Es sind die letzten fünf Bewohnerinnen, welche den Umzug noch vor sich habe. Im Kreis sitzen sie zum letzten Mal in der Cafeteria des Alterszentrums Weihermatt, das in den nächsten anderthalb Jahren komplett saniert und umgebaut wird. Unsicherheit liegt in der Luft. Sie müssen in die nahe gelegenen 35 Alterswohnungen ziehen, die provisorisch als Alterszentrum eingerichtet worden sind. «Das isch dä letztschti Tag, das wird wohl no guet gah», versucht die Betreuerin die Bewohner zu beruhigen und fügt an: «Die junge Manne chammer bruche zum Zügle, nöd so, wiemmer immer seit.»

70 Bewohner sind umgezogen

Am Montag hatte das Alterszentrum mit dem Umzug der Bewohner angefangen. «In fünf Tagen haben wir alle 70 Leute durchgebracht», erklärt Brigitte Huber, welche die Projektleitung für den Umzug innehat. Da waren die anspruchsvollen Pensionäre, die noch relativ selbstständig sind, und die einfacher zu zügelnden Pflegebedürftigen.

In der Woche zuvor hatte man den Betrieb gezügelt, nächste Woche wird man das Alterszentrum ganz räumen und in der neuen Behausung die letzten Anpassungen vornehmen. «Es ist wie bei jedem Neubau, nicht alles funktionierte auf Anhieb. Aber wir haben doch alles geschafft», sagt Huber.

Zählen auf breite Unterstützung

Die Alterszentrumsleitung konnte beim grossen Umzug auf Transportfirmen zählen, aber auch auf den Zivilschutz und einzelne Vereine, etwa den Samariterverein, Teile des Frauenvereins und den Besuchsdienst, wie Gesamtleiter Alfred Sigrist gestern Morgen beim Augenschein vor Ort der az Limmattaler Zeitung darlegte. Das Personal hatte Ferienstopp und musste, weil während der Woche Personen in beiden Gebäuden schliefen, gar doppelte Nachtschicht leisten.

Besonderes Lob gabs von Sigrist für Brigitte Huber. Sie holte jeden einzelnen Bewohner persönlich ab. «Sie holte sie auf der Beziehungsebene ab, damit der Umzug entspannt ablaufen konnte. Das ist ein zentraler Punkt gewesen.»

Huber beschönigte nicht, dass die Bewohner Angst, Unsicherheit und Traurigkeit gezeigt hätten. Sie hätten jedoch gewusst, dass sie nicht alleine gelassen würden. Beim Zügeln sei es schliesslich auch um viele Kleinigkeiten gegangen. Zum Beispiel musste der Fernseher am richtigen Ort im richtigen Winkel eingerichtet werden, damit es den älteren Menschen passte.

Übergabe am 11.Juli

Die Übergabe des Alterszentrum, das saniert werden muss, erfolgt am 11.Juli an den Architekten. Der provisorische Betrieb in den Alterswohnungen wird bis Ende 2012 dauern. Dann wird das Alterszentrum für 29 Millionen Franken saniert und erneuert sein. Dann werden die Bewohner, die diese Woche so tapfer ihren Umzug bewältigt haben, vor der Rückkehr in «ihr» Alterszentrum stehen.