Schlieren

bei der Ausstellung von Mickry 3 darf jeder Sinn und Unsinn selber beigeben

Die Schlieremer Künstlerinnen Mickry3 wollen, dass beim Betrachten ihrer Installationen eigene Geschichten entstehen. ZVG

Die Schlieremer Künstlerinnen Mickry3 wollen, dass beim Betrachten ihrer Installationen eigene Geschichten entstehen. ZVG

Die drei Künstlerinnen von Mickry3 präsentieren im Zürcher Helmhaus ihre neusten Installationen, die im Atelier auf dem Schlieremer Gaswerkareal entstanden sind.

Nina von Meiss kämpft mit den Tränen, als sie den Ausstellungsraum im Zürcher Helmhaus betritt. Die fertige Installation der Kunst und die zahlreichen Besucher an der Vernissage zu sehen, rührt die Künstlerin. «Es ist so schön, nach dem ganzen Aufwand das Endergebnis sehen zu können», sagt sie und wischt sich die Augen.

Es ist keine Vernissage, bei der die Besucher still vor der Kunst stehen und konzentriert das Werk in den Fokus nehmen. Die Kunst von Mickry3 – das sind Nina von Meiss, Dominique Vigne und Christina Pfander, die ihr Atelier auf dem Schlieremer Gaswerkareal haben – regt zum Interpretieren und Diskutieren an. Vor jeder der Skulpturen versammelt sich eine ganze Schar Menschen und es entstehen lebhafte Gespräche. Jede Person sieht etwas ganz Eigenes in der Kunst der drei Frauen.

«Wir stecken viel Liebe rein»

Unter die kunstinteressierten Besucher mischen sich am Donnerstagabend auch die beiden Schriftstellerinnen Isolde Schaad und Beatrice Michel. «Ich bewundere, dass sie diese Kunst noch immer zu dritt schaffen», sagt Michel. «Keine der drei Künstlerinnen will sich in den Vordergrund drängen, wie das so oft sonst bei Künstlern zu sehen ist.» Die beiden Frauen begeistern sich schon seit Jahren für die Kunst von Mickry3. «Schon damals, als sie als Jugendliche Graffitikunst in Zürich sprayten, waren wir begeistert von ihnen. Wir bedauerten es jedes Mal, wenn ihre Kunst wieder übermalt wurde», so Michel.

Die Frauen von Mickry3 scheuen keinen Aufwand, sich und ihre Kunst immer wieder neu zu erfinden. «Wir stecken jeweils viel Liebe in unsere Installationen rein. Wir hoffen, dass dies den Betrachter zufrieden wieder Heimkehren lässt», sagt die Künstlerin Dominque Vigne. Die Installationen sind absichtlich so aufgebaut, dass der Betrachter das Gefühl hat, man kenne diese Geschichte eventuell schon. Die drei Künstlerinnen haben versucht, mit bedeutungsschwangeren Symbolen und Bilderrätseln den Betrachter auf verschiedene Fährten zu locken.

Ein wichtiger Aspekt bei den aktuellen Arbeiten ist der Blickwinkel, aus dem man die Skulpturen betrachtet. Gewisse Skulpturen haben fast die gleiche Vorderseite, sind aber in der Hälfte scharf geschnitten und haben verschiedene Rückseiten. Die Schnittfläche ist dabei jeweils verspiegelt. Durch diese verschieden gestalteten Seiten entstehen weitere Dimensionen und die Geschichte hinter den Skulpturen wird immer komplexer. «Wir möchten, dass unsere Installation beim Betrachten eigene Geschichten generiert und die Kreativität ankurbelt», sagt Vigne dazu. «Das Gute an unseren Installationen ist, dass sie noch niemand kennt, aber dass trotzdem schon genug Inhalt vorhanden ist, um sie mit eigenem Sinn, Unsinn, Tiefe und Humor zu füllen.»

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