Deshalb sei es nicht leicht gewesen, die 50 Vollzeitpensen im Pflege-, Hotellerie-, Gastronomie- und Verwaltungsbereich zu besetzen. «Wir achteten darauf, dass die Leute ein Gespür dafür mitbringen, auf das Individuum und seine Ansprüche einzugehen», sagt Grieshaber.

Die Angestellten sollen nicht nur im Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern funktionieren. Vielmehr muss das Team auch in sich harmonieren, wie Grieshaber erklärt. Ausserdem sieht er sich auch nicht als Leiter, der den Betrieb in allen Teilen alleine prägt: «Wir sind ein Team. Alle in der Heimleitung haben zwar andere Aufgaben, aber wir führen und verantworten das Alterszentrum gemeinsam.» So habe er auch keine Hausordnung formuliert, wie sonst üblich, sondern eine Wegleitung, die nun zusammen mit den Mitarbeitern sukzessive weiterentwickelt wird.

Betrieb kostendeckend führen

Eine grosse Herausforderung bedeutet es auch, den Betrieb Alterszentrum am Bach kostendeckend zu führen. Mit dem neuen Pflegefinanzierungsgesetz sind die Pflegeinstitutionen dazu verpflichtet, die Infrastruktur über Hotellerietaxen zu finanzieren. «Mit guten Bereichs- und Teamleitungen und dem motivierten Vorstand wird es möglich sein, die wirtschaftliche Rentabilität und die soziale Leitung unter einen Hut zu bringen», sagt Grieshaber.

Das Alterszentrum ist fast fertiggestellt. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner werden am 8. Oktober einziehen. Bis und mit Februar sollten alle 61 Einzelzimmer voll belegt werden.

Tag der offenen Tür im Alterszentrum am Bach: 15. September, 11 bis 16 Uhr, Bachstrasse 1, 8903 Birmensdorf.

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