Birmensdorf/Aesch
«In Birmensdorf bin ich sehr herzlich aufgenommen worden»: Pfarrer Lorenzo Scornaienchi wird nach langem Warten feierlich begrüsst

Am Sonntag wird in der reformierten Kirche Birmensdorf der Installations-Gottesdienst von Pfarrer Lorenzo Scornaienchi gefeiert. Wegen Corona musste der Anlass verschoben werden.

Carmen Frei
Merken
Drucken
Teilen
Lorenzo Scornaienchi fühlt sich in Birmensdorf wohl und schätzt die wunderbare Aussicht von der Kirche aus.

Lorenzo Scornaienchi fühlt sich in Birmensdorf wohl und schätzt die wunderbare Aussicht von der Kirche aus.

zVg

Diesen Sonntag ist es endlich so weit: Die Installation von Pfarrer Lorenzo Scornaienchi in der reformierten Kirche Birmensdorf kann gefeiert werden. Damit hat das Warten ein Ende. Eigentlich hätte der Installations-Gottesdienst bereits am 21. Juni 2020 stattfinden sollen – doch Corona kam dazwischen.

«Als letztes Jahr beschlossen wurde, die Installation zu verschieben, bestand noch die Hoffnung, dass beim zweiten Termin die Pandemie vorbei sein würde und dass man dann ein richtiges Fest hätte feiern können», sagt Scornaienchi dazu. «Leider stecken wir auch jetzt noch mittendrin.»

Lorenzo Scornaienchi hatte seine 50-Prozent-Pfarrstelle bei der reformierten Kirchgemeinde Birmensdorf-Aesch bereits im Oktober 2019 angetreten. Er teilt sich mit seinem Pfarrkollegen Marc Stillhard nach Möglichkeit fast alle in einer Gemeinde üblichen Aufgaben.

«Ich hatte also anfangs kurz die Gelegenheit, ‹normal› zu arbeiten, bevor die Coronapandemie alles auf den Kopf stellte», sagt er. An seiner Stelle fühlt er sich sehr wohl: «In Birmensdorf bin ich sehr herzlich aufgenommen worden. Die Kirche ist sehr schön gelegen und hat eine wunderbare Aussicht. Jedes Mal, wenn ich nach Birmensdorf komme, erfüllt mich ein Gefühl der Ruhe und Naturverbundenheit.»

Bereits früh war er an der Theologie interessiert

Ursprünglich stammt Scornaienchi aus Kalabrien. Auch heute leben seine Mutter und ein Grossteil seiner Verwandtschaft noch dort. Er versucht, in den Ferien, wenn möglich, die Mutter zu besuchen. Da seine Familie Teil der kleinen protestantischen Minderheit war, war der Zusammenhalt in der Gemeinde gross. Die Kirche spielte im Leben eine zentrale Rolle, und dies erweckte schon früh Scornaienchis Interesse für eine vertiefte Beschäftigung mit der Theologie und ihrer Umsetzung im Leben der Menschen.

Für das Theologiestudium zog er nach Rom, danach war er an verschiedenen Orten in Italien als Pfarrer tätig. Er studierte bis zur Habilitation an den Universitäten Marburg, Heidelberg und Erlangen in Deutschland. Noch heute wirkt er als Privatdozent an der Universität Erlangen. An der Universität Zürich verbrachte er eine Assistenzzeit, bevor er beschloss, wieder den Pfarrberuf auszuüben. «Und so landete ich schliesslich im schönen Birmensdorf», sagt Scornaienchi.

Er ist vielseitig aufgestellt – das erfordert gute Organisation

Heute lebt Lorenzo Scornaienchi in Albisrieden. Die Lage sei ideal für die Arbeit in Birmensdorf. «Es ist optimal, es sind nur etwa 15 Minuten mit dem Postauto», sagt er. Weil er neben der Pfarrstelle in Birmensdorf auch noch als Hochschulseelsorger in Luzern und als Theologe für die Schweizerische Bibelgesellschaft in Biel im Einsatz ist, ist es für ihn wichtig, gut an den öffentlichen Verkehr angebunden zu sein und den Bahnhof schnell erreichen zu können.

«Die Arbeit an verschiedenen Orten verlangt eine sehr gute Organisation», sagt Scornaienchi. Er hat in der Regel auch feste Tage, an denen er für die eine oder die andere Stelle arbeitet. «Es braucht aber immer auch Flexibilität für Unvorhergesehenes», meint er. Es könne schon auch schwierig sein, aber es gefalle ihm, sich in verschiedenen Kontexten zu bewegen. Er sagt:

«Ich denke, dass die Erfahrungen an einem Ort die Tätigkeit am anderen Ort befruchten können und umgekehrt.»

Die Coronazeit hat ihn und seine Arbeit beeinflusst: «Vieles findet nun elektronisch statt, am Computer oder per Telefon. Am meisten fehlt mir der unbeschwerte Austausch mit Freunden, Arbeitskollegen und mit den Gemeindemitgliedern. Ich bin ein fröhlicher und kontaktfreudiger Mensch. Für mich ist es traurig, wenn man in der Kirche nicht mehr singen kann und kein Plaudern beim Chilekafi mehr möglich ist», sagt er.

Die Rückmeldungen der Gemeindemitglieder beim Chilekafi fehlen Scornaienchi besonders:

«Beim Chilekafi geben die Gemeindemitglieder oft ein Feedback, kommentieren den Text der Predigt oder haben weitere Fragen.»

Dieser Austausch mit dem Gegenüber zum Verständnis der Texte ist für ihn allgegenwärtig. Auch als Dozent müsse er sich mit dem Gegenüber befassen und schauen, was wie verstanden werde. «In der Seelsorge kümmert man sich um die Sorgen der Menschen, die können sehr verschieden sein. Auch hier muss man das richtige Wort für die richtige Person finden. Der Dozent, der Seelsorger und der Pfarrer – alle lassen sich im Endeffekt auf Menschen ein», findet er.

Als Pfarrer liegt es Lorenzo Scornaienchi vor allem am Herzen, Gott den Menschen näherzubringen und so deren Fragen beantworten und Sorgen lindern zu können. «Nicht immer gibt es einfache Antworten oder Ratschläge, manchmal ist aber schon das Gespräch heilsam», sagt er.

Das vergangene Jahr in Birmensdorf hat ihm schöne Erlebnisse beschert

In seiner bisherigen Zeit als Pfarrer in Birmensdorf ist ihm die Konfirmation im letzten September als wunderschönes Erlebnis in Erinnerung geblieben: «Diese Konfirmation war mir besonders wichtig, weil die Konfirmanden keine Konfirmandenreise machen konnten und zudem ein Teil des Unterrichts der ersten Welle der Coronapandemie zum Opfer gefallen war. Ich denke, es ist eine schöne Feier geworden.»

Bei seiner Installation wird Lorenzo Scornaienchi über die Bedeutung der Predigt in der Kirche sprechen. Coronabedingt wird es weder ein rauschendes Fest noch eine volle Kirche geben. «Dafür eine feierliche Amtshandlung im kleinen Rahmen mit interessanten Predigten von Dekan Christoph Frei und von mir.»

Installations-Gottesdienst Pfarrer Lorenzo Scornaienchi

Sonntag, 14. Februar 2021, von 9.30 bis 11 Uhr, reformierte Kirche Birmensdorf

Die Installation von Pfarrer Lorenzo Scornaienchi wird im feierlichen Rahmen durch Dekan Pfarrer Christoph Frei durchgeführt. Zum Anlass sind alle Gemeindemitglieder herzlich eingeladen. Es gilt das Schutzkonzept der reformierten Kirche Birmensdorf-Aesch.