Birmensdorf/Aesch
Aus dieser Friedensrichter-Kampfwahl könnten zwei Sieger hervorgehen

Christian Daeniker (FDP) und Martin Missfelder (Die Mitte) wollen die amtierende Friedensrichterin Edith Schleifer (FDP) beerben. Erstmals in diesem Jahrtausend wird in Birmensdorf und Aesch der Friedensrichter in einer Kampfwahl erkoren.

Alex Rudolf
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Christian Daeniker (FDP) und Martin Missfelder (Die Mitte) stellen sich zur Wahl. Bilder: zvg

1997 wurde Edith Schleifer (FDP) zum ersten Mal als Friedensrichterin von Birmensdorf gewählt. In der Folge musste sie sich nie gegen eine Kontrahentin oder einen Kontrahenten behaupten. Sie wurde stets still gewählt, auch als sie 2009 zusätzlich noch zur Aescher Friedensrichterin bestimmt wurde. Nun tritt Schleifer ab – und es kommt zu einer Kampfwahl. «Zwei Parteien haben sich entschieden, je einen Kandidaten aufzustellen: Die Stimmbevölkerung wird es schön finden, dass sie auswählen kann», sagt die abtretende Friedensrichterin auf Anfrage.

Mit Christian Daeniker (FDP) und Martin Missfelder (Die Mitte) stellen sich am 7. März zwei in Birmensdorf und Aesch bekannte Persönlichkeiten zur Wahl. Daeniker war zwischen 2001 und 2018 in der Birmensdorfer Rechnungsprüfungskommission. Beruflich ist er seit über 40 Jahren als Berater im Treuhand, Bank- und Finanzwesen tätig. Der 60-Jährige ist verheiratet und wohnt seit dem Jahr 2000 in Birmensdorf. Aktiv ist er zudem in der Nachbarschaftshilfe und beim Lebensmitteltransport für sozial Benachteiligte.

Daeniker beschreibt sich als aufmerksamen und sozialkompetenten Zuhörer und er könne mit seiner ruhigen Art und neutralen Einstellung gut vermitteln. «Ich verhandle gerne mit unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Dass die Beteiligten mit den Resultaten zufrieden sind, ist mir enorm wichtig.»

«Ich bin sehr lösungsorientiert und schätze die Vermittlerrolle»

Auch der Name Missfelder dürfte vielen Birmensdorferinnen und Birmensdorfern bekannt sein. Neben seinem Hauptberuf im Verkauf und in der Beratung für komplexe Medientechnikanlagen sitzt der 50-Jährige im Vorstand der CVP (neu die Mitte) Birmensdorf. Wie er selber sagt, sei er sehr aktiv in der Kirche. Zudem arbeitet er für die KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde) als privater Beistand und bietet zudem Budgetberatungen oder Unterstützung im Umgang mit Behörden an. «Ich bin sehr lösungsorientiert und schätze die Vermittlerrolle.»

Daeniker wie auch Missfelder sehen es als Vorteil, dass sie keine juristische Ausbildung mit sich bringen. «Zum Friedensrichter kommen Menschen, die Vermittlung wollen, noch bevor Gerichte eingeschaltet werden. Dazu braucht es gesunden Menschenverstand und man muss vermitteln können», sagt Missfelder. Daeniker erklärt, er habe es schon immer bevorzugt, aussergerichtliche Lösungen zu finden. «Unnötiges Juristenfutter gilt es zu vermeiden.»

Edith Schleifer (FDP) ist seit 1997 Friedensrichterin in Birmensdorf.

Edith Schleifer (FDP) ist seit 1997 Friedensrichterin in Birmensdorf.

Bild: zvg

Rein theoretisch wäre es möglich, dass beide Kandidierenden gewinnen – der eine in Birmensdorf, der andere in Aesch. Wie Schleifer erklärt, sind die beiden Friedensrichterämter nie formell fusioniert worden. «Ich kandidierte 2009 zusätzlich für den Posten in Aesch», sagt sie. Dort fielen im Jahr nur eine Handvoll Fälle an. Es sei deshalb sinnvoll, dass dieselbe Person für beide Gemeinden zuständig sei.