Bergdietikon
Gemeindeversammlung stimmt über Neuorganisation der Spitex ab

Der Bergdietiker Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung, dass diese die neue Leistungsvereinbarung mit der Spitex Spreitenbach-Killwangen genehmigt.

David Egger
Drucken
Teilen
Der Gemeinderat (Jean-Claude Rebetez, Françoise Oklé, Ralf Dörig, Urs Emch und Paul Monn) betrachtet den Beitritt zur Regiospitex Limmattal aufgrund regulatorischer Vorgaben als «unmöglich».

Der Gemeinderat (Jean-Claude Rebetez, Françoise Oklé, Ralf Dörig, Urs Emch und Paul Monn) betrachtet den Beitritt zur Regiospitex Limmattal aufgrund regulatorischer Vorgaben als «unmöglich».

zvg

Morgen stimmt die Bergdietiker Gemeindeversammlung über die Neuorganisation der Spitex im Dorf ab. Konkret beantragt der Gemeinderat, einen Leistungsvertrag zwischen dem Spitex-Verein Spreitenbach-Killwangen und der Gemeinde Bergdietikon zu genehmigen. Dieser soll per 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Hintergrund: Ab 1992 gab es die Spitex Bergdietikon als eigene Organisation. Ab 2013 arbeitete Bergdietikon mit der Spitex Mutschellen zusammen, die auch die Gemeinden Rudolfstetten-Friedlisberg, Widen, Berikon und Oberwil-Lieli umfasst. Die Spitex Mutschellen soll nun aber mit den drei Spitex­organisationen Bremgarten, Kelleramt und Niederwil/Fischbach-Göslikon zur Spitex Mutschellen-Reusstal fusioniert werden, um so den erhöhten Ansprüchen gerecht zu werden.

Gleichzeitig entfernt sich diese Spitex geografisch noch weiter von Bergdietikon. Die Mitgliedsgemeinden der zukünftigen Spitex Mutschellen-Reusstal sind alle Teil der Regionalplanungsgruppe Mutschellen-Reusstal-Kelleramt – aus dieser ist Bergdietikon per 2017 ausgetreten, um sich auf den Regionalplanungsverband der Region Baden zu konzentrieren.

Kosten sollen sinken

Die geografische und politische Nähe zur Spitexorganisation Spreitenbach-Killwangen sprechen aus Gemeinderatssicht für einen Anschluss Bergdietikons an die Spitex Spreitenbach-Killwangen. Dank der Neuausrichtung sollen überdies die Kosten für die Hilfe und Pflege zuhause künftig tiefer ausfallen.

Der Bergdietiker Gemeinderat hatte auch einen Beitritt zur Regiospitex Limmattal – diese umfasst Dietikon, Urdorf und Schlieren – als «naheliegend und sinnvoll» angesehen. Die getätigten Abklärungen hätten aber gezeigt, dass dies wegen der Kantonsgrenze, namentlich wegen der differenzierten Abrechnungs- und Subventionssysteme sowie der regulatorischen Vorgaben, «unmöglich» wäre.

Auch Budget und Schulsozialarbeit stehen auf der Agenda

Auch über das Budget 2022 entscheidet die Gemeindeversammlung morgen Donnerstag. Der Steuerfuss soll bei 84 Prozent bleiben. Es resultiert ein Aufwandüberschuss von 1,1 Millionen Franken. In einem weiteren Traktandum wird über die Besoldung der Gemeinderatsmitglieder abgestimmt, aber es ist der Status quo beantragt.

Weiter stimmt die Gemeindeversammlung über die Schulsozialarbeit ab. Bisher war diese in die Strukturen der Gemeinde eingebunden; es besteht ein Pensum von 35 Stellenprozent. Neu will der Gemeinderat eine Leistungsvereinbarung mit dem Badener Verein «BZBplus» abschliessen, der 2017 aus der Fusion des Vereins Beratungszentrum Bezirk Baden und dem Verein Beratungplus entstanden war. Im Zuge der Neuausrichtung soll das für die Schulsozialarbeit in Bergdietikon eingesetzte Stellenpensum von 35 auf 45 Prozent erhöht werden.

Abgeklärt wurde auch eine Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit der Gemeinde Spreitenbach. Fazit: Die Spreitenbacher Schulsozialarbeit ist bereits stark ausgelastet und es müssten zuerst neue Strukturen geschaffen werden, um Bergdietikon einbinden zu können. Die Leistungsvereinbarung mit «BZBplus» ist also der einfachere Weg.

Weiter stehen mehrere Kredite für das Gebiet Gyrhaldenstrasse/Klosterstrasse an, hier geht es um die Strassenerschliessung, den Neubau beziehungsweise die Sanierung der Trinkwasserleitung, den Neubau der Sauberwasserleitung und die Sanierung und den Neubau der Abwasserleitung. Alles zusammen kostet rund 1,7 Millionen Franken.

Die komplette Schulpflege verabschiedet sich

In drei Traktanden geht es um die Einbürgerung von total sieben Personen: fünf deutsche und eine italienische Staatsangehörige sowie eine russisch-italienische Doppelbürgerin.

Zu Beginn der Versammlung wird der Gemeinderat den Kurzfilm zeigen, den Jugendliche im Sommer 2020 im Rahmen des Projekts «Kinder- und Jugendpartizipation» im Zuge der Revision der Bau- und Nutzungsordnung erstellt hatten.

Zum Ende der Versammlung werden dann mehrere Behördenmitglieder verabschiedet. Neben Gemeinderat Jean-Claude Rebetez (FDP) und mehreren Kommissions- sowie Wahlbüromitgliedern wird insbesondere die komplette Schulpflege verabschiedet. Dies hat den Hintergrund, dass im Aargau per 2022 die Schulpflegen abgeschafft werden. Diese neue Führungsstruktur der Volksschule hatte das Aargauer Volk 2020 beschlossen.

Aktuelle Nachrichten