Birmensdorf
Autos wurden unter Bäumen begraben, Feuerwehr musste sich zuerst den Weg freimachen

Ein Sturm hat in der Nacht auf Dienstag mehrere Orte im Limmattal verwüstet. Besonders viel hatte die Feuerwehr in Birmensdorf zu tun.

Lukas Elser
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Bäume krachten auf Fahrzeuge.
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Bei manchen führte das zu einem Totalschaden.
Mehrere Strassen waren nicht mehr befahrbar.
Die Einsatzkräfte mussten mitten in der Nacht ausrücken...
...und Schwerstarbeit leisten.

Bäume krachten auf Fahrzeuge.

Zvg / zvg

Der Sturm in der Nacht vom Montag auf den Dienstag hat im Limmattal diverse Schäden angerichtet. Besonders in Birmensdorf.

Michael Heynen, Kommandant der Feuerwehr Birmensdorf-Aesch, startete mit seinen Männern und Frauen am Dienstagmorgen um 1.50 Uhr in den Einsatz. Für ihn handelt es sich um ein ausserordentliches Ereignis:

«Ein Unwetter von diesem Ausmass hatten wir zuletzt im Jahr 2015.»

Tatsächlich gingen aus dem Limmattal bei der Kantonspolizei rund ein Dutzend Meldungen ein, wie es dort heisst. Die meisten davon aus Birmensdorf, vereinzelte aus Schlieren.

Heynen zählt die Schäden in Birmensdorf auf:

  • Unter anderem ist ein Baum auf die Aargauerstrasse gekippt. Mehrere Autos lagen unter umgestürzten Bäumen. Einige Autos haben einen Totalschaden erlitten.
  • Ein Baum ist auf eine Fahrleitung der SBB gefallen. Er musste zusammen mit den SBB weggeräumt werden.
  • Andere Bäume lagen auf der Strasse und mussten zersägt und entfernt werden. Wieder andere sind eingeknickt und mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden.
  • In eine private Tiefgarage ist Wasser eingedrungen.
  • Mehrere Strassen mussten wegen des Sturms gesperrt werden, mittlerweile sind sie aber wieder offen.
  • Am Dienstagvormittag kam es zu Staus und Verspätungen auf mehreren Buslinien.

Als schwierig stellte sich für die Feuerwehr heraus, dass die Verbindung zwischen Birmensdorf und Aesch anfangs wegen umgestürzter Bäume für die Einsatzkräfte gar nicht befahren werden konnte. Heynen sagt:

«Das Problem ist, dass wir zwei Depots haben, eines in Aesch und eines in Birmensdorf. Um an unser Material heranzukommen, mussten wir zuerst zwei Stunden lang die Aescherstrasse freiräumen.»

Und da die dafür nötigen Werkzeuge nicht in genügendem Mass vorhanden waren, musste sich die Feuerwehr diese bei Privaten besorgen.

Der «Tages-Anzeiger» sprach von mehreren hundert Feuerwehreinsätzen im ganzen Kanton. Stark betroffen seien neben Zürich auch Wallisellen und Kloten gewesen.

Ein interessantes Detail: Uitikon hat bei diesem Unwetter einen besonderen Rekord aufgestellt. Gemäss Nachrichtenportal SRF wurden dort in nur gerade einmal 10 Minuten 31,1 Millimeter Niederschlag gemessen.

«Dies ist eine der grössten Regensummen, die in der Schweiz in so kurzer Zeit je gemessen wurde», schreibt das Portal. Der Allzeit-Rekord mit 41,1 Millimetern in 10 Minuten sei während eines Gewitters in Lausanne im August 2018 aufgestellt worden.

Schäden in und um Zürich

Verkehrsbetriebe sperren Strecken

Sturmschäden beeinträchtigten am Dienstagmorgen den öffentlichen Verkehr in der Stadt Zürich. Der Betrieb der Bus- und Tramlinien war laut den Verkehrsbetrieben der Stadt Zürich (VBZ) nur eingeschränkt möglich. Verschiedene Strecken waren aufgrund von umgestürzten Bäumen und beschädigten Fahrleitungen nicht befahrbar.

Auch die SBB meldeten am Dienstagmorgen in der Region Zürich mehrere Störungen. Betroffen war auch die Strecke von Zürich Oerlikon nach Baden. Ursache war ein umgestürzter Baum. Auch zwischen Zürich Oerlikon und Wallisellen gab es eine Störung.

Die Üetlibergbahn verkehrte infolge eines Stromausfalls nur bis Zürich Binz, die Limmatschiffe verkehren nicht auf dem Streckenabschnitt Landesmuseum bis Bürkliplatz.

Über 1000 Notrufe

Das Unwetter, welches vor 2 Uhr über der Stadt Zürich niederging, richtete an verschiedenen Orten im Kanton teils grosse Schäden an. Die Einsatzzentrale von Schutz und Rettung Zürich bewältigte mehr als 1000 Notrufe. Verschiedene Feuerwehren leisteten mehrere hundert Einsätze.

Die Niederschläge haben den Pegel des Zürichsees weiter ansteigen lassen. Gemäss den Zahlen des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) betrug der Pegelstand am Dienstagmorgen etwas mehr als 406,4 Meter über Meer. Dies entspricht Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr).

Bereits am Montagnachmittag warnte die Hochwasserfachstelle in ihrem Lagebericht vor möglichen lokalen Überflutungen. Der Uferbereich von Bächen und Flüssen soll gemieden werden, Absperrungen seien unbedingt zu beachten. (sda)