Limmattal
Bier ist mehr als nur eine Stange, mit der man sich besaufen kann: Beim Wandern die Braukunst entdecken

Drei regionale Bierbrauereien veranstalten am Samstag die erste Bierwanderung.

Sibylle Egloff
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David Kägi hatte die Idee für die erste Bierwanderung im Limmattal.

David Kägi hatte die Idee für die erste Bierwanderung im Limmattal.

Limmattaler Zeitung

Normalerweise erfrischt man sich auf Wanderungen mit Wasser oder zumindest mit analkoholischen Getränken. Nicht so beim ersten Craftbeer-Trail im Limmat- und Furttal, das diesen Samstag stattfindet. Die Teilnehmer werden mit Gerstensaft versorgt. Und nicht etwa mit einem Standardbier aus den bekannten grünen Glasfläschchen, sondern mit Bier aus lokalen Brauereien. «Wir wollen den Leuten in der Region die Braukultur näher bringen», sagt David Kägi.

Der 33-Jährige eröffnete jüngst mit drei Freunden die Brauerei Old Hill in Dänikon und vertreibt seit zweieinhalb Jahren online Erzeugnisse von unabhängigen Schweizer Kleinbrauereien. «Ich wurde von einer Agentur angefragt, ob wir an einer Bierwanderung auf dem Üetliberg teilnehmen wollen. Dazu hätten wir rund 400 Liter Bier am eigenen Stand gratis ausschenken müssen, bevor wir an die Kunden hätten verkaufen können.» Für eine kleine Brauerei wie ihre, die hobbymässig betrieben werde, sei dies eine utopische Vorstellung. «Diese Menge an Gratis-Bier bedeutet für uns etwa 4000 Franken Verlust», sagt Kägi. Und: Wer schon zahlreiche Liter Bier getrunken und Eintritt bezahlt habe, werde dann nicht noch harassenweise Bier kaufen.

Selber organisieren

Die Idee einer Bierwanderung fand Kägi aber grundsätzlich nicht schlecht. Deshalb fragte er bei seinen Brauereikollegen im Limmattal nach, ob sie an einem selber organisierten regionalen Craftbeer-Trail interessiert wären. Kägis Vorschlag fand Anklang. Salome Baumann von der The Darkwolf Brewery in Dietikon und Markus Friederich, der in Schlieren in der Garage seiner WG das Ahoi-Bier braut, sagten zu. «Unter Kleinstbrauern kennt man sich und hilft einander. Das führt zu interessanten Kollaborationen wie dieser. Zudem ist es einfacher mit mehreren Leuten etwas aufzuziehen und es macht auch mehr Spass», findet Friederich.

Dieser Meinung ist auch Salome Baumann. «Unsere Brauereien liegen nahe beieinander. Es macht Sinn, zusammenzuspannen und so die Leute aus der Umgebung anzusprechen», sagt die 37-Jährige, die seit zwei Jahren mit ihrem Freund Stephan Troxler Craftbeer herstellt. «Craftbeer bedeutet eigentlich einfach, dass die Biere noch von Hand und nicht vollautomatisch produziert werden. Der Fokus liegt dabei auf der Sortenvielfalt und der Braukunst», sagt die Schlieremerin. Und genau um das gehe es am Event am Samstag, sagt Kägi. «Wir wollen den Teilnehmern zeigen, dass Bier viel mehr ist, als einfach nur eine Stange mit der man sich besaufen kann.» Mit dem Anlass wolle man regionales Craftbeer in ein besseres Licht rücken. «Die Leute sollen Einblick in unsere Brauereien erhalten und Fragen stellen können.»

David Kägi veranstaltet mit zwei Limmattaler Brauereien eine Craftbeer-Wanderung. David Kägi veranstaltet mit zwei Limmattaler Brauereien eine Craftbeer-Wanderung.

David Kägi veranstaltet mit zwei Limmattaler Brauereien eine Craftbeer-Wanderung. David Kägi veranstaltet mit zwei Limmattaler Brauereien eine Craftbeer-Wanderung.

Sibylle Egloff

Aus diesem Grund wandern die Teilnehmer von Brauerei zu Brauerei. Start ist in Schlieren bei der Brauerei Ahoi Bier. Dort wartet Markus Friederich ab 12 Uhr mit seinen Bierkreationen. Besonders Liebhaber von hopfigen Ales kommen beim 33-jährigen Chemielaboranten zum Zug. Ausgerüstet werden die Teilnehmer mit einer Wanderkarte, damit sie auch ja den Weg von Schlieren nach Dietikon zu Darkwolf im Silbernquartier finden. «Die Wanderung führt entlang der Limmat und soll nicht anstrengend, sondern gemütlich sein», sagt Kägi. Bei Darkwolf gibt es zu den belgischen und internationalen Biersorten auch Würste vom Grill. Das letzte Stück der Wanderung ist das anstrengendste. Von Dietikon geht es über den Altberg. Dort kann man sich bei einem Zwischenstopp im Wald das Bier der drei Brauereien schmecken lassen, bevor es nach Dänikon in die Old Hill Brauerei geht. Die Organisatoren warten dort mit noch mehr Bier und Burgern.

Zudem unterhält Singer und Songwriter Aco mit Live-Musik.Die Teilnahme an der rund zweieinhalbstündigen Wanderung ist gratis. «Wir wollen keinen Eintritt verlangen. Die Leute sollen nur die Biere und Esswaren bezahlen, die sie auch wirklich konsumieren», sagt Kägi. Anmelden muss man sich nicht. «Wir haben genug Material für etwa 100 Personen. Da der Startpunkt in Schlieren ist, kann uns Markus Bescheid geben, wie viele Leute da sind.» Die Veranstalter freuen sich auf den Anlass. «Wir sind gespannt, wie viele Leute kommen werden. Es ist extrem heiss und es sind Sommerferien», sagt Kägi. Der Event diene auch dazu, Erfahrungen zu sammeln, sagt Baumann. «Wenn der Craftbeer-Trail Anklang findet, werden wir ihn regelmässig organisieren.»

Startpunkt ist ab 12 Uhr bei der Brauerei Ahoi Bier an der Goldschlägistrasse 13 in Schlieren.