Dorffest
Bei Prachtswetter: Unterengstringen feiert seine 3500 Einwohner

Unter dem Motto «Mir werdet 3500» feierte die Gemeinde das ganze Wochenende sich selbst. Viele Leute, super Wetter und geniale Stimmung machen das Fest perfekt.

Christian Murer
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Unterengstringen feiert sein Bevölkerungswachstum: Abends gabs Konzerte, am Nachmittag traf man sich auf dem Markt.

Unterengstringen feiert sein Bevölkerungswachstum: Abends gabs Konzerte, am Nachmittag traf man sich auf dem Markt.

Christian Murer

Die Zahl 3500 bezieht sich nicht auf das Alter der Gemeinde, sondern auf die Einwohneranzahl, die im Sommer eine historische Marke knackte. So etwas muss gebührlich gefeiert werden, sagte man sich und veranstaltete ein grosses Dorffest, an dem das ganze Wochenende gefeiert wurde. Für Gemeindepräsident Peter Trombik hat sich der Aufwand gelohnt: «Es ist einfach alles perfekt — genau so, wie ein richtiges Fest sein muss.» So perfekt, dass er sich gar nicht für einen besonders gelungenen Teil entscheiden kann: «Für mich ist das ganze Fest ein Highlight: das super Wetter, die vielen Leute und die geniale Stimmung. Ich sehe nur fröhliche Gesichter», so Trombik.

Ein Höhepunkt war dann aber bestimmt der Auftritt der Liverpooler Band «The Cavern Beatles». Die vier Pilzköpfe schafften es innert kürzester Zeit, das Publikum im rappelvollen Festzelt von den Stühlen zu reissen. Akustisch kamen die Engländer authentisch daher, und auch optisch zeigten sie eine verblüffende Ähnlichkeit mit ihren legendären Vorbildern. Speziell an ihrem Auftritt war, dass nicht nur die Songs der ersten Beatles-LPs zu hören waren, sondern auch Stücke wie «Lucy in the Sky with Diamonds» oder «Let it Be». Denn die echten Beatles traten ab Sommer 1966 nie mehr live auf einer regulären Bühne auf. Für eingefleischte Beatles-Fans kam es deshalb im Festzelt einer traumhaften Entdeckung gleich, als ausgerechnet diese Songs dermassen gekonnt und so tief berührend plötzlich live erklangen.

Dieser Auftritt war aber bei weitem nicht die einzige musikalische Darbietung am Unterengstringer Dorffest. So glänzten die «Mezzo Singers» mit Popsongs, die Band «The Flashback» spielten Hard- und Poprock, Rapper Diego Maggi rief zu Toleranz auf und die «Wynavalley Oldtime Jazz Band» spielte auf dem Festplatz zum Dixie auf.

Umfrage: Seit wann wohnen Sie in Unterengstringen? Und wie beurteilen Sie die Entwicklung des Dorfs?

Susanne Kasapidis «Ich wohne seit meiner Geburt in Unterengstringen. Neun Jahre lang lebte ich in Weiningen, vor sieben Jahren kam ich zurück. Mir gefällt es hier sehr gut. Was sich in all den Jahren verändert hat, ist das Dorfbild. In den letzten zwölf Jahren wurde sehr viel überbaut. Es sind dabei auch schöne Quartiere entstanden. Auf der anderen Seite wird die Gemeinde infrastrukturell und finanziell mehr belastet. Dies ist für mich weniger positiv. Doch damit müssen wir eben leben.»
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Gudy Baur «Wir leben seit 1972 hier. Meine Familie hat abgesehen von einem siebenjährigen Aufenthalt in Salzburg die ganze Entwicklung der Gemeinde miterlebt. Ich muss schon sagen, dass sich Unterengstringen wahnsinnig gemacht hat. Als wir hierher kamen, war es noch ein Bauerndorf. Heute hat man wohl echt Mühe, noch Land zu finden. Ich finde die Entwicklung mit den Eigentums- und Mietwohnungen gut. Damit wird die Gemeinde mit jungen Familien belebt.»
Leo Zimmermann «Ich bin hier aufgewachsen und mit mir ist auch das Dorf gewachsen. Ich engagiere mich als Oboist bei der Jugendmusik rechtes Limmattal. Zudem betreibe ich im hiesigen Turnverein Sport. Ich denke, dass Unterengstringen eine gute Zukunft hat, denn das Dorf liegt nahe bei Zürich und es ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Trotzdem ist die Stimmung hier noch sehr familiär. Ich fühle mich hier sehr wohl und gut eingebettet.»
Bruno Hartmann «1952 bauten meine Eltern in Unterengstringen ein Haus. Zehn Jahre später zügelten wir nach Zürich, 1976 kam ich aber zurück ins Elternhaus, wo ich jetzt noch wohne. Ich bin mittlerweile auch Bürger von Unterengstringen, war aktiv als Vizekommandant bei der Feuerwehr und auch mal Präsident des bürgerlichen Gemeindevereins. Die Gemeinde hat sich in all den Jahren gewaltig entwickelt. So kannte man früher noch fast jeden im Dorf und grüsste ihn.»
Jürg Engeli «Als Gemeindeschreiber lebe ich schon 15 Jahre im Dorf. Seit dem Sommer 2000 wohne ich mit der Familie in Unterengstringen. Als ich hier anfing, hatten wir 2600 Einwohner, im Moment haben wir 3520. Der Zufall wollte es, dass vor einigen Jahren mehrere Grundstücke veräussert wurden und darauf Grossüberbauungen entstanden. Die Einwohnerzahl wird sich etwa um 4000 einpendeln, denn grössere Parzellen gibt es dann nicht mehr.»

Susanne Kasapidis «Ich wohne seit meiner Geburt in Unterengstringen. Neun Jahre lang lebte ich in Weiningen, vor sieben Jahren kam ich zurück. Mir gefällt es hier sehr gut. Was sich in all den Jahren verändert hat, ist das Dorfbild. In den letzten zwölf Jahren wurde sehr viel überbaut. Es sind dabei auch schöne Quartiere entstanden. Auf der anderen Seite wird die Gemeinde infrastrukturell und finanziell mehr belastet. Dies ist für mich weniger positiv. Doch damit müssen wir eben leben.»

Christian Murer