Heinz Illi, seit diesem Jahr kontrolliert die Stadtpolizei Dietikon das Gastgewerbe regelmässiger. Warum?

Heinz Illi: Die Stadtpolizei hat schon immer solche Kontrollen gemacht. Jetzt wurde die Regelmässigkeit erhöht. Das hat damit zu tun, was man so hört, von der Front, aus anderen Ämtern oder von der Bevölkerung. Zum Beispiel wenn es mehr Lärmbeschwerden gibt. Wegen des warmen Sommers war 2018 mehr Betrieb in der Stadt. Dem muss sich die Polizei anpassen. Wir haben die Regelmässigkeit erhöht, um Präsenz zu markieren.

Wer hat das entschieden?

Polizeichef Rolf Wohlgemuth weiss bestens, was im Tagesgeschäft läuft. Zudem besprechen wir solche Einsätze in der wöchentlichen Abteilungssitzung. Je nach Bedarf gibt es zusätzliche Sitzungen. Die Kommunikation zwischen Polizei und Sicherheitsabteilung ist wichtig und funktioniert.

Kennen Sie denn alle 17 Mitarbeitenden der Stadtpolizei persönlich?

Ja, das ist mir wichtig. Ich gehe auch auch mal an die Rapporte oder mit auf Streife. Ich muss spüren, was die Polizei an der Front bewegt. So kann ich die Polizei besser unterstützen, zum Beispiel bei der Materialbeschaffung.

Wie regelmässig finden denn nun die Gastro-Kontrollen statt?

Das können wir nicht sagen. Wir wollen unberechenbar bleiben. Es soll überraschend sein. Denn wir wollen die Lokalitäten so antreffen, wie sie wirklich sind. Wir versuchen, regelmässig Stichproben zu machen. Angesichts der langen Öffnungszeiten solcher Lokale ist klar, dass es nur Stichproben sind.

Bei den Verstössen geht es mitunter um fehlende Jugendschutzkleber, Verstösse gegen das Rauchverbot und die Ausländergesetzgebung. Warum sind diese Kontrollen überhaupt wichtig?

Wenn einer keinen Jugendschutzkleber hat, dann ist es meistens so, dass er allgemein kein Interesse an der Umsetzung des Gesetzes hat. Wenn einer hingegen das macht, was das Gesetz vorschreibt, dann ist er ein Profi und macht seine Arbeit gut. Beim Jugendschutzkleber fängt es an. Macht er das nicht, macht er keinen sauberen Job. Das gilt letztlich für jedes Gewerbe. Es ist ja eine kleine Sache, einen Jugendschutzkleber zu montieren oder den Ausweis zu verlangen. Der Schutz der Jüngsten ist mir auch persönlich wichtig. Es sind gesetzliche Vorschriften, die wir hier umsetzen.

Auf Kontrolle stellt sich die Frage, ob überhaupt alle Gastgeber alle Regeln kennen.

Wer ein Lokal führt, muss wissen, um was es geht. Er muss seinen Job kennen, was die Verpflichtungen sind, was er machen muss und was er nicht darf. Sonst kann man nicht arbeiten. Bei uns ist es natürlich etwas schwierig, da es auch viele Ausländerlokale gibt. Wir laden daher, zwar nicht jährlich, aber sporadisch, wenn es bei den Wirtepatenten zu vielen Wechseln kommt, zu einem Kurs im Stadthaus ein. Viele folgen diesen Einladungen, andere melden sich nicht. Ein solcher Kurs kostet auch. Eigentlich ist es nicht die Aufgabe der Gemeinde. Jeder Gastgeber muss seine Pflichten kennen. Man kann in anderen Branchen auch keinen einstellen, der keine Ahnung hat.

Anderes Thema: Vor fünf Jahren begann die SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) der Stadt Zürich in Dietikon zu patrouillieren, insbesondere rund um den Bahnhof. 2018 löste die Dietiker Firma Outsec die SIP ab. Und 2019?

Wir werten die neue Zusammenarbeit aus und entscheiden bis im Frühling, wie es im Sommer 2019 weitergeht. Sowohl die SIP als auch die Outsec kamen gut mit den Leuten ins Gespräch. Wir haben das erreicht, was wir wollten, zum Beispiel die Durchsetzung der Nachtruhe.

Und welche Schwerpunkte sehen Sie allgemein für 2019 vor?

Für mich ist klar: Wir müssen weiterhin präsent sein. Die Polizeipräsenz will ich hoch halten, gerade rund um den Bahnhof, damit sich die Dietikerinnen und Dietiker auch in der Nacht wohlfühlen. Der Bahnhof ist nicht unsicher, sondern es geht um das Sicherheitsgefühl. Zudem gehen wir die Problematik lärmiger Autos wieder an. Das sind die beiden Themen, die das Volk massiv bewegen.