Nicolas Gitonga kniete hinter dem Tor von United Toggenburg Bazenheid auf dem Boden, starrte gegen die Wand und schüttelte den Kopf. Er hatte soeben eine Grosschance für Unihockey Limmattal vergeben. Knapp hatte er das Tor mit seinem Schuss verfehlt. Eine Szene, wie sie oft vorkam am Samstagabend.

Auch deshalb blieb es lange spannend in der Turnhalle der Gewerblichen Berufsschule in Niederuzwil. Zwar waren die Limmattaler durch Marco Ramseyer nach vier Minuten bereits in Führung gegangen, doch Christoph Abderhalden konnte in der 13. Minute nach einem Fehler in der Limmattaler Defensive ausgleichen. Beim 1:1 blieb es bis zum Ende des Drittels. Trotz der Überlegenheit der Limmattaler gegen den Tabellenletzten.

Im zweiten Drittel konnten die Gäste dann ein erstes Mal in Überzahl agieren, als Jonas Bruhin für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Im Powerplay kamen die Limmattaler zwar wiederum zu Abschlüssen, doch ein Tor konnten sie nicht erzielen. Nach Ablauf der Strafe hatten sie gar Glück, dass sie nicht in Rückstand gerieten: Goalie Stefan Plüss machte eine Grosschance von Philip Gygax, der alleine aufs Limmattaler Tor laufen konnte, reflexartig zunichte.

Dann musste mit Yannick Zwirner erstmals auch ein Limmattaler für zwei Minuten aussetzen. Doch die Limmattaler standen gut im Boxplay. So fielen im Mitteldrittel keine weiteren Tore mehr.

Zu Beginn des letzten Drittels kam United gleich zur nächsten Überzahlsituation. Diesmal hatte es Michael Möbus erwischt. Wer nun erwartete, die Hausherren hätten aus dem letzten Powerplay gelernt, sah sich getäuscht. Die Limmattaler wehrten sich geschickt und überstanden auch diese Phase ohne Gegentreffer.

Plötzlich wurde es turbulent

Mittlerweile war die Partie äusserst zäh geworden. Dann ein Pass von Dario Küng vors United-Tor, Valentin Ladner zog direkt ab und traf genau in die Ecke zum 2:1 für die Limmattaler. Endlich wieder ein Tor. Wie lange es wohl bis zum nächsten Treffer dauern würde?
Nicht lange. 40 Sekunden später kam Louis Pfau in Abschlussposition und schoss den Ball via Pfosten ins United-Tor zum 3:1 für Limmattal. Und nun wurde diese Partie doch noch turbulent. Erst sass Gitonga eine Strafe ab, die gegen die Limmattaler wegen eines Wechselfehlers ausgesprochen worden war. Überzahl also wieder mal für United und die Chance, wieder ins Spiel zurückgekommen. Doch das Gegenteil traf ein: 18 Sekunden vor Ende der Strafe spielte Andris Ladner seinen Bruder Valentin an, und dieser traf zum 4:1 für die Limmattaler.

Die restlichen Sekunden Unterzahl überstanden die Gäste schadlos. Kurz nach Ablauf der Strafe traf aber Michael Schwizer mit einem Distanzschuss für United zum 2:4. Und dann, drei Minuten vor Ende, verkürzte Andreas Zwicker auf 3:4. Nur noch ein Tor Rückstand für die Toggenburger.

Diese kamen nochmals zu einer Überzahlsituation. Zwei Minuten vor der Schlusssirene musste Pietro Luraschi auf die Strafbank. United riskierte jetzt alles und nahm kurz darauf seinen Torhüter raus. Zu sechst versuchten die Hausherren, den Ausgleich doch noch zu erzwingen. Doch zu einer richtig guten Torchance kamen sie nicht mehr.

Limmattal bleibt auf Rang 4

«Wir haben unsere Chancen nicht genutzt», sagte Nicolas Gitonga nach der Partie. «Sonst wäre es am Schluss nicht noch spannend geworden. Auch mit den beiden Strafen am Ende haben wir uns selber Probleme gemacht.» Allerdings habe United auch gut gespielt: «Sie waren äusserst giftig, diese Spielweise kam uns nicht entgegen.» Zudem habe man sich vielleicht zu sicher gefühlt. «Wir haben mehr Ballbesitz gehabt», so Gitonga. «Aber wir sind drei-, viermal in einen Konter gelaufen.» Am Ende habe man aber die Pflicht erfüllt.

Mit dem Sieg gegen United haben die Limmattaler zum Abschluss des Jahres ihre Serie ausgebaut und jetzt vier Spiele in Serie gewonnen. Damit haben sie sich mit ihrer letzten Partie dieses Jahres auf Rang 4 festgesetzt und endgültig den Tritt gefunden, nachdem sie zu Beginn der Saison von fünf Spielen drei verloren hatten. Herausfordernd war die Saison bisher auch für Gitonga. Der Stürmer war lange verletzt gewesen. Als er zurückkehrte, wurde er als Verteidiger eingesetzt, zum ersten Mal in seiner Karriere. «Ich spiele dort, wo ich gebraucht werde», sagte er. «Aber ich finde es eigentlich noch cool, als Verteidiger zu spielen. Mal etwas Neues.»

Nun dürfen sich Gitonga und seine Teamkollegen erst einmal erholen. Am 5. Januar geht es für sie weiter. Dann empfangen sie die Vipers Innerschwyz.