Bereits im Eingangsbereich liegt süsslicher Holzduft in der Luft. Hier hören die Besucher aufmerksam zu, wie Andreas Metzler, der heute zusammen mit Mathias Metzler die Geschäftsleitung bildet, die Geschichte der Orgelbaufirma erzählt: 1890 gründete der Urgrossvater Jakob Metzler in Graubünden die Orgelbauwerkstatt. In den 1930er-Jahren zog der Grossvater Oscar Metzler nach Dietikon.

Einer der ersten Aufträge war der Bau der Orgel für die reformierte Kirche Schlieren. 40 000 Franken habe die Orgel damals gekostet, glaubt Besucher Peter Ringger zu wissen. Dass der Fokus ab und zu auf die Orgel in der reformierten Kirche Schlieren fällt, geschieht nicht zufällig. Die Führung durch die Orgelbaufirma hat Ursula Gütlin, Kirchenpflegepräsidentin der reformierten Kirche Schlieren, organisiert. Schliesslich wird Schlieren am 18. Mai 2014 über den Sanierungskredit der Orgel abstimmen.

«Wie viele Mitarbeiter beschäftigt ihr?», fragt Verena Meili interessiert. Die Firma in Dietikon beschäftige 20 Mitarbeiter, davon arbeiten 4 in der zusätzlichen Werkstatt in Ungarn. Metzler betont, dass seine Firma fast alle Teile selber produziere, was heutzutage nicht mehr oft vorkomme. Metzler spiele in der höchsten Liga der Orgelbauer, ergänzt er. Mit qualitativ weniger hohen Ansprüchen werden die Einzelteile eingekauft und dann vom jeweiligen Orgelbauer nur noch vor Ort zusammengebaut.

So erlaube die eigene Sägerei, das Holz bedarfsgerecht und effizient zu sägen, sagt Metzler und führt die Besucher in den Hinterhof der Firma, in dem Massivholz gelagert wird. Die Firma habe ausserdem ein Holzlager in Oetwil, wobei das meiste Holz aus der Region stammt. Der Hauptanteil mache Eichenholz aus, erzählt Metzler.

Getrocknet wird das Massivholz zuerst jahrelang auf dem eigenen Lagerplatz, anschliessend drei Monate im Maschinensaal. Die Wärme des Trocknungsraumes spürt man erst, wenn man sich in die Kühle der Werkstatt begibt, in der Zinn und Blei zu Platten für die Metallpfeifen gegossen werden.

Je tiefer Metzler in das Orgelbauhandwerk einführt, desto mehr staunt die Besucherin. So taucht etwa die Frage auf, wie denn die Lehre zum Orgelbauer aussehe. Metzler selber hat nach der Matur einen Aufenthalt in Kanada verbracht und ist dort direkt bei der Arbeit ausgebildet worden. Heute ist er als Einziger in der Firma zuständig für die Intonation der hergestellten Orgeln. Orgelbauer werde man nach vier Jahren Lehre. 90 Prozent seien Handwerk und 10 Prozent Talent, meint Metzler.

Wie viele Orgeln die Firma pro Jahr herstelle, möchte Besucher Jean-Claude Perrin von Metzler wissen. Das Unternehmen zähle nicht Orgeln, sondern die Anzahl der Register, erklärt Metzler. Ähnlich wie bei einem Orchester hat eine Orgel verschiedene Klangfarben, sprich Register. Da ein Register zwischen 30 und 56 Pfeifen enthält, besteht eine Orgel mittlerer Grösse aus etwa 2500 Pfeifen.

Hier merkt die Besucherin schon, dass er in der Tiefe der Materie angelangt ist. Schliesslich zeigt Metzler in den schönen hellen Räumen der Werkstatt die Produktion des Herzstücks jeder Orgel: mithilfe von Bauplänen werden die Windladen mit den Ventilkästen gebaut, auf denen schlussendlich die Pfeifen platziert werden.

Beeindruckt von der Orgelbaukunst, meint die Organistin Els Biesemans aus Zürich: «Ein Organist muss viel üben, bis er Bach spielen kann, aber der Bau einer Orgel ist noch viel zeitaufwendiger!»