Limmattal
Berufsbeistandschaft: Rechts der Limmat gibt es eine eigene Lösung

Geroldswil und Oberengstringen planen, eine eigene Berufsbeistandschaft aufzubauen. Die anderen drei Gemeinden rechts der Limmat bevorzugen andere Varianten.

Bettina Hamilton-Irvine
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Geroldswil und Oberengstringen planen, eine eigene Berufsbeistandschaft aufzubauen.

Geroldswil und Oberengstringen planen, eine eigene Berufsbeistandschaft aufzubauen.

Martin Plattner

Dass der Bundesrat beschlossen hat, das neue Kindes- und Erwachsenenschutzgesetz per 1. Januar 2013 in Kraft zu setzen, hat auch für das Limmattal weitreichende Folgen. So wird eine Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde für den ganzen Bezirk geschaffen, die ihren Sitz in Dietikon haben wird.

Neu geregelt werden muss als Folge des bundesrätlichen Entscheids auch die Berufsbeistandschaft; sie ersetzt die heutigen Amtsvormundschaften. Im Bezirk Dietikon fehlte bisher eine regionale oder überkommunale Organisation, die im Zusammenhang mit dem Erwachsenenschutzgesetz genügend professionelle Berufsbeistände zur Verfügung stellen kann. Die Stadt Dietikon betreibt jedoch seit 2006 eine eigene Berufsbeistandschaft und ist bereit, dieses für alle Bezirksgemeinden auszubauen und zu führen. Dies hat der Dietiker Stadtrat bereits im Dezember 2011 entschieden.

Gesamtkosten: 162000 Franken

Für das rechte Limmattal wurde als Alternative die Gründung einer Berufsbeistandschaft mit Sitz in Geroldswil geprüft, wie die Gemeinde Geroldswil mitteilt. Oetwil, Weiningen und Unterengstringen haben sich jedoch gegen diese Option entschieden. Während Oetwil und Weiningen sich der Bezirkslösung in Dietikon anschliessen werden, will die Gemeinde Unterengstringen die Mandate im Vormundschaftswesen bis auf weiteres selber führen.

Oberengstringen und Geroldswil planen nun, eine Berufsbeistandschaft mit Sitz in Geroldswil aufzubauen und auf unbestimmte Zeit zu betreiben. Das Budget sieht dafür Gesamtkosten in der Höhe von 162000 Franken vor, wie der Gemeinderat Geroldswil mitteilt.

Der Kostenverteiler richtet sich zu einem Drittel nach der Einwohnerzahl und zu zwei Dritteln nach den abgeschlossenen und laufenden Fällen im Rechnungsjahr. Auf Geroldswil entfällt somit ein Bruttokostenanteil von 72000 Franken. Die nicht durch Einnahmen gedeckten Betriebskosten werden auf ungefähr 72000 Franken geschätzt, was für Geroldswil einen Nettobetrag von etwas mehr als 31000 Franken pro Jahr ausmachen wird.

Beschluss an der «Gmeind»

Die Stimmberechtigten in Geroldswil können an der Gemeindeversammlung vom 4. Juni über die neue Lösung befinden. Dabei müssen sie auch über den Anschlussvertrag mit Oberengstringen befinden und die jährlich wiederkehrenden Kosten von 72000 Franken genehmigen.