Berufsmeisterschaften
Berufs-Talente aus der Region messen sich in Bern mit den Besten ihres Fachs

Eine Velomechanikerin, eine kaufmännische Angestellte und eine Verkäuferin aus dem Limmattal treten zu den ersten nationalen Wettkämpfen an. Sie kämpfen um die Ehre, aber noch mehr um ihre Zukunft.

Anina Gepp
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Talentierter Nachwuchs aus 130 Berufen tritt an den Swiss Skills in Bern an. Oftmals erwartet man die Kombination Meister und Beruf nicht (Themenbild).

Talentierter Nachwuchs aus 130 Berufen tritt an den Swiss Skills in Bern an. Oftmals erwartet man die Kombination Meister und Beruf nicht (Themenbild).

Keystone

Die Schweizer Berufsmeisterschaften vom 17. bis 21. September 2014 in Bern sind eine Premiere: Erstmals trifft der talentierteste Nachwuchs aus rund 130 Berufen am gleichen Ort und am gleichen Anlass aufeinander, um seine Schweizer Meister zu küren. Bislang führten die einzelnen Berufsverbände jeweils separate Meisterschaften durch.

Unter den Teilnehmenden sind auch Limmattaler Talente aus drei ganz verschiedenen Sparten. Und alle drei Teilnehmer sind junge Frauen. Da will zum einen die Dietikerin Selina Giacomini ihr Können als Fahrradmechanikerin unter Beweis stellen. Aurora Moura, sie kommt ebenfalls aus Dietikon, misst sich mit den anderen Kauffrauen aus der Schweiz und Sara Ernst aus Schlieren zeigt ihr Fingerspitzengefühl in der Kategorie Detailhandel Bäckerei/Confiserie. Sie versprechen sich Erfahrung, ein gute Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfung – und nicht zuletzt eine gute Stelle.

200 000 Zuschauer erwartet

Die Teilnehmerinnen werden sich an den Wettkämpfen mit weiteren 1000 jungen Berufsleuten der Herausforderung stellen. Die Verantwortlichen der Swiss Skills erwarten an den vier Durchführungstagen insgesamt rund 200 000 Besucher. Hauptzielgruppe sind Schülerinnen und Schüler ab dem sechsten Schuljahr, die sich mit der Berufswahl auseinandersetzen. Sie sollen durch die gezeigten Wettkämpfe einen möglichst guten Einblick in die Tätigkeitsfelder der verschiedenen Berufe bekommen.

Organisiert wird die Meisterschaft vom eigens dafür gegründeten Verein Swiss Skills Bern 2014. Die Vorbereitungsarbeiten für den Grossanlass laufen bereits seit vier Jahren.

Bereits im Vorfeld mussten sich die jungen Kandidatinnen wie alle andern auch an einem kantonalen Wettbewerb für die nationalen Meisterschaften qualifizieren. Durchgeführt wird der Grossanlass auf dem Messegelände der Bernexpo, wo die Meisterschaften auf einer Fläche von 80 000 Quadratmetern ausgetragen werden.

Die Detailhandelsfachfrau Bäckerei/Confiserie Sara Ernst aus Schlieren. Für Sara Ernst war die Zusage zur Teilnahme an den Berufsmeisterschaften eine sehr spontane, wie die 18-Jährige erklärt. «Ich hatte zusammen mit einer Freundin das beste Abschlusszeugnis in der Branche Detailhandel Bäckerei/Confiserie und wurde kurz darauf von den Organisatoren der Berufsmeisterschaft angefragt, ob ich mitmachen wolle.» Innerhalb eines Tages habe sie sich entscheiden müssen. In Sara Ernsts Kategorie nehmen insgesamt zwölf Personen Teil. Ihre Mitstreiter kennt sie bisher nur von einem Teamtag. «Es gibt nochmals ein zweites Treffen und danach sehe ich sie alle an den Meisterschaften wieder», sagt die Schlieremerin. Die Swiss Skills würden ähnlich wie die praktische Lehrabschlussprüfung ablaufen. Innerhalb von sieben Stunden bewerteten die Juroren die Arbeit vom einzelnen Praliné zum fertigen Päckchen. «Ich muss viereckige, rechteckige und konische Päckchen und Glasteller zum Thema Herbst präsentieren», so Ernst. Die Preisschildchen und die Tafel für die Produkte müsse sie auch selber schreiben, zusätzlich gebe es noch eine Überraschungsaufgabe. Momentan sei sie mitten in der Übungsphase, vor allem am Tafelschreiben müsse sie noch feilen. «Ich bin froh, dass mir das Material von meinem Lehrbetrieb zur Verfügung gestellt wird», so Ernst. Im August hat Ernst offiziell die Lehre bei der Beck Keller AG in Zürich abgeschlossen. Im September hat sie die Rekrutenschule beim Militär begonnen. «Ich möchte später gerne einmal zur Kantonspolizei gehen», sagt Sara Ernst.

Die Detailhandelsfachfrau Bäckerei/Confiserie Sara Ernst aus Schlieren. Für Sara Ernst war die Zusage zur Teilnahme an den Berufsmeisterschaften eine sehr spontane, wie die 18-Jährige erklärt. «Ich hatte zusammen mit einer Freundin das beste Abschlusszeugnis in der Branche Detailhandel Bäckerei/Confiserie und wurde kurz darauf von den Organisatoren der Berufsmeisterschaft angefragt, ob ich mitmachen wolle.» Innerhalb eines Tages habe sie sich entscheiden müssen. In Sara Ernsts Kategorie nehmen insgesamt zwölf Personen Teil. Ihre Mitstreiter kennt sie bisher nur von einem Teamtag. «Es gibt nochmals ein zweites Treffen und danach sehe ich sie alle an den Meisterschaften wieder», sagt die Schlieremerin. Die Swiss Skills würden ähnlich wie die praktische Lehrabschlussprüfung ablaufen. Innerhalb von sieben Stunden bewerteten die Juroren die Arbeit vom einzelnen Praliné zum fertigen Päckchen. «Ich muss viereckige, rechteckige und konische Päckchen und Glasteller zum Thema Herbst präsentieren», so Ernst. Die Preisschildchen und die Tafel für die Produkte müsse sie auch selber schreiben, zusätzlich gebe es noch eine Überraschungsaufgabe. Momentan sei sie mitten in der Übungsphase, vor allem am Tafelschreiben müsse sie noch feilen. «Ich bin froh, dass mir das Material von meinem Lehrbetrieb zur Verfügung gestellt wird», so Ernst. Im August hat Ernst offiziell die Lehre bei der Beck Keller AG in Zürich abgeschlossen. Im September hat sie die Rekrutenschule beim Militär begonnen. «Ich möchte später gerne einmal zur Kantonspolizei gehen», sagt Sara Ernst.

Carolin Teufelberger

«Die Zusage zur Teilnahme war ganz spontan»

Für Sara Ernst war die Zusage zur Teilnahme an den Berufsmeisterschaften eine sehr spontane, wie die 18-Jährige erklärt. «Ich hatte zusammen mit einer Freundin das beste Abschlusszeugnis in der Branche Detailhandel Bäckerei/Confiserie und wurde kurz darauf von den Organisatoren der Berufsmeisterschaft angefragt, ob ich mitmachen wolle.» Innerhalb eines Tages habe sie sich entscheiden müssen.

Elf Konkurrenten kämpfen um den Sieg

In Sara Ernsts Kategorie nehmen insgesamt zwölf Personen Teil. Ihre Mitstreiter kennt sie bisher nur von einem Teamtag. «Es gibt nochmals ein zweites Treffen und danach sehe ich sie alle an den Meisterschaften wieder», sagt die Schlieremerin.

Die Swiss Skills würden ähnlich wie die praktische Lehrabschlussprüfung ablaufen. Innerhalb von sieben Stunden bewerteten die Juroren die Arbeit vom einzelnen Praliné zum fertigen Päckchen. «Ich muss viereckige, rechteckige und konische Päckchen und Glasteller zum Thema Herbst präsentieren», so Ernst. Die Preisschildchen und die Tafel für die Produkte müsse sie auch selber schreiben, zusätzlich gebe es noch eine Überraschungsaufgabe.
Momentan sei sie mitten in der Übungsphase, vor allem am Tafelschreiben müsse sie noch feilen. «Ich bin froh, dass mir das Material von meinem Lehrbetrieb zur Verfügung gestellt wird», so Ernst.

Im August hat Ernst offiziell die Lehre bei der Beck Keller AG in Zürich abgeschlossen. Im September hat sie die Rekrutenschule beim Militär begonnen. «Ich möchte später gerne einmal zur Kantonspolizei gehen», sagt Sara Ernst.

Die Kauffrau Aurora Moura aus Dietikon. Eigentlich war sich Aurora Moura sicher: «Ich dachte, dass die KV-Berufe nicht an den Berufsmeisterschaften mitmachen können.» Der Grund: «Wir können keine grosse Show bieten», sagt die 19-Jährige. Doch sie sollte sich täuschen. Kurz darauf erhielt sie ein E-Mail, das auf einen Infoabend für Interessenten hinwies. Sie besuchte die Veranstaltung zusammen mit ihrer Lehrmeisterin und merkte, dass sie alle Anforderungen — einen guten Notendurchschnitt und eine gute Beurteilung vom Betrieb, Festo AG in Dietikon — erfüllte. «Ich entschloss mich dazu, mich zu bewerben, da es ein schönes Pilotprojekt und gleichzeitig eine gute Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung ist», so Moura. Tatsächlich wurde sie mit vier anderen Bewerbern zum Casting eingeladen, wo sie hauptsächlich Präsentationen halten musste. Am Ende des Tages gehörte die Dietikerin zu den vier Vertretern des Kantons Zürich im Bereich Kaufmann/-frau Dienstleistung und Administration. Über die genaue Aufgabenstellung sei bis jetzt noch nicht viel bekannt, sagt Moura. «Ich weiss nur, dass unser Auftraggeber Chicco D’Oro sein wird und wir eine Selbstmarketingpräsentation halten und verschiedene Beratungsaufgaben erledigen werden.» Deshalb könne sie sich nicht wirklich vorbereiten, ausser auf die Präsentation. Dort sieht sie auch die grössten Herausforderungen, da sie vor allen Zuschauern und einer Fachjury sprechen wird. «Je nachdem wie viele Leute dort sind, werde ich sicher ziemlich nervös sein», sagt Moura.

Die Kauffrau Aurora Moura aus Dietikon. Eigentlich war sich Aurora Moura sicher: «Ich dachte, dass die KV-Berufe nicht an den Berufsmeisterschaften mitmachen können.» Der Grund: «Wir können keine grosse Show bieten», sagt die 19-Jährige. Doch sie sollte sich täuschen. Kurz darauf erhielt sie ein E-Mail, das auf einen Infoabend für Interessenten hinwies. Sie besuchte die Veranstaltung zusammen mit ihrer Lehrmeisterin und merkte, dass sie alle Anforderungen — einen guten Notendurchschnitt und eine gute Beurteilung vom Betrieb, Festo AG in Dietikon — erfüllte. «Ich entschloss mich dazu, mich zu bewerben, da es ein schönes Pilotprojekt und gleichzeitig eine gute Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung ist», so Moura. Tatsächlich wurde sie mit vier anderen Bewerbern zum Casting eingeladen, wo sie hauptsächlich Präsentationen halten musste. Am Ende des Tages gehörte die Dietikerin zu den vier Vertretern des Kantons Zürich im Bereich Kaufmann/-frau Dienstleistung und Administration. Über die genaue Aufgabenstellung sei bis jetzt noch nicht viel bekannt, sagt Moura. «Ich weiss nur, dass unser Auftraggeber Chicco D’Oro sein wird und wir eine Selbstmarketingpräsentation halten und verschiedene Beratungsaufgaben erledigen werden.» Deshalb könne sie sich nicht wirklich vorbereiten, ausser auf die Präsentation. Dort sieht sie auch die grössten Herausforderungen, da sie vor allen Zuschauern und einer Fachjury sprechen wird. «Je nachdem wie viele Leute dort sind, werde ich sicher ziemlich nervös sein», sagt Moura.

Carolin Teufelberger

«Eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen»

Eigentlich war sich Aurora Moura sicher: «Ich dachte, dass die KV-Berufe nicht an den Berufsmeisterschaften mitmachen können.» Der Grund: «Wir können keine grosse Show bieten», sagt die 19-Jährige. Doch sie sollte sich täuschen. Kurz darauf erhielt sie ein E-Mail, das auf einen Infoabend für Interessenten hinwies. Sie besuchte die Veranstaltung zusammen mit ihrer Lehrmeisterin und merkte, dass sie alle Anforderungen — einen guten Notendurchschnitt und eine gute Beurteilung vom Betrieb, Festo AG in Dietikon — erfüllte. «Ich entschloss mich dazu, mich zu bewerben, da es ein schönes Pilotprojekt und gleichzeitig eine gute Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung ist», so Moura.

Tatsächlich wurde sie mit vier anderen Bewerbern zum Casting eingeladen, wo sie hauptsächlich Präsentationen halten musste. Am Ende des Tages gehörte die Dietikerin zu den vier Vertretern des Kantons Zürich im Bereich Kaufmann/-frau Dienstleistung und Administration.

Viel Aufgaben sind noch unklar

Über die genaue Aufgabenstellung sei bis jetzt noch nicht viel bekannt, sagt Moura. «Ich weiss nur, dass unser Auftraggeber Chicco D’Oro sein wird und wir eine Selbstmarketingpräsentation halten und verschiedene Beratungsaufgaben erledigen werden.» Deshalb könne sie sich nicht wirklich vorbereiten, ausser auf die Präsentation. Dort sieht sie auch die grössten Herausforderungen, da sie vor allen Zuschauern und einer Fachjury sprechen wird. «Je nachdem wie viele Leute dort sind, werde ich sicher ziemlich nervös sein», sagt Moura.

Die Velomechanikerin Selina Giacomini aus Dietikon.

Die Velomechanikerin Selina Giacomini aus Dietikon.

Anina Gepp

«Ich freue mich auf die neue Herausforderug in Bern»

Als Selina Giacominis Berufsschullehrer fragte, wer aus der Klasse gerne bei den Berufsmeisterschaften in Bern teilnehmen wolle, schwiegen alle. Erst im Nachhinein, als er nochmals bei Giacomini nachhakte, sagte die Dietikerin zu. «Ich konnte mir gar nicht richtig vorstellen, worum es an dieser Meisterschaft geht», sagt sie. Heute weiss die Fahrradmechanikerin: Sie wird ein Vorder- und Hinterrad aufbauen, Federungen montieren und Bremsen einstellen müssen.

Erfahrung durch den Bike-Klub

Damit sich Selina Giacomini optimal auf die verschiedenen Disziplinen vorbereiten kann, durfte sie Anfang August für ein paar Tage in einem grösseren Betrieb arbeiten. Dort lernte sie hauptsächlich, Federungen zu revidieren. Ihr Lehrbetrieb, der Bike Shop Chlösterli in Urdorf, erledigt diese Arbeit, wie die meisten kleineren Fachhändler heutzutage, nicht selbst. «Ich fühle mich jetzt viel besser vorbereitet und habe viele neue Dinge gelernt», so die 18-jährige Dietikerin.

Mit Velos kennt sich Giacomini schon seit ihrer Kindheit aus und auch der Wettkampf ist für sie nichts Neues. Jahrelang hat sie an kantonalen und nationalen Meisterschaften in der Mountainbike-Disziplin Cross-Country teilgenommen.

Im Vordergrund stehe an den Swiss Skills in Bern für sie aber trotzdem nicht das Gewinnen, so Giacomini. «Ich freue mich, diese Herausforderung angehen zu können und an einem solch grossen Event mitzuwirken.» Die Dietikerin wird sich an den Meisterschaften Bern gegen acht weitere Konkurrenten behaupten müssen.

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