Bergdietikon
Bergdietiker ebnen Weg für Überbauung des Gebiets «Rai»

Die Bergdietiker sprechen sich für das Wachstum ihrer Gemeinde aus. An der Gemeindeversammlung genehmigen sie die Umzonung eines 32'500 m² Hanggebiets in eine Wohnzone.

Tobias Hänni
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Das Hanggebiet «Rai» in Bergdietikon wurde an der Gemeindeversammlung in eine Wohnzone überführt.

Das Hanggebiet «Rai» in Bergdietikon wurde an der Gemeindeversammlung in eine Wohnzone überführt.

Limmattaler Zeitung

Es herrschte fast schon Dorffest-Stimmung an der gestrigen Gemeindeversammlung in Bergdietikon: 165 Stimmberechtigte waren der Einladung in das Festzelt beim Gemeindehaus gefolgt. 12 Geschäfte waren traktandiert, wobei das wichtigste, die Umzonung des Landes Rai, erst am Schluss zur Abstimmung kam.

Zu Beginn der Versammlung konnte der Gemeinderat den Bürgern mit der Jahresrechnung 2014 ein «Bombenresultat» präsentieren. Dank steuerlichen Mehreinnahmen — hauptsächlich wegen nachträglich gezahlter Gewinnsteuern — weist die Rechnung einen Überschuss von rund 3,5 Millionen Franken auf. Deshalb am Steuerfuss zu schrauben, davon riet Gemeindeammann Gerhart Isler ab. Anstehende Investitionen sollten nicht durch Schulden, sondern aus eigener Kraft finanziert werden. Die «Gmeind» segnete die Jahresrechnung ab.

Ebenfalls wurden Schlussabrechnungen für diverse Bauprojekte im Bereich der Wasserversorgung und der Entwässerung durchgewunken. Die Stimmberechtigten hatten auch über drei neue Kredite zu befinden: So sollen die Risse auf den Gemeindestrassen saniert werden, die Sanierung des Schulhauses 2 projektiert sowie verschiedene Leitungen, die Entwässerung und die Beleuchtung an der Schönenbergstrasse erneuert oder erweitert werden. Auch diese Geschäfte wurden von der Gemeindeversammlung kommentarlos genehmigt.

Zu zahlreichen Voten führte jedoch die vom Gemeinderat empfohlene Umzonung des knapp 33'000 m2 grossen Gebiets «Rai», das zwischen dem oberen und dem unteren Teil Bergdietikons liegt. Einer der Bürger äusserte Bedenken, die Gemeinde werde mit «riesigen Überbauungen» im «Rai» seinen ländlichen Charakter verlieren. Ein anderer sah mit Flachbauten am Hang das Dorfbild in Gefahr. Gemeindeammann Isler versuchte, die Bedenken zu zerstreuen: «Mit der Umzonung wird noch keine Überbauung bewilligt.»

Zudem sei Bergdietikon eine der am wenigsten dicht besiedelten Gemeinden im Kanton. Ganz konnte Isler an der Gemeindeversammlung die Skepsis an der Umzonung allerdings nicht beseitigen: Das Geschäft wurde zwar mit 89 Ja-Stimmen deutlich angenommen, 58 Anwesende lehnten die Umzonung aber ab. Über das Geschäft ist noch nicht abschliessend entschieden: Weil an der Gemeindeversammlung weniger als ein Fünftel aller Bergdietiker Stimmberechtigten anwesend waren, untersteht der Entscheid, wie alle anderen Beschlüsse der Versammlung, dem fakultativen Referendum.