Birmensdorf
Drei Wiederholungstäter, vier Neue und vier Bisherige: Diese elf Kandidaten kämpfen um die Gemeinderatssitze

Am 27. März gehen in Birmensdorf die Erneuerungswahlen für die kommende Amtsperiode über die Bühne. Von den bisherigen sieben Gemeinderatsmitglieder treten drei nicht mehr an. Nun ist bekannt, wer alles kandidiert.

Larissa Gassmann
Drucken
Vier parteilose Kandidatinnen und Kandidaten und sieben Parteimitglieder kämpfen um einen Sitz im Gemeinderat Birmensdorf.

Vier parteilose Kandidatinnen und Kandidaten und sieben Parteimitglieder kämpfen um einen Sitz im Gemeinderat Birmensdorf.

Alex Rudolf/Archiv

Ein Student, eine Künstlerin und ein Polizist kämpfen unter anderem bald um die sechs «normalen» Gemeinderatssitze von Birmensdorf – den siebten Sitz wird die als Präsidentin der Primarschulpflege gewählte Person übernehmen. Stattfinden werden die Wahlen für die Amtsdauer 2022 bis 2026 am 27. März. Klar ist: Von den Bisherigen treten Anja Fenner-Zimmermann (parteilos), Hans Rudolf Keller (SVP), Präsident Bruno Knecht (parteilos) und Gabriela Stampa-Rüegg (parteilos) wieder an. Die 29-jährige Fenner-Zimmermann wurde erst im vergangenen August in den Gemeinderat gewählt. Sie folgte auf die zurückgetretene Annegret Grossen (FDP) und setzte sich im zweiten Wahlgang gegen die FDP-Kandidatin Nadia Stutz durch. Bereits im ersten Wahlgang im Juni holte sich die Parteilose am meisten Stimmen aller vier Kandidierenden.

Einer davon war Patrick Vogel (FDP), der sich auf den zweiten Wahlgang hin zurückzog. Der diplomierte Gemeindeschreiber, der im Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich arbeitet, unterlag beim ersten Wahlgang knapp. Nun will der 36-jährige es nochmals wissen. Vogel war schon einmal Gemeinderat, aber nicht in Birmensdorf, sondern in Bonstetten. Bereits vor drei Jahren verpasste er die Wahl in den Birmensdorfer Gemeinderat nur knapp. Ebenfalls kein Unbekannter ist der 23-jährige Samuel Wenk, der seit Kurzem Co-Präsident der SP Limmattal ist. Der Student der Rechtswissenschaften versuchte sein Glück schon 2018 schon, damals noch für die Juso.

Die Grünen kämpfen zum ersten Mal um einen Sitz

Nicht mehr zur Wahl stellen werden sich Stefan Gut (SVP), Paul Gähler (Mitte) und Barbara Puricelli (FDP). Letztgenannte hatte das Amt seit 2010 inne. Für Gut, der seit 2018 im Gemeinderat ist, geht nun dessen Parteikollege, der 41-jährige Unternehmer Mattias Aggeler, ins Rennen. Wie der Landwirt Gut bereits Ende September im Interview mit der «Limmattaler Zeitung» verlauten liess, ist das enorme Pensum dieses Amts «einfach zu viel in meiner Situation». Vor zwei bis drei Jahren habe sich die Mehrbelastung zum ersten Mal bemerkbar gemacht, so Gut. Gähler für die Mitte ersetzen soll derweil der Polizist  und Polizeiausbildner Thomas Erismann (51). Gähler selbst war von 2007 bis 2010 und dann wieder ab 2014 Gemeinderat.

Frisch am Start ist Ursula Bachmann (58), Dozentin und Künstlerin. Sie kandidiert für die Grünen, die erstmals um einen Sitz im Gemeinderat kämpfen. Die Ortspartei wurde erst im Frühling gegründet. Bereits damals verkündete die neue Partei, sie wolle im Hinblick auf die Wahlen 2022 «eine aktive Rolle einnehmen».

Noch jünger als die Grüne Birmensdorf ist die GLP Birmensdorf-Aesch. Vollzogen wurde deren Gründung erst im September. Co-Präsident ist dabei der 43-jährige Dominik Mahrer. Noch als Parteiloser war auch er am Start für die Ersatzwahl in diesem Jahr. Er verzichtete letztlich zu Gunsten von Fenner-Zimmermann auf den zweiten Wahlgang. Wie er damals sagte, seien deren politische Ansichten «näher bei dem, was ich gut und richtig finde, als diejenigen von Patrick Vogel».

Zuvor engagierte Mahrer sich unter anderem während acht Jahren im Vorstand des Elternforums Birmensdorf. Er ist seit 25 Jahren in der Softwareentwicklung tätig und führt einen eigenen Betrieb. Wie er Anfang Jahr festhielt, gebe es keine Partei, in der er sich wohlfühlen würde. Aber nun gibt es die GLP.

Als Parteiloser tritt der Architekt Andreas Bösch (64) an. Er warf dem Birmensdorfer Gemeinderat erst im letzten Jahr noch vor, zahlreiche Bauherren über den Tisch gezogen und so Tausende Franken zu viel Gebühren verlangt zu haben. Bösch hatte diesbezüglich im Vorfeld der damaligen Gemeindeversammlung eine schriftliche Anfrage eingereicht, in der er die Vorwürfe schilderte, woraufhin der Gemeinderat Stellung nahm. Bösch ist nicht der Einzige in Birmensdorf, der mit der Abteilung Hochbau und Planung der Gemeinde unzufrieden ist.

Übrigens: Bruno Knecht ist der einzige Kandidat für das Gemeinderatspräsidium.