Big Band Festival

Big Band Kanti Wattwil: «Sieg ist mit Renommee verbunden»

Die Big Band Kanti Wattwil mit Leiter Martin Winiger (rechts), Festivalpatron Pepe Lienhard (links) und Stadtpräsident Otto Müller (rote Krawatte). zvg

Die Big Band Kanti Wattwil mit Leiter Martin Winiger (rechts), Festivalpatron Pepe Lienhard (links) und Stadtpräsident Otto Müller (rote Krawatte). zvg

Am 1. September findet in Dietikon das Big Band Festival statt. Wichtiger Bestandteil des Festivals ist ein Förderwettbewerb für Nachwuchs Big Bands. Die Big Band Kanti Wattwil unter der Leitung von Martin Winiger hat den Wettbewerb bereits zwei Mal, in den Jahren 2009 und 2011, gewonnen.

Herr Winiger, wie kam es zu der Teilnahme am Förderwettbewerb?

Martin Winiger: Wir erfuhren erst nach der ersten Durchführung im Jahr 2008 vom Wettbewerb. Daher nahmen wir erst im Jahr 2009 daran teil. Der Grund dafür war einerseits der Vergleich mit anderen Big Bands, um herauszufinden, auf welchem Niveau wir uns im nationalen Vergleich bewegen. Andererseits sind solche Anlässe eine gute Möglichkeit, um andere Schweizer Bands kennenzulernen, sich untereinander auszutauschen und sich neue Ideen zu holen.

Als Sieger des Wettbewerbs durften Sie im Jahr 2010 nicht am Wettbewerb teilnehmen, absolvierten am Festival jedoch einen Auftritt als Gastband. Letztes Jahr nahmen Sie wiederum am Wettbewerb teil und gewannen ihn zum zweiten Mal. Was bedeutet dieser zweite Sieg für Sie und die Big Band?

Seit dem letzten Sieg hat sich die Besetzung unserer Big Band zur Hälfte erneuert. Daher war der zweite Sieg ein noch grösserer Erfolg und eine Bestätigung, dass wir musikalisch auf dem richtigen Weg sind. Natürlich ist der Sieg auch mit Renommee verbunden und wichtig für die Kantonsschule Wattwil. Die Big Band reiht sich damit in die bereits sehr erfolgreiche Musikabteilung der Kantonsschule ein.

Waren Sie siegessicher oder war der zweite Sieg auch für Sie und die Band eine Überraschung?

Natürlich nimmt man an einem Wettbewerb teil, um zu gewinnen. Die Konkurrenz war jedoch gross und vor allem auch die zweitplatzierte Band hervorragend. Wir waren daher nicht sicher, ob wir gewinnen würden. Umso mehr haben wir uns über den Sieg gefreut.

Der Wettbewerb ist mit einem Preis von 3000 Franken dotiert. Wofür wurde das Geld verwendet?

Wir haben den Sieg gefeiert, indem wir zusammen eine Pizza essen gegangen sind. Der Grossteil des Geldes wurde jedoch in neue Projekte investiert. Wir arbeiten oft mit Gaststars zusammen. Solch spezielle Konzertprojekte sind immer mit einem hohen finanziellen Aufwand für Gage, Technik und Saalmieten verbunden. Auch dieses Jahr konnten wir wieder einen phänomenalen Solisten verpflichten. Der in New York lebende kolumbianische Harfenist Edmar Castaneda tritt mit uns gemeinsam an vier Konzerten auf. Auch in Dietikon wird er dabei sein.

Letztes Jahr gewannen Sie den Förderwettbewerb zum zweiten Mal. Daher treten dieses Jahr als Gewinnerband auf. Was bedeutet der Auftritt für Sie und die Big Band?

Wir freuen uns natürlich sehr, unsere musikalische Arbeit im Abendprogramm des bedeutendsten, nationalen Festivals für Big Bands präsentieren zu können.

Machen Sie im nächsten Jahr wieder am Wettbewerb mit?

Das wissen wir noch nicht. Wir werden in nächster Zeit wieder grössere personelle Wechsel verkraften müssen. Ich kann noch nicht genau abschätzen, wie stark sich diese auf das Niveau der Band auswirken. Wir wollen nur am Wettbewerb teilnehmen, wenn wir wirklich dafür bereit sind. Wir haben ja schliesslich auch einen gewissen Ruf zu verteidigen (lacht).

Sie haben die personellen Wechsel in der Big Band angesprochen. Ist es schwierig, Nachwuchs für die Band zu finden? Swing ist ja nicht unbedingt die Musik, die bei Jugendlichen gerade im Trend ist.

Eigentlich ist das kein Problem. Wir müssen einfach die Jugendlichen, die bereits Musik machen, motivieren, in einer Formation mitzuspielen. Danach geht es vor allem darum, den Jugendlichen ein Ziel zu geben und Erlebnisse zu generieren. Die Zusammenarbeit mit spannenden Solisten trägt dazu natürlich bei. Es ist mir immer wichtig, dass die Solisten zugänglich sind und sich auch mit den Jugendlichen auseinandersetzen. So gelingt es, in ihnen die Begeisterung für diese Art von Musik zu entfachen. Zudem spielen wir nicht nur Swing, sondern auch Funk oder wie im aktuellen Programm Latinmusik. Diese beiden Stilrichtungen liegen den Jugendlichen vielleicht näher. Ich gehe mit den Big Band Mitgliedern auch regelmässig an Big Band Konzerte, um ihnen die Musik näher zu bringen.

Was bedeutet Ihnen persönlich die Big-Band-Musik?

Mir gefällt der orchestrale Sound, die Energie, die Mischung von präzisem Spiel nach Noten und Improvisation, aber auch die stilistische Bandbreite einer Big Band. Ich habe ja eine klassische Ausbildung, habe Klarinette studiert. Schon früh kam ich auch mit Jazz und Big Band Musik in Berührung, spielte später in einer Salsa- und Latinjazz-Formation. Und jetzt leite ich seit 17 Jahren die Big Band der Kantonsschule Wattwil.

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