Bevölkerungsumfrage

Bergdietikon: Am meisten Sorgen bereitet das Alter

Der Grossteil der Bevölkerung lebt sehr gerne in Bergdietikon. Doch das knappe Angebot an Altersheimplätzen beschäftigt viele.

Der Grossteil der Bevölkerung lebt sehr gerne in Bergdietikon. Doch das knappe Angebot an Altersheimplätzen beschäftigt viele.

Die Bergdietiker sind zufrieden mit ihrer Gemeinde – doch da und dort drückt der Schuh. Als problematisch erscheint insbesondere die begrenzte Anzahl an Altersheimplätzen.

Die Bergdietikerinnen und Bergdietiker fühlen sich sicher in ihrer Wohngemeinde und schätzen vor allem Natur und Erholungsmöglichkeiten. Weniger zufrieden sind sie mit dem Angebot an Läden und Kulturellem.

Dies sind Erkenntnisse aus einer kürzlich durchgeführten Bevölkerungsumfrage. Alle Einwohnerinnen und Einwohner im Alter ab 16 Jahren bekamen Ende letztes Jahr die Gelegenheit, sich daran zu beteiligen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Bergdietiker Gemeinderat versucht, der Bevölkerung den Puls zu nehmen. Bereits im Jahr 2010 wurde eine Umfrage durchgeführt – mit genau den gleichen Fragen wie dieses Mal. Die Konstanz sei sehr wichtig, sagt Gemeinderat Urs Emch (SVP): «Solche Umfragen nützen natürlich viel mehr, wenn man sie regelmässig durchführt und die Resultate vergleichen kann.»

Er sehe das Ganze als ein Werkzeug an, das die Gemeinde weiterbringe. Man müsse konstant versuchen, sich zu verbessern.

Speziell freue ihn, so Emch, dass die Bevölkerung nicht nur generell zufrieden scheine, sondern dass die Zufriedenheit im Vergleich zur letzten Umfrage sogar noch zugenommen habe. Auf dem Index der Lebensqualität erreichte die Gemeinde diesmal 79 von 100 möglichen Punkten; bei der letzten Umfrage waren es 78.

Durchschnittlich erreichen die acht Gemeinden, welche an der Umfrage teilgenommen haben (siehe auch Kasten), einen Wert von
77 Punkten.

Zufrieden mit Behörden

Aber auch in individuellen Bereichen hat sich Bergdietikon vielerorts verbessert: So gibt die Bevölkerung der Gemeinde deutlich bessere Noten für die Sorge, die der Natur und Umwelt getragen wird (plus 7,3 Indexpunkte) und die weitsichtige Planung und Entwicklung (plus 6,7 Punkte). Auch die Qualität der öffentlichen Schulen hat sich demnach verbessert (plus 5,2 Punkte).

Eine schöne Bestätigung sei für ihn vor allem auch, sagt Emch, dass die Arbeit von Behörden und Verwaltung geschätzt werde. Hier schneidet Bergdietikon (65 Punkte) besser ab als vor vier Jahren (63 Punkte) und besser als der Durchschnitt der anderen Gemeinden (62 Punkte).

Das Gleiche gilt für den Bereich Information, wo die Gemeinde mit 76 Punkten besser abschneidet als bei der letzten Umfrage und als der Durchschnitt der anderen Gemeinden (je 73 Punkte). Emch führt das unter anderem darauf zurück, dass die Gemeinde ihre Website erneuert, die Bergdietiker Zeitung neu lanciert und die Verwaltung kundenfreundlicher gemacht habe.

Zudem sei der Gemeinderat seiner Meinung nach generell transparenter und offener geworden – so zum Beispiel an Gemeindeversammlungen, findet Emch. Für ihn sei dies auch eine «Bestätigung, dass der Gemeinderat nicht an der Bevölkerung vorbei politisiere», sagt Gemeindeschreiber Patrick Geissmann.

Schlechter als vor vier Jahren stufen die Befragten die Einkaufsmöglichkeiten ein (minus 4,5 Punkte). Etwas weniger positiv ist zudem die Antwort auf die Frage «Fühlen Sie sich wohl und zu Hause in der Gemeinde?» ausgefallen (minus 1,7 Punkte).

Den grössten Handlungsbedarf ortet der Gemeinderat klar im Bereich Altwerden. Hier schneidet Bergdietikon mit 66 Punkten schlechter ab als vor vier Jahren und fällt auch gegenüber den anderen Gemeinden ab. Für Emch ist das nicht überraschend: «Wir wissen, dass wir hier unbedingt etwas tun müssen.»

Die Gemeinde habe viel zu wenig Altersheimplätze und Alterswohnungen. Viele Senioren müssten Bergdietikon deshalb verlassen. Er bekomme immer wieder die gleiche Rückmeldung, sagt Emch: «Die Leute sagen, ich will doch im Alter dortbleiben können, wo meine Freunde und Bekannten sind.» Jedoch sei man ja daran, mit dem geplanten Alterszentrum etwas auf die Beine zu stellen.

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