Geroldswiler Zentrum
Betrag steht fest: Volk stimmt über 34,89 Millionen Franken für Baufeld Ost ab

Nun steht fest, wie hoch der Baukredit ist, über den Geroldswil am 21. Mai abstimmt. Das Projekt bringt dem Dorf unter anderem einen grossen Coop und 27 neue Wohnungen – die günstigste kostet 2250 Franken pro Monat.

David Egger
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Baufeld Ost neuste Visualisierungen

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Jetzt ist klar, wie hoch die letzte Hürde ist, die das Projekt Baufeld Ost im Geroldswiler Zentrum überwinden muss: Über ganz genau 34 890 000 Franken befindet das Volk am 21. Mai an der Urne. Dieser definitive Kreditbetrag liegt also im Rahmen der Prognosen: 2015 war von 30 Millionen Franken die Rede, 2016 von 36 Millionen.

Mit dem grossen Projekt verschwindet nicht nur der alte Kiesplatz zwischen Gemeindehaus und Limmattalstrasse: Der Neubau wird dem Dorf auch ein neues Gesicht verleihen und sicherstellen, dass Coop die Geroldswiler auch in Zukunft vor Ort bedient – das ist eines der Argumente, mit denen der Gemeinderat für ein Ja wirbt. Dazu kommt, dass die neue Coop-Filiale im Erdgeschoss der Überbauung doppelt so gross wird wie die alte. Auch das Sortiment wird grösser. Der Detailhändler hatte der Gemeinde zu verstehen gegeben, dass die heutige Filiale zu klein ist und man sie mittelfristig verlassen würde. Es gibt laut Gemeinderat bereits Interessenten für die frei werdende Fläche. Auch für die zweite Ladenfläche im Neubau gibt es Interessenten, nur ist noch nichts fix.

Das Projekt in Zahlen

27 neue Wohnungen entstehen auf dem Baufeld Ost.

2250 Franken monatlich – das ist die Miete der günstigsten der elf neuen 3,5-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 80 und 93 Quadratmeter gross werden.

2550 Franken monatlich kostet die günstigste der zehn 4,5-Zimmer-Wohnungen (100 bis 107 Quadratmeter).

2950 Franken monatlich kostet die günstigste der sechs 5,5-Zimmer-Wohnungen (128 bis 136 Quadratmeter).

rund 33 000 Franken jährlich beträgt die Miete der kleinen Ladenfläche, die rund 108 Quadratmeter gross ist.

rund 520 000 Franken jährlich sind es bei der rund 1000 Quadratmeter grossen Coop-Ladenfläche.

148 Parkplätze entstehen in der zweigeschossigen Tiefgarage. Etwa die Hälfte der Parkplätze ist öffentlich.

Rund 28 Monate wird die Bauzeit auf dem Baufeld Ost insgesamt dauern.

Rund 3000 Stimmberechtigte zählt Geroldswil. Sie können am 21. Mai über den nun vorliegenden Baukredit bestimmen.

Zurück zum Baukredit: Am Anfang stehen Anlagekosten von total 38,94 Millionen Franken. Abzüglich den 3,3 Millionen Franken Landwert ergeben sich 35,64 Millionen Franken Bruttobaukosten. Davon werden noch 750 000 Franken abgezogen. Für diesen Betrag verkauft die Gemeinde einen Teil der Tiefgarage an die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank (ZKB); um 13 Parkplätze geht es. So ergeben sich schliesslich die Nettokosten respektive der Baukredit von 34,89 Millionen Franken. Die ZKB kauft die Parkplätze für ihre Liegenschaft Huebwiesenstrasse 19/21/23, die im Osten direkt an das Baufeld anschliesst und die die ZKB um ein zusätzliches Gebäude mit einem Dutzend 2,5-Zimmerwohnungen an der Limmattalstrasse erweitert. Zusammen mit der Überbauung des Baufelds Ost werden der Bau der ZKB und jener der Gemeinde eine gemeinsame Front zur Strasse bilden.

Jährlicher Mietertrag: 500 000 Franken

Nach dem Bau rechnet die Gemeinde mit einem jährlichen Bruttomietertrag von
1,55 Millionen Franken und einem Aufwand von 1,05 Millionen Franken (zum Beispiel für Unterhalt und Darlehenszinsen). Resultat: Der Nettomietertrag beläuft sich auf eine halbe Million Franken. Die erwartete Bruttorendite beträgt 4,06 Prozent.

«Das Interesse, dieses Projekt zu finanzieren, ist gross», sagt Hochbauvorstand Willy Oswald (FDP). Die Gemeinde hat sich nach Darlehen mit fixen Zinssätzen erkundigt. Für 20 Jahre wurden Zinsen von 1,2 Prozent genannt. Auch jene für 30 Jahre liegen unter 2 Prozent. Vorerst rechnet die Gemeinde mit einem Zins von 1,5 Prozent. Die diesbezüglichen Verhandlungen werden nach dem 21. Mai weitergeführt.

Als der Gemeinderat und die Architekten Peter Baumberger das abstimmungsreife Projekt an der Dialogveranstaltung vom Montag vorstellten, gab es auch die eine oder andere kritische Bemerkung aus der Bevölkerung. So gibt zum Beispiel der Platz zu reden, der sich zwischen altem und neuem Zentrumsbau erstrecken wird und durch den die neue Busschlaufe verläuft. «Wie kommt man überhaupt auf die Idee, dass ein Dorf wie Geroldswil einen zweiten Platz braucht?», fragte eine Bürgerin.

Werden die ersten 30 Minuten Parkieren gratis?

Ein weiterer Votant regte an, dass die Gemeinde für die öffentlichen Tiefgaragenparkplätze in den ersten 30 Minuten keine Gebühren erheben soll. Da der Gemeinderat die Gebührentarife noch nicht festgelegt hat, wird die Bitte vielleicht erhört.

Auch Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) gab zum Schluss des Abends noch einen Tipp zum Besten: «Vielleicht tönt es ein bisschen kitschig, aber machen Sie es so wie ich: Bleiben Sie auf der Treppe beim Dorfplatz stehen und schauen Sie nach unten auf den Kiesplatz. Dann schliessen Sie die Augen und stellen sich vor, was dort unten stehen wird. Dann öffnen Sie die Augen wieder und sehen den Kiesplatz», so Deplazes. Es sei unbestritten, dass man hier eine schöne Sache für ein attraktives und lebenswertes Geroldswil erhalte.

Die Vorgeschichte und der weitere Zeitplan

Ein Jahr nach dem Volks-Ja würde der Bau losgehen.

April 2012: Nach einer ersten groben Studie gibt die Gemeinde eine verfeinerte Studie in Auftrag, um Ideen für den Kiesplatz zu sammeln und eine Strategie zu entwickeln.

Januar 2013: Die Gemeinde stellt die Planungsstudie vor: 30 Millionen Franken, 25 Wohnungen, ein grosser Laden, 150 Parkplätze – die Eckdaten sind seither mehrheitlich die gleichen geblieben.

Juni 2013: Die Gemeindeversammlung nimmt die Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO) an. Der Kiesplatz gehört dank des Entscheids nicht mehr zur Freihaltezone. Ein Bau wird möglich.

Dezember 2013: Eine hitzige Gemeindeversammlung – sie will mehr Mitsprache bei der Zentrumsplanung.

März 2014: Für diese Mitsprache wird die Begleitkommission gegründet.

Juli 2014: Die Kommission empfiehlt dem Gemeinderat, den Studienauftrag zur Überbauung des Platzes auszulösen. Sechs Architekten sind im Rennen.

Mai 2015: Siegerprojekt wird jenes von Architekt Peter Baumberger.

Dezember 2015: Die Gemeindeversammlung sagt Ja zum Projektierungskredit von zwei Millionen Franken.

Dezember 2016: Vor der Gemeindeversammlung wird bekannt, dass das Projekt eher 36 als 30 Millionen Franken kostet. Die Bürger nehmen den Gestaltungsplan Baufeld Ost an.

Mai 2017: Das Volk stimmt über den Kredit von knapp 35 Millionen Franken ab.

April 2018: Fertig Kiesplatz: Die Überbauung des Baufelds Ost beginnt.

Ende Sommer 2020: Der Bau ist fertig.