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Curling-Club Limmattal: Wischen unter speziellen Bedingungen

Der Curling-Club Limmattal geht während der Coronapandemie mit der «Covid-19-Liga» eigene Wege.

Ruedi Burkart (Text und Bilder)
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Wischen vor der Wall of Fame. CCL-Präsident Mario Freiberger mit Teampartnerin Irene Schori. So geht Curling diesen Winter: Gut geschützt mit Maske und Handschuhen. Ohne Maske geht nichts.
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Wischen vor der Wall of Fame. CCL-Präsident Mario Freiberger mit Teampartnerin Irene Schori. So geht Curling diesen Winter: Gut geschützt mit Maske und Handschuhen. Ohne Maske geht nichts.
Wischen vor der Wall of Fame. CCL-Präsident Mario Freiberger mit Teampartnerin Irene Schori. So geht Curling diesen Winter: Gut geschützt mit Maske und Handschuhen. Ohne Maske geht nichts.

Wischen vor der Wall of Fame. CCL-Präsident Mario Freiberger mit Teampartnerin Irene Schori. So geht Curling diesen Winter: Gut geschützt mit Maske und Handschuhen. Ohne Maske geht nichts.

Am 28. Oktober hat der Bundesrat mit seinen Massnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie dem Freizeitsport grösstenteils den Stecker gezogen. Wettkampfmässige Trainings in Kontaktsportarten dürfen nur noch Kinder bis 16 Jahre durchführen sowie Akteure von Profimannschaften, für alle anderen Amateursportler gilt seither ein Trainings- und Wettkampfverbot. Dank der Tatsache, dass Curling offiziell nicht als Kontaktsport eingestuft wird, kehrte ab Mitte November immerhin ein bisschen Normalität in die Urdorfer Curlinghalle zurück. 16 vereinsinterne Teams messen sich seither unter Einhaltung sämtlicher vorgeschriebener Hygienemassnahmen in der sogenannten «Covid-19-Trainingsliga». Aufgrund der geltenden «15er-Regel», nach welcher sportliche Aktivitäten in Innenräumen mit bis zu 15 Personen unter Einhaltung der Maskenpflicht erlaubt sind, dürfen in der Drei-Rink-Halle nur zwei Partien gleichzeitig gespielt werden, mit je drei Akteuren pro Team.

Eines vorweg: Den Mitgliedern gefällt die spezielle Art von Curling, wie bei einem Augenschein vor Ort in Erfahrung gebracht werden konnte. «Dass nur drei Personen pro Team spielen, finde ich absolut nicht schlecht», sagt beispielsweise Lotti Hug, «zwei Wischer sind in meinen Augen sowieso einer zu viel. Mit der jetzigen Regelung kommt viel weniger Hektik im Spiel auf.» Die 53-jährige Einsteigerin stellt an diesem Abend zusammen mit ihrem Mann Isidor und einer Kollegin das Team Hug. Nach der 7:11-Niederlage gegen die Mannschaft von Skip Roberto Gaio sitzen beide Parteien im weihnachtlich dekorierten Curlingstübli. Von einem geselligen Beisammensein ist indes wenig zu spüren. Die Küche bleibt zu, die Maske auf – ganz wie es der Klubvorstand vorgegeben hat («wir beschränken unseren Aufenthalt in Restaurants auf ein Minimum»). Das sei natürlich schade, so Lotti Hug. «Aber immer noch besser, als gar nicht spielen zu können. Ich winde unserem Vorstand ein Kränzchen, dass wir die Möglichkeit haben, diesen wunderbaren Sport in dieser speziellen Zeit ausüben zu können.»

Der Besuch des Langzeitpräsidenten

In gebührendem Abstand zu den anderen Personen im Beizli verfolgt Philipp Locher die Partien unten auf dem Eis. Locher orchestrierte vor nunmehr 20 Jahren die Fusion zwischen den beiden Klubs aus Urdorf und Schlieren zum CC Limmattal und prägte während insgesamt 34 Jahren den Sport mit Stein und Besen. Zuerst als Präsident des CC Schlieren, danach bis 2017 als wort- und tatenreicher Chef des Curling-Clubs Limmattal. «Ich freue mich, dass wir dank unseres innovativen Vorstands die Halle geöffnet halten können», so der 67-jährige Grandseigneur des Curlingsports. Er habe ein gutes Näschen gehabt, als er vor drei Jahren Mario Freiberger als seinen Nachfolger zur Wahl vorgeschlagen habe, meint Locher mit einem Lächeln hinter der Gesichtsmaske. «Der Mario macht das mit seinem motivierten Team hervorragend. Für die Zukunft des Vereins ist mir trotz aller Schwierigkeiten gar nicht bange.» Ein wenig anders dürfte die Gemütslage ennet dem Baregg sein. Der CC Baden kapitulierte vor Corona und stellte den Betrieb seiner Vier-Rink-Halle ein, das Eis wurde mittlerweile abgetaut.

«Der sportliche Erfolg ist sekundär»

Mario Freiberger stellt in der speziellen «Liga» auch ein Team. Es ist quasi die Wiedergeburt jener Equipe, die 2018 den Schweizer Mixed-Meister-Titel ins Limmattal holte. Zusammen mit seiner Frau Cornelia und Irene Schori – der 37-jährigen, zweimaligen Weltmeisterin aus Zürich – geht der CCL-Boss auf Punktejagd. Weil nur drei Akteure pro Team spielen dürfen, ist Sven Iten – der Second des Meisterteams – nicht mit von der Partie. «Der sportliche Erfolg ist sekundär», sagt Mario Freiberger, «es geht in diesem Wettbewerb nur darum, den Spass am Curling nicht zu verlieren.» Die lockere Atmosphäre unten auf dem Eis und die aufgeräumte Stimmung oben im Restaurant zeigen: Die Rechnung geht auf, der Vorstand des CC Limmattal hat gut daran getan, sich von der Coronapandemie nicht unterkriegen zu lassen.

Die vielen Erfolge sichtbar gemacht

Im vergangenen Sommer investierte der CC Limmattal nicht nur über 250000 Franken in die Verbesserung der Eisqualität, man erstellte auch gleich eine sogenannte «Wall of Fame». An diese «Wand des Ruhmes» können sich Interessierte über die zahlreichen Erfolge der Limmattaler Curlerinnen und Curler informieren. Jedem Meilenstein ist ein eigener Wimpel gewidmet. Angefangen im Jahr 1972 – als ein Team um Skip Walter Schneider in Weinfelden den Schweizer Cup gewann – bis hin zum aktuellen Erfolg, dem Schweizer-Meister-Titel der C-Juniorinnen mit Skip Zoe Schwaller im vergangenen Winter.