Urdorf
Kantonsrat bewilligt 80 Millionen für Aus- und Umbau der Kantonsschule Limmattal

Wenn nichts dazwischen kommt, werden die beiden Neubauten des Gymnasiums in Urdorf laut Baudirektor Martin Neukom im Zeitraum 2023/24 eröffnet. Jetzt plant der Kanton auch Lavabos in den neuen Schulzimmern.

Matthias Scharrer
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So soll die erweiterte Kantonsschule Limmattal aussehen.

So soll die erweiterte Kantonsschule Limmattal aussehen.

Visualisierung: zvg

So schnell gibt der Kantonsrat selten 80 Millionen Franken aus: Innerhalb von einer halben Stunde war der Kredit für den Aus- und Umbau der Kantonsschule Limmattal am Montag debattiert und mit 168 zu 1 Stimme bewilligt. Alle Parteien stimmten dafür.

Das Neubauprojekt umfasst zwei neue Schultrakte. Im einen Trakt werden zwei Doppelturnhallen und eine Aula aufeinandergestapelt. Eine Turnhalle liegt weitgehend unterirdisch, hat jedoch Tageslicht. Darüber kommt ebenerdig die Aula mit 500 Zuschauerplätzen zu stehen. Und obendrauf gibt's noch eine Doppelturnhalle.

Regierung plante ursprünglich keine Lavabos ein

Der zweite Neubautrakt wird vierstöckig und ist hauptsächlich für Schulzimmer der naturwissenschaftlichen Fächer vorgesehen. Ursprünglich waren die neuen Schulzimmer ohne Lavabos geplant. Unter dem Eindruck der Coronapandemie und der damit verbundenen Hygieneregeln hakte die zuständige Kantonsratskommission aber nach. Der Regierungsrat änderte das Projekt daraufhin, sodass nun in den neuen Schulzimmern Waschbecken eingebaut werden. Der Kredit bleibe dabei unverändert, die Regierung greife auf Reserven zurück, sagte Kommissionspräsident Andrew Katumba (SP, Zürich).

Nun soll das Projekt schnell vorankommen: Laut Baudirektor Martin Neukom (Grüne) können die Neubauten, wenn nichts dazwischenkommt, 2023/24 bezogen werden. In der schriftlichen Regierungsvorlage ist als Bezugstermin Mitte 2024 genannt.

Auf den Dächern sind Solaranlagen vorgesehen, deren Strom direkt in der Kantonsschule Limmattal verbraucht wird. Neukom rechnet damit, dass sie nach 16 Betriebsjahren gewinnbringend sind.

Prägend für die Neubauten sind die Baumaterialien Beton und Glas. Dazwischen sind Freiräume mit gekiestem Boden und schattenspendenden Bäumen geplant.

Wachstum von 750 auf 1100 Schülerinnen und Schüler erwartet

Der Ausbau der Kantonsschule Limmattal ist aufgrund des Bevölkerungswachstums in ihrem Einzugsgebiet nötig, wie Neukom sagte. Der Regierungsrat geht davon aus, dass das Gymnasium in Urdorf von heute 750 auf 1100 Schülerinnen und Schüler im Jahr 2040 wächst. Sein Einzugsgebiet umfasst primär das Limmattal und das Knonauer Amt.

Nach dem Neubau erfolgt die Erneuerung der aus den 1980er-Jahren stammenden Kantonsschule. Die bestehenden provisorischen Turnhallen werden dabei vorübergehend als Schulräume genutzt, unterteilt mit lärmdämmenden Wänden. Danach ist ihr Rückbau vorgesehen.

Lob von fast allen Seiten

Das Bauprojekt stiess bei allen Parteien auf Zustimmung, einzig die SVP äusserte grundsätzliche Bedenken wegen der hohen Baukosten und Baustandards. «Mit diesem Bau investieren Sie in das Limmattal», sagte André Müller (FDP, Uitikon). Davon profitiere der ganze Kanton, da das Limmattal einen Grossteil des Zürcher Bevölkerungswachstums aufnehme. Die Stapelung von Turnhallen und Aula bedeute eine qualitativ hochstehende Verdichtung, die auch Platz für Bäume schaffe.

Manuel Kampus (Grüne, Schlieren) hob nebst der Fotovoltaik und der Wärme- und Kältegewinnung per Erdsonde auch die 634 Veloparkplätze hervor. «Alles in allem ist es ein Projekt, hinter dem die Grünen stehen können», sagte er.