2020 gibt Elio Frapolli das Präsidium der Vereinigung Zentrum Dietikon (VZD) ab. Schon seit der Gründung 2001 hat er sich als Vorstandsmitglied engagiert. 2013 übernahm er das Präsidium. Auch weitere Vorstandsmitglieder werden 2020 zurücktreten, wie Frapolli an der Generalversammlung in seinem Hotel Sommerau Ticino am Dienstagabend erklärte.

Bereits aus dem Vorstand verabschiedet wurde Rosmarie Frehsner. Die im Zentrum wohnhafte Alt-Kantonsrätin war von Anfang an VZD-Mitglied und seit 2013 auch im Vorstand. «Sie war ein Bindeglied zur Politik, sass für uns in verschiedenen Kommissionen und war immer auch eine kritische Stimme gegenüber uns», lobte Frapolli ihre Verdienste.

Nicht nur personell bricht eine neue Ära an. Die Vereinigung Zentrum will sich wieder auf das Zentrum konzentrieren, also auf das Gebiet zwischen Stadthaus und Bahnhof beziehungsweise zwischen Trio-Areal und RWD-Hochhaus. Noch nicht lange her ist es, dass die Vereinigung ihren Wirkungsraum erweiterte. So kam letztes Jahr zu den anderen Märkten der Zentrumsvereinigung neu der Fiirabigmärt auf dem Rapidplatz im Limmatfeld hinzu, den Sabine Billeter, die Geschäftsleiterin der Zentrumsvereinigung, mit grossem Einsatz auf die Beine stellte. Der damalige Stadtpräsident Otto Müller (FDP) und der damalige städtische Standortförderer Michael Seiler hatten die Zentrumsvereinigung darum gebeten, diesen Fiirabigmärt zu lancieren, zusätzlich zu Frühlingsmarkt, Herbstmarkt, Weihnachtsmarkt und Frischmarkt.

Neue Organisation der Märkte

Mit dem neuen Stadtpräsidenten Roger Bachmann (SVP) und dem neuen Standortförderer Adrian Ebenberger hätten nun neue Konzepte Einzug gehalten, erklärte Frapolli. Im Januar informierte die Stadt die Vereinigung darüber, dass sie die Unterstützungsbeiträge für diese Märkte so nicht mehr spreche. In mehreren Sitzungen wurde dann definiert, wie es weitergeht. Das Fazit: 2019 wird zum Übergangsjahr für die Zentrumsvereinigung. Sie sucht neue Personen für die neue Ära und organisiert in der Person von Sabine Billeter ein letztes Mal den Frühlings-, den Herbst- und den Weihnachtsmarkt für die Stadt. Danach wird die Standortförderung der Stadt die Organisation übernehmen. Ähnlich sieht es aus bei den Frischmärkten: Diese führt schon seit Januar 2019 die Stadt durch.

Kein Geld mehr für Geschäftsstelle

Ab 2020 konzentriert sich die Zentrumsvereinigung auf die Betreuung ihrer Mitglieder. Das Budget besteht dann noch aus den Mitgliederbeiträgen, Werbeeinnahmen, und Sponsoring. Der Beitrag der Stadt Dietikon von rund 40 000 Franken fällt weg. Auch die Anstellung einer Geschäftsführerin wird darum nicht mehr möglich sein. Zudem könnte voraussichtlich auch der Vorstand verkleinert werden.

Gleichzeitig wird die Standortförderung der Stadt Dietikon, deren Budget auf dieses Jahr hin um rund 30 Prozent gekürzt wurde, eine zusätzliche 60-Prozent-Stelle schaffen, wie es hiess. Frapolli hätte sich gewünscht, dass sie mit Sabine Billeter besetzt wird, damit Dietikon auf ihr Know-how setzen kann.

Im Streit mit der Stadt liegt die Zentrumsvereinigung aber nicht. «Es gibt keine Animositäten. Wir haben alles ausdiskutiert», erklärte Frapolli. Und er sagte weiter: «Der Pessimist beschwert sich über den Wind, der Optimist erwartet, dass er sich ändert, der Realist richtet seine Segel aus.» Also nicht klagen, sondern das Neue wagen. Auch nach 2020 könnte die Zentrumsvereinigung noch Beiträge erhalten, und zwar wenn sie von der Stadt definierte Projekte umsetzt.

Hoffen auf Investitionen

Stadtpräsident Roger Bachmann hielt in seiner Ansprache fest, dass die Stadt nicht der Totengräber der Zentrumsvereinigung sei und sich weiterhin zu dieser bekenne. «Wir brauchen eine Organisation, die die Interessen der Geschäfte im Zentrum vertritt und ein Sprachrohr für diese ist.» Nun habe man aber eine Auslegeordnung gemacht und die Standort- und Wirtschaftsförderung gestärkt. «Das Zentrum ist für uns das wichtigste Quartier», so Bachmann. Der städtische Standortförderer soll künftig im Vorstand der Zentrumsvereinigung sitzen. «Wir sind überzeugt, dass wir gute Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten haben, gerade mit der Limmattalbahn», führte Bachmann weiter aus. Der Schlüssel zum Erfolg im Zentrum seien die Grundeigentümer. Es sei ein grosses Anliegen der Stadt, diese davon zu überzeugen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um zu investieren, so Bachmann. Davon werde das Gewerbe profitieren.

Eine Idee davon, was man im Dietiker Zentrum machen könnte, erhält man in Uster, erklärte Frapolli. Sandra Hausmann, Geschäftsführerin des Vereins Herzkern Uster, hielt an der Generalversammlung ein spannendes Referat.

Wer im Zentrum kauft, profitiert

Auch die Limmattalbahn beschäftigt die Zentrumsvereinigung. Zumal im Herbst die Baustelle kommt. Passend dazu gibt es im Dietiker Zentrum eine Gutschein-Aktion. Die Gutscheine werden nicht etwa in die Briefkästen verteilt. Sondern: Wer in einem Geschäft im Zentrum einkauft, erhält Gutscheine für andere Geschäfte im Zentrum. «Wir gehen damit die Kunden an, die schon hier sind», erklärte Billeter.

Weiter ist eine Karte in Planung, auf der die Zentrumsgeschäfte eingezeichnet sind und weitere Informationen geboten werden, zum Beispiel zu Sport- und Kulturangeboten. Zudem soll im Mai der «Dietiker City-Guide» erscheinen. Geschäfte können sich darin gegen Bezahlung eintragen lassen oder ebenfalls mit Gutscheinen die Kundschaft ansprechen.

Ebenfalls eine Neuerung gibt es bei der Revisionsstelle des Vereins. Bisher war hierfür Jan Denecke von der Dietiker Wobu-Treuhandgesellschaft zuständig. Er gibt das Amt ab, neuer Revisor wird Markus Kaufmann.

Billeter erklärte weiter, dass es das Ziel sei, von den aktuell 115 Mitgliedern wieder auf 130 zu kommen. An der Generalversammlung waren rund 25 Mitglieder und über ein Dutzend Gäste anwesend, darunter zum Beispiel mehrere Gemeinderäte und Stefan Schmucki als Vertreter des Gewerbevereins Dietikon.

Auch neue Anlässe hält das Dietiker Zentrum bereit: Im Juni gibt es ein Streetfood-Festival. Und auch ein Oktoberfest ist angedacht.