Limmattalbahn
Bevölkerung rechts der Limmat will gute Anbindung an die Limmattalbahn

Die Diskussion um die Limmattalbahn hat das rechte Limmatufer erfasst. Das Thema vermag auch dort zu bewegen. Das zeigte eine von der FDP Weiningen organisierte Informationsveranstaltung.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Eine optimale Busanbindung an die Limmattalbahn wird gefordert

Eine optimale Busanbindung an die Limmattalbahn wird gefordert

AZ

Während links des Flusses vor allem die Linienführung für Gesprächsstoff sorgt, steht auf der anderen Seite der generelle Nutzen für die dortige Bevölkerung im Zentrum. Die Informationsveranstaltung stand unter dem Motto «Limmattalbahn - wird das rechte Limmatufer übergangen?»

Um die offensichtlichste Frage in diesem Zusammenhang vorwegzunehmen erklärte Daniel Issler, Geschäftsführer der Limmattalbahn AG bereits in seinem einleitenden Referat, weshalb die Bahn entlang des linken und nicht des rechten Flussufers geplant wird. «Rechts der Limmat fehlt das Potenzial für eine Stadtbahn», so Issler.

Welches Potenzial links der Limmat schlummert, erläuterte Bruno Hofer, Limmattaler Standortförderer und zweiter Referent des Abends. Ausgehend von den grossen Bauprojekten wie Goldschlägi in Schlieren oder dem Limmatfeld sowie dem Niderfeld in Dietikon, erklärte Hofer, dass in den kommenden Jahren mit einem grossen Bevölkerungszuwachs im Limmattal zu rechnen sei.

Bahn schluckt Mehrverkehr

Obschon rechts des Flusses das Potenzial für eine Stadtbahn fehlt, werde auch die dortige Bevölkerung vom fast 700 Millionen Franken teuren Projekt profitieren, sagte Issler. Die Limmattalbahn führe dazu, dass die Attraktivität der Region steigen werde. Davon würden alle Einwohner profitieren. Zumal das starke Bevölkerungswachstum Mehrverkehr mit sich bringe. «Dieser Mehrverkehr soll unter anderem auch von der Limmattalbahn aufgefangen werden. Auch das kommt allen Bewohnern des Limmattals zugute», sagte Issler.

Nebst der Diskussion um den generellen Nutzen der Limmattalbahn für die Bewohner von Oberengstringen bis Oetwil stand mit der Anbindung dieser Gemeinden an die Bahn ein zweites wichtiges Thema im Fokus der Informationsveranstaltung. Viele der Anwesenden forderten im Zuge der Realisierung der Stadtbahn bessere Busverbindungen nach Altstetten, Schlieren und Dietikon. Für Issler sind das berechtigte Anliegen. Allerdings sei die Limmattalbahn AG für die Limmattalbahn verantwortlich. Ein Buskonzept müsse vom Zürcher Verkehrsverbund in Zusammenhang mit den Gemeinden ausgearbeitet werden. «Wir sind darum bemüht, die wichtigen Umsteigeplattformen in Schlieren, Dietikon und Killwangen möglichst optimal zu gestalten», hielt er fest.

Zugleich erklärte Issler, dass die Limmattalbahn nicht als Konkurrenz zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln gedacht sei, sondern als Erweiterung. «Es ist deshalb eine Chance für die Gemeinden an diesem Buskonzept mitzuarbeiten. Der Vorteil des Bussystems besteht darin, dass die Planungsfristen kurz und flexibel sind», so Issler. Derzeit rechne man mit einer Inbetriebnahme der Limmattalbahn im Jahr 2020. Er gehe davon aus, dass die Planungen für das Buskonzept 2017 starten werden und rund zwei Jahre dauern würden.

Zuversicht in Oetwil

Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer ist zuversichtlich, dass sich befriedigende Lösungen für die Busanbindung finden lassen werden. So sei man mit Würenlos schon seit langem im Gespräch über eine Buslinie, die das rechte Limmatufer über das Industriequartier Silbern mit Dietikon verbindet. Nachdem diese Gespräche lange geruht hätten, weil der Zürcher Verkehrsverbund an einer genügend grossen Nachfrage gezweifelt habe, sei mit der Limmattalbahn wieder frischer Wind in die Diskussion gekommen.