Urdorf
Bei der Gemeindeverwaltung rücken die Finanzprozesse in den Fokus

Auf der Gemeindeverwaltung wird zurzeit ein internes Kontrollsystem eingeführt. Dabei rücken die Finanzprozesse in den Fokus. Philip Mensch, Bereichsleiter der Finanzen, sagt, es gehe nicht darum die Abläufe neu zu erfinden.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
«Es geht nicht darum, diese Abläufe neu zu erfinden», sagt Philipp Mensch, Bereichsleiter Finanzen Urdorf

«Es geht nicht darum, diese Abläufe neu zu erfinden», sagt Philipp Mensch, Bereichsleiter Finanzen Urdorf

Limmattaler Zeitung

Heute wird jede Steuererklärung auf der Gemeinde Urdorf nach dem Vieraugenprinzip bearbeitet. Der Sachbearbeiter macht seine Einschätzung, die danach vom Steuersekretär punktuell überprüft wird. «Damit dieses einfache System tadellos funktioniert, muss beispielsweise irgendwo festgehalten werden, wie und wann der Sachbearbeiter das Dossier bearbeitet, damit es weitergegeben werden kann», sagt Philipp Mensch.

Genau diese Fragen stelle man sich bei der Erstellung eines internen Kontrollsystems (IKS), betont der Bereichsleiter Finanzen bei der Gemeinde Urdorf. Die Verwaltung ist nun auf Anraten des Gemeindeamtes des Kantons Zürich dabei, Prozesse zu dokumentieren. «Es geht nicht darum, diese Abläufe neu zu erfinden, sondern sich ihrer bewusst zu werden und sie im Anschluss auch zu hinterfragen», sagt Mensch weiter.

Sieben von 126 Prozessen

In einem ersten Schritt wurden die insgesamt 126 Prozesse in der Urdorfer Gemeindeverwaltung bewertet. Kriterien dabei waren deren Wichtigkeit und ihr potenzielles Schadenausmass. Die sieben risikoreichsten Abläufe werden derzeit dokumentiert, so auch der Ablauf bei der Beurteilung der Steuerveranlagung. «Alle sieben ausgewählten Prozesse haben mit Finanzen zu tun, da diese als Ertragsquellen äusserst wichtig sind und somit eine hohe Priorität geniessen», sagt Mensch weiter.

Kontrollsystem ist nichts Statisches

Die Kontrollprozesse hätten schon vorher stattgefunden, man würde sie nicht mit dem IKS einführen, sagt Mensch. «Neu ist, dass die Kontrollen nun schriftlich festgehalten werden». Das interne Kontrollsystem sei jedoch nichts Statisches. Wenn eingesetzt, müsse man es wegen der sich ständig verändernden Umwelt, immer wieder aktualisieren. «Risiken, die heute als marginal eingestuft werden, können morgen von entscheidender Bedeutung sein», sagt Mensch. So werden die Prozesse im dritten Quartal des kommenden Jahres bereits wieder neu evaluiert.