Oberengstringen
Beim Armbrustschiessen in Oberengstringen durfte jeder mal

Am Donnerstag und Freitag fand das alljährliche Volks- und Feuerwehrschiessen statt - das heisst Armbrustschiessen für Jedermann und -frau. Traditionell zahlreich vertreten waren die Feuerwehrleute des Limmattals.

Mojan Salehipour
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Volks- und Feuerwehrschiessen der Armbrustschützen Oberengstringen
9 Bilder
Am Schiessstand
Jeder durfte mal
Konzentration und Ruhe beim Schiessen
Ins Schwarze getroffen
Der Schiessstand
Präzisionssache
Wenige Sekunden vorm Auslösen
Der Schiessstand

Volks- und Feuerwehrschiessen der Armbrustschützen Oberengstringen

AZ

Im frisch renovierten Vereinshaus fühlt man sich wie in der komfortablen Gartenlaube von Freunden: Draussen steht ein Steingrill auf dem jemand Bratwürstchen über der Glut wendet, drinnen bietet das Haus mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und einer neuen Küche, alles was man zum entspannen braucht.

Konzentration, Präzision und Geduld

Durch eine Tür tritt man aus der wohnlichen Stube und befindet sich direkt am Schützenstand. Umrahmt von dichtem Grün und hohen Hecken, wirkt er eher wie ein geheimer Garten. Wer bei Armbrustschiessen gleich an Äpfel auf Köpfen und Wilhelm Tell denkt oder gar an mittelalterliche Schlachten, der kennt die Armbrust hauptsächlich als Waffe und weniger als Sportgerät. Dabei ist das Armbrustschiessen mehr Meditation als Kampf. Dieser Sport braucht Konzentration, Präzision, Geduld und Ruhe. Der Selbstversuch hat dies bestätigt.

Unter Anweisung erfahrener Mitglieder, wie Maria Curcio zum Beispiel, konnte man sich selber am Gerät versuchen und auf die Zielscheibe schiessen. Jede noch so feine Bewegung hat die anvisierte Ausrichtung verändert und die kleine Blase, in der Miniaturwasserwaage vorne, tanzen lassen. Wenn man dann aber im richtigen Moment auslöst und „ins Schwarze" trifft, weicht die Hochspannung der Freude.

Maria Curcio, eine von nicht gerade wenigen Frauen im Verein, ist schon lange dabei und schiesst auch bei Wettkämpfen. „Schon als Kind auf der Chilbi, habe ich mir gerne die Stofftiere selber geschossen." Leistung und Wettkampf, sind beim Armbrustschiessen unabdingbar. Der Ehrgeiz komme ganz von alleine.

Rückzugsort aus Alltags- und Berufsleben

Vor allem aber, sehen die Armbrustschützen Oberengstringen in ihrem Verein einen Rückzugsort aus dem Alltags- und Berufsleben, wie auch einen Treffpunkt. „Jeder hat seinen eigenen Schlüssel und kann kommen wann er will", erzählt Hans-Jörg Weibel, langjähriges Aktivmitglied. „Wenn ich für mich sein will und Ruhe brauche, dann komme ich zum Beispiel an einem Dienstag um sieben Uhr am Morgen." Wenn man Leute treffen will, kommt man Donnerstagabends.

Dann ist nämlich allgemeiner Trainingstag und auch eine Gelegenheit für Nicht-Mitglieder mal vorbeizuschauen. Nach Hans-Jörg Weibel gibt es zu wenige Neuzugänge. Gerade junge Leute könne man nur schwer für diese „Randsportart" gewinnen. Diego Pallaoro (15), jüngstes Mitglied beim ASO weiss auch wieso: „Das liegt einfach nicht im Trend. Besonders in Zürich. Da spielt man eher Fussball." Doch gerade eine Sportart wie das Armbrustschiessen, bei der trotz Hochspannung auch Entspannung und Ruhe gefordert sind, sei der ideale Ausgleich zum meist hektischen Alltag, der viele umgibt.