Der tödliche Unfall ereignete sich am Pfingstsonntag im Wald oberhalb von Oetwil. Ein Cevi-Lager aus dem Kanton Zürich hatte seine Zelte laut Polizeisprecherin Esther Surber auf einer Wiese in der Nähe der Hüttikerstrasse aufgeschlagen und im Wald einen Parcours aufgebaut. Ein Posten des Parcours war eine Seilbahn, die Gruppenleiter zwischen zwei Bäumen gespannt hatten.

An einem Seil von 100 Metern Länge führte sie rund 30 bis 40 Höhenmeter bergab. Mit einem zweiten Seil gesichert, glitten daran mehrere Kinder und Jugendliche, Teilnehmende des Cevi-Lagers, zunächst kontrolliert herunter. Dann kam es zur Todesfahrt des 8-jährigen Mädchens.

Lagerleiter versuchte einzugreifen

Es war laut Surber am Sonntagnachmittag in einem kleinen Grüppchen unterwegs. Der Anblick des Unfalls blieb daher den meisten Lagerteilnehmern erspart. Aus noch ungeklärten Gründen versagte die Bremsvorrichtung bei dem Mädchen. Ein Lagerleiter, der am unteren Ende der Seilbahn postiert war, versuchte das Mädchen aufzufangen – vergeblich. Es raste nahezu ungebremst gegen den Baum am Seilbahnende.

Schwer verletzt wurde es von der Rega ins Spital geflogen. Dort erlag die Achtjährige noch am gleichen Abend ihren Verletzungen. Der Lagerleiter, der versucht hatte, ihre Todesfahrt zu bremsen, blieb laut Polizeiangaben unverletzt.

In der Gemeinde Oetwil herrscht Betroffenheit. «Tragisch», sagte Gemeindepräsident Paul Studer am Tag nach dem Unfall. Er denke an das achtjährige Unfallopfer und dessen Familie. Aber auch an die Leiter des Lagers, in dem der Unfall passierte. «Ich habe selbst zwei Söhne, die Pfadi-Leiter waren. Es stellt sich die Frage, ob sich die Leiter dieses Lagers der Gefahren bewusst waren. Vielleicht waren sie zu jung für diese Verantwortung», sagte Studer.

Gemeinde nicht involviert

Vom Unfall erfuhr der Gemeindepräsident aus dem Radio. Als er den Rettungshelikopter hörte, ahnte er noch nicht, was passiert war. Die Gemeinde sei bei den Vorbereitungen des Cevi-Lagers nicht involviert gewesen, höchstens bei der Bewilligung von Fahrten für Materialtransporte, so Studer weiter.

Angaben zum Alter der Lager-Leiter machten auf Anfrage weder Kantonspolizei noch Cevi-Schweiz-Sprecher Jürg Schelldorfer. Ebenso blieb unklar, aus welcher Region die Lagerteilnehmerinnen und -teilnehmer stammten.

War die Seilbahn zu steil?

Nach dem Unfall wurde das Lager unterbrochen und kurzfristig an einen anderen Ort verlegt. «Care-Teams der Kantonspolizei und Polizeiseelsorger kümmerten sich um die 27 Lagerteilnehmer und die 13 Lagerleiter», erklärte Polizeisprecherin Surber. Nach einem Trauergottesdienst in einer Kirche sei das Lager am Pfingstmontag dann beendet worden.

Bleibt die Frage, warum die Seilbahn-Bremse versagte. Und ob die Seilbahn nicht ohnehin zu steil war. Beides war gestern noch Gegenstand polizeilicher Abklärungen.