Ohne Übung wird das nichts. Das gilt nicht nur für die Einmal-im-Jahr-Schützen, sondern auch für diejenigen, die Schiessen als Sport betreiben. Schliesslich will man sich beim Eidgenössischen Feldschiessen vom 9. bis 11. Juni von seiner treffsichersten Seite zeigen. Daher konnten die Bergdietiker Schützen am vergangenen Freitag bei einem Vorschiessen in Berikon sich schon mal «aufwärmen».

Das grösste Schützenfest der Welt, kann auf eine 130 Jahre lange Tradition zurückblicken. Seit 1926 beteiligen sich alle Kantone am Feldschiessen, seit 1940 wird es im jährlichen Turnus durchgeführt. In puncto Teilnehmerzahl verkünden die Organisatoren einen Aufwärtstrend. Für dieses Jahr werden schweizweit über 130 000 Teilnehmer erwartet.

Im Rahmen des Vorschiessens übten ausser den Bergdietiker Schützen auch die Kameraden aus Berikon, Remetschwil und Rudolfstetten im Schützenhaus Zelgrank. Dabei waren alle Generationen vertreten. Neben älteren Semestern traten auch mehrere junge Schützen an. Neuerdings darf schon ab 15 Jahren mit dem Sturmgewehr geschossen werden. Im mit Siegeskränzen reich geschmückten Schützenhaus konnte man sich vor dem Schuss ein Bier gönnen. Kameradschaft wird in den Schützenvereinen grossgeschrieben, die Stimmung war heiter und gesellig. Dabei war auch Gelegenheit, die Schützen nach ihrer Begeisterung für das Feldschiessen zu befragen.

Was fasziniert Sie am Eidgenössischen Feldschiessen?

Florian Märki, 38, Rudolfstetten

«Mich fasziniert die das Fokussieren, das bei diesem Sport so ausschlaggebend ist. Erfolgreiche Schüsse bedingen einen Tunnelblick nur auf das Ziel hin, alles andere muss ausgeblendet werden. Dazu kommt der Ablauf vor dem Schiessen, der immer wieder repetiert und optimiert werden muss.»

Florian Märki, 38, Rudolfstetten

Florian Märki, 38, Rudolfstetten

Beatrice Bischof, 50, Berikon, mit dem «Schützenhund» Bob

«Es macht Spass und bleibt immer eine Herausforderung. Ich habe unterdessen auch meinen Mann zum Mitmachen bewegt. So hat sich zwischen uns ein interessanter Wettbewerb entwickelt. Er wird zwar besser, aber meistens gewinne immer noch ich.»

Beatrice Bischof, 50, Berikon, mit dem «Schützenhund» Bob

Beatrice Bischof, 50, Berikon, mit dem «Schützenhund» Bob

Christina Eicher, 30, Baden

«Schiessen hat vor allem mit der mentalen Komponente zu tun. Es fordert ein konstantes Aufrechterhalten der Konzentration. Mich fasziniert auch das Drumherum. Man kommt auf einen neuen Stand und muss sich sofort zurechtfinden. Schon der erste Schuss muss sitzen.»

Christina Eicher, 30, Baden

Christina Eicher, 30, Baden

Philippe Märki, 15, Niederdorf

«Ich finde es cool, den Umgang mit dem Gewehr in echt zu lernen, statt nur vor dem Computerbildschirm zu hocken und virtuell zu schiessen. Mich fasziniert die Konzentration auf jeden einzelnen Schuss. Ausserdem gefällt mir die Kameradschaft, die hier im Schützenverein gepflegt wird.»

Philippe Märki, 15, Niederdorf

Philippe Märki, 15, Niederdorf

Cédric Groth, 24, Berikon

«Ich war in der Rekrutenschule schon beim zweiten Schiessen der Beste. Als ich aus dem Militär ausschied, hatte ich Lust, damit weiterzumachen, und trat daher einem Schützenverein bei. Feldschiessen ist für mich absolut ein mentales Training. Es hat nichts zu tun mit Rambos und mit Rumballern.»

Cédric Groth, 24, Berikon

Cédric Groth, 24, Berikon