Das Kellerfest in Oetwil hat eine lang bewährte Tradition, und trotzdem ist es nicht jedes Jahr das Gleiche. Schliesslich wäre es kaum denkbar, dass beim ersten Fest – vor genau 43 Jahren – ein Handyweitwurf stattgefunden hätte: «Wir geben uns Mühe, dass es jedes Jahr etwas Neues gibt, worüber sich Jung und Alt freuen können», sagt OK-Präsident Rolf Meier, der gerade neben der Ziellinie als Schiedsrichter für das Handywerfen zuständig ist, das dieses Jahr zum zweiten Mal in Folge stattfindet. «19,6 Meter», teilt er seinen Kollegen in lauter Stimme mit, nachdem sich ein kleiner Knabe nach seinem Wurf stolz von der Ziellinie zurück zu seinen Freunden begibt.

Das Handywerfen sei für jedermann, sagt der OK-Präsident: «Alle können mitmachen, deswegen haben wir auch drei Kategorien. Männer, Frauen und Kinder». Dabei werfen die Männer am weitesten, für den Weltrekord von 101,46 Metern hat es aber noch nicht gereicht: «Wir sind momentan etwas über der Hälfte», erzählt der 58-Jährige und lacht, als gerade ein Handy in der Hecke neben der alten Landstrasse stecken bleibt – und das sei kein Einzelfall: «Wir sind danach schon ein bisschen damit beschäftigt, die Handys da wieder rauszufischen.»

Allerdings handle es sich dabei nicht um funktionstüchtige Smartphones, sondern um sogenannte «Dummies». Diese werden von der Handy-Firma Auratel aus Geroldswil zur Verfügung gestellt: «Das sind nur Muster unseres Sponsors, mit echten wäre es zu gefährlich», entwarnt Meier. Vermutlich auch zu teuer, denn das Mitmachen kostet die Besucher nichts.

Strategie bewährt sich

Das Handy dürfen die Teilnehmer für ihren Wurf selber aussuchen. Natascha Kanitz entscheidet sich für ein besonderes Modell: «Ich hatte dieses Natel, deswegen kenne ich es gut», sagt die Oetwilerin und lacht. Sie achte vor allem drauf, dass das Handy an allen Kanten gleich schwer sei. Und tatsächlich, mit 28,20 Metern liegt die 26-Jährige bei den Frauen in Führung: «Das freut mich natürlich sehr. Man kann mal ohne schlechtes Gewissen werfen, das macht wirklich Spass», fügt sie noch hinzu.

Spass wurde den Besuchern an jeder Ecke des Kellerfests garantiert. Kinderflohmärkte und Schminkecken für die Kleinen, Örgelimusik und Bierzelte für die Grossen: «Neu ist dieses Jahr auch das Schauschwingen», erzählt OK-Präsident Meier stolz.

Dieses sei, wie das Handywerfen, ein Magnet für Jung und Alt. «Trotz Knabenschiessen und Schlieremer Oktoberfest, dank unserem vielseitigen Angebot, haben wir auch dieses Jahr zahlreiche Besucher», ergänzt der 58-Jährige abschliessend, und fügt noch hinzu, dass dies bestimmt auch am tollen Wetter liegen könnte.