Gegen Ausweichverkehr
Birmensdorf will Verkehr zu Stosszeiten dosieren können

Die Pförtneranlagen sollen bei einer künftigen Zunahme des Verkehrsaufkommens in Stosszeiten zum Einsatz kommen. Damit will die Gemeinde Birmensdorf auch verhindern, dass Autofahrer die Strasse durchs Zentrum als Schleichweg nutzen.

Florian Niedermann
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Ortsdurchfahrt Birmensdorf: Zürcherstrasse mit gepflästertem Mittelstreifen

Ortsdurchfahrt Birmensdorf: Zürcherstrasse mit gepflästertem Mittelstreifen

AZ

Der revidierte Verkehrsrichtplan der Gemeinde Birmensdorf setzt sich zum Ziel, den Durchgangsverkehr im Dorfzentrum bei Bedarf minimieren zu können. Dies, weil aufgrund des verstärkten Verkehrsaufkommens der Autobahn mit zunehmendem Ausweichverkehr zu rechnen ist.

Vorgesehen sind dazu Pförtneranlagen, die den Verkehr in Fahrtrichtung Zentrum zu Stosszeiten dosieren oder umlenken, und so Staus im Dorfkern verhindern sollen. Die Ein- und Ausfahrt beim der Autobahn zugewandten Ende der Lielistrasse wurde bereits für den motorisierten Individualverkehr (MIV) gesperrt (siehe Karte Punkt 1), um den Durchgangsverkehr abzuhalten.

Benachteiligen oder ganz abhalten

Eine Pförtneranlage, wie sie nach dem revidierten Verkehrsrichtplan an den Dorfeingängen eingesetzt werden soll, findet sich schon heute an der Luzernerstrasse bei der Abzweigung Aescher- und Mühlemattstrasse (2). Dabei handelt es sich um eine Lichtsignalanlage, die den Verkehr in Fahrtrichtung Dorf dosiert.

Eine weitere Anlage dieser Gattung könnte bei Bedarf an der Zürcherstrasse bei der Abzweigung Ramernstrasse errichtet werden (3). Laut Peter Siegrist, dem Leiter des Bauamts, wird dies aber nur als optionale Massnahme bei einer tatsächlichen Zunahme des Durchgangsverkehrs geschehen. Diese Festlegung dient lediglich als rechtliche Grundlage, um bei Überlastungen reagieren zu können. «Wir wollen uns diese Möglichkeit offen halten. Schliesslich bleibt der Verkehrsrichtplan 10 bis 15 Jahre bestehen und wir wissen noch nicht, wie sich der Verkehr in dieser Zeit entwickeln wird», so Siegrist.

Eine dritte Pförtneranlage besteht bereits im Bereich Ristet, bei der Kreuzung Urdorferstrasse/Waldeggstrasse (4). Sie wurde vom Kanton im ersten Umfahrungskonzept als Anlage vorgesehen, und soll optional reaktiviert werden können, falls dies das Verkehrsaufkommen verlangt.

Lielistrasse wurde für Autos gesperrt

Das eine Ende der Lielistrasse soll definitiv für den MIV gesperrt bleiben. Lediglich dem öffentlichen Verkehr soll die Durchfahrt weiterhin gestattet sein. Diese Massnahme wurde bereits umgesetzt. Die Schranke am Eingang der Lielistrasse bleibt gemäss Siegrist bestehen: «Dazu hat uns die Kantonspolizei geraten. Es nützt ihrer Meinung nach zu wenig, dort einfach ein Fahrverbot zu signalisieren.» Zurzeit steht sie noch offen, etwa ab Mitte April wird sie allerdings nur noch für den Busbetrieb geöffnet werden können. Gegen die Sperrung der Lielistrasse an dieser Stelle war über ein Jahr lang ein Rekurs hängig. Dieser wurde durch die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion abgelehnt, worauf das Fahrverbot in Kraft gesetzt werden konnte.

Die Buslinie 237 erhalten

Auch beim öffentlichen Verkehr hat sich die Gemeinde Ziele gesetzt. Zwar werden keine kommunalen Buslinien im Sinne eines Ortsbusses festgelegt, jedoch möchte man den definitiven Betrieb der Buslinie 237, die vom Bahnhof Birmensdorf über Landikon bis Bonstetten verkehrt, erreichen.

Dieses Angebot wird seit Dezember 2009 für drei Jahre versuchsweise betrieben. Die Übernahme in das feste Angebot der ZVV kann erst im Dezember 2013 geprüft werden. Die Zielsetzung, das Bergermoos zu erschliessen und die Verbindung nach Dietikon zu verbessern, wurde durch die neue Buslinie 314 bereits beim Fahrplanwechsel im Dezember 2010 umgesetzt.

Fuss- und Radwege ausbauen

Der kommunale Verkehrsrichtplan sieht für das Netz des Fussgängerverkehrs zwei Massnahmen vor, um das Zentrum, die Schulen, den Bahnhof, die öffentlichen Einrichtungen, sowie die Quartiere und Naherholungsgebiete optimal erschliessen zu können: Entlang der Alten Urdorferstrasse und der Sennhüttenstrasse sind zusätzliche Fusswege vorgesehen. Durch sie sollen die Erschliessung des Westteils des Quartiers Ämet und die innerörtliche Verbindung gewährleistet werden.

Für den Fahrradverkehr soll lediglich auf der Strecke Bahnhof Birmensdorf–Stationsstrasse–Sennhüttenstrasse eine neue Veloroute mit Radstreifen oder einem separaten Radweg realisiert werden. Dies jedoch erst nach dem Abschluss des Umbaus der Zürcherstrasse, der im Jahr 2015 vorgesehen ist.