Schlieren
Betreutes Wohnen: Ein Knopfdruck gibt Sicherheit

Das neue Konzept «Betreutes Wohnen» im Mühleacker wird ab sofort umgesetzt. Damit kann die Pflegeleistung intensiviert werden. Zudem vermittelt ein 24-Stunden-Notruf Sicherheit für die Bewohner.

Anja Mosbeck
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Heidi Furrer in ihrer Wohnung mit grossräumigen Zimmern und Balkon.

Heidi Furrer in ihrer Wohnung mit grossräumigen Zimmern und Balkon.

Anja Mosbeck

Die bald 80-jährige Heidi Furrer fühlt sich wohl in ihrer Schlieremer Alterswohnung im Mühleacker. Sie kann selbstständig wohnen, ist aber durch pflegerische Betreuung und weitere Dienstleistungen nicht ganz auf sich alleine gestellt. Das neue Konzept «Betreutes Wohnen» ist für Furrer zwar teurer, dies nimmt sie aber in Kauf. Wie die meisten der Bewohner will auch sie vom Angebot profitieren.

Mit dem neuen Betriebskonzept wurde die bisherige Betreuungsform «Wohnen und Begegnen» diesen Dienstag abgelöst. So kann die Pflegeleistung intensiviert werden und entspricht dem Pflegefinanzierungsgesetz, das seit 2011 in Kraft ist. Susanne Schmid, Leiterin Wohnen und Pflege, lud Bewohner und Angestellte in das Restaurant Mühleacker ein, um die Einführung des neuen Konzepts zu feiern.

Bisher bezahlten die Bewohner neben der Miete eine Pauschale. Darin inbegriffen waren Nebenkosten, der Wäscheservice, pflegerische Unterstützung am Morgen und weitere betreuerische Dienstleistungen.

Mehr Komfort für Bewohner

Diejenigen Bewohner, die sich entschieden haben, statt des bisherigen Mietvertrags den neuen Pensionsvertrag abzuschliessen, berappen die Pflegeleistungen separat. Dafür haben sie aber Anspruch auf einen 24-Stunden-Notruf, den Mittagstisch im Restaurant, ein monatliches Kontaktgespräch, weitere Dienstleistungen durch einen technischen Dienst. Weiter ist die Teilnahme an gesellschaftlichen Anlässen, wie dem Weihnachtsessen oder kleineren Ausflüge, inbegriffen.

Schmid glaubt, dass das neue Konzept ein Mehrwert für die Bewohner ist. Der 24-Stunden-Notruf vermittle Sicherheit. Zudem kann flexibler betreut werden, da jetzt immer jemand da ist. «Die Bewohner sind froh darüber, dass sie die In-house-Spitexleistungen nicht mehr nur morgens von Pflegenden erhalten, sondern ganztags und auch am Wochenende», so Schmid. Auch wenn es kleine Dinge sind, wie das Wechseln der Strümpfe, für einige Bewohner bedeute der Konzeptwechsel mehr Komfort.

Für Schmid steht fest, dass mit dem neuen Vertrag weit weniger Bewohner Pflegeleistungen in Anspruch nehmen werden. «Bisher war die Pflege in der Pauschale inbegriffen, eigentlich pflegebedürftig sind aber nur wenige.» Dieses System werde sich nach und nach in Alterszentren durchsetzen. Nehmen wirklich nur diejenigen die Pflegeleistung in Anspruch, die sie benötigen, könne individueller auf die Bewohner eingegangen werden.

«Ich will kein Aussenseiter sein»

Anfangs zögerte Heidi Furrer, den neuen Vertrag zu unterzeichnen. Denn wer sich für den Mietvertrag entschieden habe, zahle nur noch die Miete und die Nebenkosten zuzüglich der 50 Franken für die Wäsche. Da Furrer kerngesund ist und nie pflegerische Betreuung in Anspruch nehmen musste, sei für sie der neue Vertrag nicht zwingend infrage gekommen. Vorher zahlte sie für den Mietvertrag 240 Franken. Der Pensionsvertrag fordert neu 300 Franken.

Dass sie aber von den gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen worden wäre, wenn sie den neuen Vertrag nicht unterschrieben hätte, stimmte sie um. «Ich will kein Aussenseiter sein und auf den Kontakt mit den Bewohnern verzichten müssen, denn wir verstehen uns alle ausgesprochen gut», sagt sie. Ausserdem fühle sie sich doch auch ein Stück sicherer mit dem Notrufknopf. Dieser befindet sich auf einem Armband und kann im ganzen Haus, inklusive Keller, ausgelöst werden. «Sogar unter der Dusche kann ich es am Handgelenk lassen, denn das Armband ist wasserdicht», sagt sie.

Obwohl sich Furrer um ihre Gesundheit noch keine Gedanken machen muss, findet sie es positiv, dass sie ihre Pension in einer Umgebung verbringen kann, wo sie im Notfall schnell in die richtigen Hände kommt. Am wichtigsten sei Furrer aber, sich in ihrer Wohnung daheim zu fühlen.

Seit dem Umbau im Jahr 2006 wurden alle Wohnungen altersgerecht angepasst. «Bei mir in der Wohnung hat es keine einzige Schwelle, ausser bei der Tür zum Balkon», sagt sie. Die Räume und der Balkon sind grossräumig mit breiten Türrahmen. Am meisten diene ihr, dass alle Zimmer durch mehrere Türen verbunden sind. «So kann ich vom Schlafzimmer direkt ins Bad und dank einer zweiten Badzimmertür in den Gang und zur Eingangstür hinaus», sagt sie.

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