Birmensdorf
Birmensdorf wurde vom Bienensterben nicht verschont

In der Schweiz gingen vergangenen Winter Tausende von Bienenvölker ein. Der Milbenbefall schmälerte auch die Birmensdorfer Bestände stark. Imker mussten Verluste von bis zu 75 Prozent ihrer Bienenvölker hinnehmen.

Florian Niedermann
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Viele Bienenvölker sind im vergangenen Winter eingegangen - auch in Birmensdorf (Archiv)

Viele Bienenvölker sind im vergangenen Winter eingegangen - auch in Birmensdorf (Archiv)

Keystone

Laut der jüngsten gesamtschweizerischen Umfrage bei Imkern sind im letzten Winter rund 100 000 Bienenvölker durch Milbenbefall dahingerafft worden (siehe Ausgabe von gestern). Doch wie resistent waren die hiesigen Bestände?

Auch in Birmensdorf steht es schlecht um die Bienen, wie Urs Heusser, einer der Imker mit den grössten Bienenpopulationen auf Gemeindeboden erklärt: «Im Herbst hatte ich noch 36 Völker. Davon haben nur gerade neun den Winter überlebt.» Etwas besser sieht es bei Hermann Dubs aus: «Ich hatte hier gesamthaft 27 Völker an zwei Standorten. Von diesen sind jetzt noch 18 übrig», so Dubs.

«Imkerei ist ein Hobby»

Für Heusser, der seit 40 Jahren Bienenstöcke besitzt, sind die entstandenen Einbussen schwierig abzuschätzen. Pro Volk könnten zwischen 5 und 20 Kilogramm Honig pro Jahr «abgeräumt» werden, sagt er: «Aber alleine die Anschaffungskosten für die gestorbenen Völker belaufen sich auf 250 Franken pro Volk.»

Dubs rechnet mit einer durchschnittlichen Ertragseinbusse von 10 Kilogramm pro Volk, was bei einem Kilopreis von 20 Franken einen Verlust von 200 Franken ausmacht. Im Fall der Birmensdorfer Imker kommen zu diesen Einbussen weitere 50 Franken dazu, die ihnen durch die Gemeindeverwaltung seit zwei Jahren pro überwintertes Volk zur Förderung des Bienenbestandes bezahlt werden.

Der wirtschaftliche Aspekt steht für Dubs und Heusser aber nicht im Vordergrund: «Die Imkerei ist ein Hobby. Als Züchter reut es einem aber immer, wenn ein Volk zugrunde geht», erklärt Dubs. Die verlorenen Bienen konnten die beiden Imker teilweise bereits ersetzen, indem sie starke Völker teilten.

Die so entstandenen Jungvölker werden, falls sie den Winter überleben, ab nächsten Frühling Honig abwerfen. Ein Rezept, wonach ein Massensterben wie in diesem Winter verhindert werden könnte, haben sie aber nicht. «Ich werde meine Bienen auch in diesem Jahr wieder im Juli und November mit Ameisen- oder Oxalsäure behandeln», erklärt Heusser. Alternativlösungen sehe er derzeit keine.

Milben schlugen zu

Die Gründe für das Bienensterben sind hauptsächlich im Wetter des letzten Jahres zu suchen: Weil der Frühling 2011 schon sehr früh einsetzte, zogen die Bienenvölker sehr früh Brut heran. Dadurch vermehrte sich auch die Varroa-Milbe, die als Parasit für das Schwinden der Bienen verantwortlich gemacht wird.

Die vorbeugende Behandlung der Bienenstöcke erfolgt erst nach der Honigernte Ende Juli. Durch die frühe Brut waren aber die Bienenbestände zu dem Zeitpunkt bereits sehr stark von Milben befallen, sodass die Behandlung weniger effektiv wirkte, als in anderen Jahren.

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