Adventskränze
Beliebt sind Kränze in Grün und Rot - Advent wird traditionell gefeiert

Blumengeschäfte aus der Region sind sich einig: Neumodische Kreationen bleiben die Ausnahme.

Florentina Spahr (Text und Fotos)
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Die drei Frauen der «Blumen Oase»: v.l.n.r. Patrizia Frei, Caroline Grunder und Sandra Bopp
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Kranz des Geschäfts «Blumenprinz».
Adventskränze
Michaela Leiser des Geschäfts «Blumenprinz».
Adventskranz des «Blumenprinz».
Ein Kranz vom «Blumenprinz».
Ein Adventskranz vom «Blumenprinz».

Die drei Frauen der «Blumen Oase»: v.l.n.r. Patrizia Frei, Caroline Grunder und Sandra Bopp

Florentina Spahr

Ein festlich geschmücktes Zuhause trägt bei vielen Familien dazu bei, sich im Dezember auf das Weihnachtsfest einstimmen. Im christlichen Glauben dient die Adventszeit als Vorbereitung, um die Geburt Jesu zu feiern. Doch auch viele weniger gläubige Menschen richten ihr Heim weihnachtlich ein, die Tradition geht weit über den Glauben hinaus. Eine zentrale Rolle beim vorweihnachtlichen Schmücken spielt der Adventskranz, der aus einem schön dekorierten Wohnzimmer kaum mehr wegzudenken ist.

Kunst und Mode sind stark geprägt von Trends, die aktuelle Verkaufsschlager entscheidend beeinflussen. Wie ein Blick in die Blumengeschäfte der Region zeigt, trifft dieses Phänomen bei Adventskränzen hingegen gar nicht zu. «Traditionell ist und bleibt der Trend», erzählt Meisterfloristin Myrta Frohofer vom Blumengeschäft «VierJahresZeiten» in Unterengstringen. Viele hätten gerne etwas Traditionelles, das sie an ihre Kindheit erinnere, Geborgenheit gäbe und Weihnachtsstimmung aufkommen lasse. Frohofer sieht es als Aufgabe der Floristen und Floristinnen, diese Gefühle mit ihren Gestecken hervorzulocken. Sehr beliebt bei den Kunden des «VierJahresZeiten» seien Adventskränze in warmen Farben, also Grün und Rot, verziert mit Nüssen und Zapfen, sagt Frohofer.

Kranz des Geschäfts «Blumenprinz».

Kranz des Geschäfts «Blumenprinz».

Florentina Spahr

Länglich Kreationen statt Kranz

Dem stimmt auch Caroline Grunder von der «Blumen Oase» in Oetwil zu. «Wir verkaufen hauptsächlich traditionelle Kränze», sagt sie. Natürlich würden sie auch alle Kundenwünsche erfüllen, aber diese seien meist eher konventionell. Kränze, die mit weissen Kerzen und weissem Schmuck verziert sind, verkaufen sich im Blumenladen am besten. «Warme Farbtöne, etwa Orange oder Rot, sind ebenfalls sehr beliebt», sagt Grunder. Neben Adventskränzen komme es immer öfter vor, dass Kunden sich ein längliches Gesteck wünschen. «Aber Adventskränze sind immer noch beliebter.»

Auch Michaela Leiser vom Blumengeschäft «blumenprinz» erlebt die steigende Beliebtheit längliches Gestecke. «Immer mehr Menschen besitzen Sideboards oder lange Tische, das macht längliche Arrangements attraktiver.», erklärt sie. In ihrem Laden findet man vielfältige Kränze: von traditionell rot-grünen über rosafarbenen bis hin zu Variationen mit nur einer grossen Kerze in der Mitte. «Ich habe für jeden Geschmack etwas hier», sagt Leiser. Auch ganz trockene Kränze ohne frisches Grünmaterial befinden sich in der Auswahl. «Die Traditionellen verkaufen sich etwas besser», so Leiser, «aber ich will auch einen Kranz im Angebot haben für jemanden, der blau bevorzugt.»

Adventskranz des «Blumenprinz».

Adventskranz des «Blumenprinz».

Florentina Spahr

Woher kommt der Kranz?

In den meisten Heimen findet man in der Vorweihnachtszeit einen Adventskranz, doch das Wissen über seine Herkunft ist weniger weit verbreitet. Das Wort «Advent» stammt vom lateinischen Begriff «adventus» ab und bedeutet «Ankunft» – ein Bezug auf die im Christentum an Weihnachten gefeierte Geburt Jesu. Der Brauch, in der Adventszeit einen Kranz mit Kerzen aufzustellen ist allerdings noch relativ jung.

1839 kam der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern auf die Idee. Der Hamburger betreute damals in einem Bauernhaus vor der Stadt verwahrloste Kinder, denen er die Wartezeit auf Weihnachten verschönern wollte. Also nahm er ein hölzernes Wagenrad und steckte vier grosse weisse und 24 kleine rote Kerzen darauf. Jeden Abend durfte ein Kind eine Kerze anzünden, die weissen waren für Sonntage und die roten Kerzen für Wochentage bestimmt. Am letzten Sonntag vor Heiligabend brannten dann alle Kerzen. Mit der Zeit fand dieser Brauch auch Anklang bei der katholischen Kirche. In Köln wurde 1925 erstmals ein Kranz in einem Gotteshaus aufgehängt. Doch weil die meisten Bürger in ihren Wohnungen nicht genügen Platz zur Verfügung hatten, entwickelte sich aus dem grossen Rad mit der Zeit der traditionelle Kranz mit nur vier Kerzen.