Dietikon
Bei Ortoloco entdecken die Städter ihren grünen Daumen

Der Trend zum Gärtnern in der Stadt und der Agglomeration – Urban Gardening genannt – hat mittlerweile auch das Limmattal erfasst. Davon zeugt die Erfolgsgeschichte der 2010 gegründeten Gartenkooperative «ortoloco».

Sina Albisetti/Sebastian Schanzer
Merken
Drucken
Teilen
Für die Teilnahme an zehn Aktionstagen erhalten die Genossenschafter im Rahmen eines Abonnements wöchentlich eine Ration frisches Gemüse.

Für die Teilnahme an zehn Aktionstagen erhalten die Genossenschafter im Rahmen eines Abonnements wöchentlich eine Ration frisches Gemüse.

Sina Albisetti

Auf einem vom Biohof Fondli gepachteten Feld baut sie Gemüse an, welches wöchentlich an Quartierdepots in Dietikon, Zürich und Urdorf ausgeliefert wird. Die Genossenschafter, die Gemüse im Abo erhalten, verpflichten sich, ein paar Mal pro Jahr auf dem Feld, beim Abpacken, der Auslieferung oder bei Aktionstagen mitzuhelfen. Dieses Wochenende war es wieder so weit. Am achten Aktionstag in dieser Saison gab es für die Mitglieder allerhand zu tun. Vier Stadtgärtner erzählen, was ihre Motivation ist, ihre Freizeit mit anderen auf einem Acker zu verbringen und dabei anstrengende Arbeit zu verrichten.

Michael Preindl

Michael Preindl "Bei jedem Aktionstag lerne ich wieder mehr dazu und profitiere von Know-how der Profis."

Michael Preindl "Bei jedem Aktionstag lerne ich wieder mehr dazu und profitiere von Know-how der Profis."

Limmattaler Zeitung

Doch Michael stört das nicht. «Bei jedem Aktionstag lerne ich wieder mehr dazu und profitiere von Know-how der Profis, deshalb macht es mir nichts aus mehr hinzugehen als meine Kollegen», sagt der Bauingenieur. Nur wenn er jäten muss, freut er sich nicht allzu sehr. Doch an diesem Tag hatte er Glück. Zu seinen Aufgaben gehörte das Schaufeln und Schubkarrenfahren. Und falls einmal nichts anderes ansteht, dann zupft er auch das Unkraut aus der Erde. Er sei eigentlich nicht allzu wählerisch.

Gabriel Eichenberger

Gabriel Eichenberg "Es ist toll, mit den unterschiedlichsten Menschen aus verschiedensten Generationen am gleichen Strick zu ziehen."

Gabriel Eichenberg "Es ist toll, mit den unterschiedlichsten Menschen aus verschiedensten Generationen am gleichen Strick zu ziehen."

Limmattaler Zeitung

Oft würden die Gespräche während siebenstündigen gemeinsamen Jätens auch sehr persönlich. So habe er bisher an jedem einzelnen Tag fünf bis zehn neue Gesichter und deren Persönlichkeit kennen gelernt. Möglich ist das nur, weil für die Mitglieder die Aktionstage keine Arbeitstage, sondern viel mehr ein Happening sind. «Die Atmosphäre ist total entspannt und alle sind gut drauf», sagt Gabriel, der sonst ein Altersheim in der Stadt Zürich leitet.

Karin Bachmann

Karin Bachmann "Auch wenn sich Jäten vielleicht langweilig anhört, geniesse ich es mit meinen Händen arbeiten zu können und dabei einfach einmal nichts überlegen zu müssen."

Karin Bachmann "Auch wenn sich Jäten vielleicht langweilig anhört, geniesse ich es mit meinen Händen arbeiten zu können und dabei einfach einmal nichts überlegen zu müssen."

Limmattaler Zeitung

Till Eichenberger

Till Eichenberger "Ich müsste das zwar nicht jeden Tag machen, aber eigentlich war es auch ganz cool."

Till Eichenberger "Ich müsste das zwar nicht jeden Tag machen, aber eigentlich war es auch ganz cool."

Limmattaler Zeitung