Limmattal
Behindertengerechte Bushaltestellen: Bald können alle problemlos einsteigen

Bis 2023 müssen sämtliche Bushaltestellen behindertengerecht sein, die Gemeinden arbeiten daran.

Esther Laurencikova
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Esther Laurencikova

Der Bus hält, die Türen öffnen sich, doch nicht jeder Person fällt der Einstieg leicht. Menschen, die mit einer Behinderung leben, sind oft auf zusätzliche Hilfe des Fahrpersonals angewiesen. Das vom Bund erlassene Behindertengleichstellungsgesetz sieht jedoch vor, dass bis 2023 die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs für Mobilitätsbehinderte möglichst autonom nutzbar sein muss. Während die Infrastruktur der Limmattaler Bahnhöfe durch Sanierungsarbeiten bereits behindertengerecht ist, wie die SBB bestätigen, besteht bei den Bussen noch Nachholbedarf.

So wurde zwar in den Fahrzeugen des Zürcher Verkehrsbunds die Benutzerfreundlichkeit für Personen mit Hör- und Sehschwäche in Form von akustischen und optischen Reiseinformationen bereits verbessert. Allerdings müssen für Personen mit Gehbehinderungen jedoch andere Massnahmen umgesetzt werden. Am meisten Handlungsbedarf gibt es bei Bushaltestellen. Diese sollen bis 2023 mit höheren Haltekanten ausgestattet sein. Zudem kommen mehrheitlich niederflurige Busse zum Einsatz. Die Zuständigkeit und Finanzierung für den Umbau Bushaltestellen an Kommunalstrassen liegt im Verantwortungsbereich der Gemeinden. Für Haltestellen an Kantonsstrassen ist der Kanton zuständig. Im Limmattal werden die Massnahmen grundsätzlich im Rahmen von Strassensanierungen umgesetzt.

Schrittweise Sanierungen

So wurden in Dietikon letztes Jahr die Haltekanten der bestehenden Bushaltestelle Schützenstrasse während der Strassensanierung erhöht. Ebenso wurde bei der Neuanlegung der Bushaltestelle Pestalozzi die behindertengerechten Forderungen umgesetzt. Die neu entstandenen Bushaltestellen im Limmatfeld wurden gleich auf den gesetzeskonformen Standard gebracht. «Wenn dann das Projekt Limmattalbahn umgesetzt wird, kann es gut sein, dass neue Bushaltestellen entstehen oder alte wegfallen», sagt Andreas Petermann, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamts. «Bei den Bauarbeiten werden die Forderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes berücksichtigt.»

Ähnlich sieht es in Schlieren aus. «Bei Strassensanierungen werden wir auch den Umbau der Bushaltestellen in Angriff nehmen», sagt Hans-Ueli Hohl, Leiter Abteilung Bau und Planung. «Die von diesem Verfahren nicht betroffenen Bushaltestellen werden einzeln bis 2023 erneuert und werden im Rahmen der Investitionsplanung berücksichtigt», sagt Hohl. In Weiningen sind die Massnahmen für barrierefreie Haltestellen Teil eines Gemeindeprojekts in der Entstehungsphase. «Eine Umsetzung findet voraussichtlich in zwei, drei Jahren statt», sagt Joel Inniger, Abteilungsleiter Tiefbau und Werke. Auch in Bergdietikon ist man sich der Frist bis 2023 bewusst. «Wir sind am Projektieren», sagt Gian Marco Meier, Leiter der Abteilung Bau und Planung. Nach der Sanierung der Kantonsstrasse werden die nächsten Schritte in Angriff genommen.

Ähnlich ist die Lage in Unterengstringen. Die Anforderungen werden im Rahmen der Sanierungsarbeit an der Zürcherstrasse im nächsten Jahr umgesetzt. «Das Trottoir wird erhöht», sagt Simon Wirth, Hochbauvorstand in Unterengstringen. Auch in Geroldswil nimmt man sich der Bushaltestellen während Strassensanierungen an. «Die Umbauprojekte wurden darauf ausgerichtet, dass sämtliche Bushaltestellen bis 2023 gesetzeskonform sind», sagt Pietro Paladino, Abteilungsleiter Bau und Werke. In den nächsten zwei bis drei Jahren werde man zunächst die Limmattalstrasse und die Haltestellen im Zentrum sanieren, die Fahrweidstrasse in den nächsten drei bis fünf Jahren. «Wir werden die Deadline einhalten können», sagt Paladino. In Urdorf sind die Bushaltestellen im sanierten Abschnitt an der Birmensdorferstrasse sowie weitere vereinzelte Bushaltestellen bereits mobilitätsgerecht. «Bis ins Jahr 2023 werden voraussichtlich auch die restlichen kommunalen Bushaltestellen saniert», sagt Claudio Fiechter, Abteilungsleiter Werke. Auch in Oetwil wird die Frist eingehalten. «In Zusammenhang mit anderen Bauarbeiten an den Bushaltestellen werden wir die Forderungen umsetzen», sagt Werkvorstand Enrico Frei. Noch kein Sanierungsprojekt ist in Aesch in Planung. «Die Haltestelle Gemeindehaus entspricht derzeit nicht den Anforderungen der Barrierefreiheit», hält Claudia Trutmann, Gemeindeschreiberin von Aesch fest.

Provisorische Haltestellen

Speziell präsentiert sich die Situation in Oberengstringen. «Die barrierefreie Gestaltung der Bushaltestellen in Oberengstringen ist Angelegenheit des Kantons, da sich alle Haltestellen an der Kantonsstrasse Zürcherstrasse befinden. Die Gemeinde ist lediglich für das Bushäuschen zuständig», sagt Gemeindeschreiber Peter Menzi.

«In Uitikon werden die kommunalen Bushaltestellen im Rahmen von Strassensanierungen angepasst. Die Haltestellen der Kantonsstrassen Birmensdorferstrasse, der Stallikerstrasse und Teile der Zürcherstrasse liegen hingegen im Verantwortungsbereich des Kantons», sagt David Bodo, Leiter Tiefbau Uitikon.

In Birmensdorf wurden aufgrund zusätzlicher Buslinien sowie der Fahrplanumstellung Ende letzten Jahres provisorische Bushaltekanten beim Bahnhof geschaffen. «Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass diese Bushaltestellen mittelfristig baulich angepasst werden müssen», so Gemeindeschreiber Angelo Umberg. Unterhalb des Bahnhofs Birmensdorf sei eine Überbauung geplant. Im Zusammenhang mit der Gestaltung der dortigen Bushaltestellen werde der Gemeinderat zu gegebener Zeit einen Planungsauftrag für alle kommunalen Bushaltestellen erteilen, welcher auch die Bedingungen des Behindertengleichstellungsgesetzes berücksichtigt und fristgerecht umsetzt.