Sie rissen sich die Trikots vom Leib, stellten sich stolz vor die voll besetzte Tribüne, ballten die Fäuste und jubelten ausgelassen. Die F1-Junioren des FC Dietikon erinnerten mit ihren Gesten ein bisschen an die Profis der grossen Fussballvereine, die Stars, die nach einem Sieg in einem Endspiel ihrer Freude jeweils freien Lauf lassen.

Dass sich die Dietiker an diesem Samstagabend in der Schlieremer Sporthalle Unterrohr so überschwänglich freuten, war verständlich. Schliesslich hatten sie soeben den Final bei den F1-Junioren mit 1:0 gewonnen – und das ausgerechnet gegen den Lokalrivalen FC Schlieren. «Wenn man ein Turnier im Limmattal gewinnt, ist das ein ganz besonderes Gefühl», sagte Slaven Matan, der die Siegermannschaft seit Sommer trainiert.

Wie besonders, merkte man auch während des Spiels: Schon beim frühen Dietiker Führungstor durch Tindaro David Pipito wurde es sehr laut in der Halle. Und obwohl danach keine Tore mehr fielen, blieb die dramatische Partie emotional. Ein Schlieremer wurde nach einem Zweikampf vom Schiedsrichter zum Zuschauen gezwungen. Auch Matan gab seinen Schützlingen von der Coachingzone aus immer wieder lautstark Anweisungen. «Ich bin ein aktiver Trainer», meinte er dazu und schmunzelte.

Dass Matan sich nicht mit dem zweiten Platz zufriedengeben wollte, war wenig überraschend. Schliesslich hatten er und seine Spieler schon am Bolliger-Cup den Titel geholt. «Das Heimturnier zu gewinnen, ist noch eine Stufe besser», gab er zu. «So gesehen hatte ich erwartet, dass wir weit kommen würden, aber man weiss das im Vorfeld halt nie.» Das Wichtigste sei ohnehin nicht der Sieg, sondern dass die Spieler am Ende des Tages ein Lächeln im Gesicht hätten.

Lücken im Teilnehmerfeld

Die F1-Junioren aus Dietikon hatten sich gegen sechs Konkurrenten in der F1-Kategorie durchgesetzt. Eigentlich hätten sich zehn Mannschaften anmelden können. Damit war das Teilnehmerfeld zwar nicht voll, doch immerhin konnte das F1-Turnier planmässig ausgetragen werden. Andere Kategorien hingegen wurden mangels teilnehmender Mannschaften gleich zusammengelegt. «Das Problem in diesem Jahr war, dass an diesem Wochenende mehrere Turniere gleichzeitig stattfanden», sagte Giuseppe Menta vom Organisationskomitee. «Daher hatten wir weniger Anmeldungen als sonst.»

Immerhin konnten die Verantwortlichen für den Sonntagnachmittag, an dem eigentlich die einzelnen G-Kategorien hätten spielen sollen, kurzfristig improvisieren und ein Kategorie-B-Turnier organisieren. «Wenn sich diese Kategorie bewährt, ist es durchaus möglich, dass wir sie im nächsten Jahr weiterführen», so Menta.

Weiterführen will man auf jeden Fall auch die Kategorie U13, die als Zuschauermagnet gilt, in der dieses Jahr aber nur fünf Mannschaften teilnahmen. Grund dafür sei, dass die U13-Nachwuchskicker eine gewisse Zeit lang trainiert haben müssten, um mitspielen zu dürfen, so Menta: «Und so waren in diesem Jahr Topvereine wie der FC Basel nicht dabei.» Im Hinblick auf nächstes Jahr möchte Menta aber unbedingt das Teilnehmerfeld bei der U13 füllen.

Obwohl der Bellini-Cup in diesem Jahr nicht ausgebucht war, nahmen am Schlieremer Traditionsturnier mehr Mannschaften teil als noch 2017, nämlich rund 100. Die dank der Tatsache, dass man gegenüber vergangenem Jahr in zwei Kategorien mehr spielte. So waren erstmals auch die E-Juniorinnen mit von der Partie. Mehr Kategorien für Mädchen seien allerdings nicht geplant. Geplant ist dafür laut Menta, dass man sich mit den Organisatoren der anderen Turniere über die Spieltermine abspricht.