Limmattal

Beginn der Zeckensaison: Im Minimum die Hose drum

Vor Zecken kann man sich schützen (Symbolbild)

Vor Zecken kann man sich schützen (Symbolbild)

Das milde Wetter treibt nicht nur Verliebte aus ihren Löchern, sondern auch andere anhängliche Zeitgenossen: Zecken. Die Zeckensaison hat begonnen. Schutz vor übertragbaren Krankheiten bieten Impfungen, lange Hosen und eine feuchte Witterung.

Das milde Wetter treibt nicht nur Verliebte aus ihren Löchern, sondern auch andere anhängliche Zeitgenossen: Zecken. Vor allem jetzt, während der Vorsommermonate Mai und Juni, nisten sich die Tiere im Dickicht von Wald und Wiese ein, also, die Zecken. Wer nicht Gefahr laufen will, von ihnen gebissen zu werden, sollte sich im Freien entsprechend schützen (siehe Box). Denn die Tierchen können – ebenfalls Verliebten nicht unähnlich – sehr anhänglich werden. Vor allem beim Spaziergang durchs Gehölz können sie an Beinen und Armen hängen bleiben und sich festbeissen.

Antibiotika bei Gelenkerkrankung

Der Aderlass allein macht dem Menschen wenig. Gefährlich können Zecken werden, wenn sie Träger einer Krankheit sind. In der Schweiz sind vor allem zwei verbreitet: die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME).

Rund jede dritte Zecke kann die Lyme-Borreliose-Bakterien auf den Menschen übertragen. Doch nicht jeder, der gestochen wird, erkrankt auch tatsächlich: «Bei rund vier Prozent führt ein Infekt zu Hautrötungen. Schwerere Folgen wie Gelenkschmerzen treten nur bei 0,4 Prozent der Betroffenen auf», sagt Norbert Satz, Facharzt FMH für innere Medizin und bekannter Zeckenspezialist. Die Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden.

Bund empfiehlt Impfung

Die virale Krankheit FSME tritt seltener auf – laut Satz ist jede hundertste bis jede tausendste Zecke Träger des FSME-Virus. Zudem tritt das FSME-Virus im Gegensatz zur schweizweit verbreiteten Lyme-Borreliose nur lokal auf; allerdings gehört auch der ganze Kanton Zürich zum Gefahrengebiet.

«Die Zahlen von FSME und Lyme-Borreliose schwanken je nach Witterung», sagt Satz. Paradoxerweise kommt es bei feuchtem, Zecken-freundlichen Wetter zu weniger Erkrankungen – da die Leute sich weniger im Freien aufhalten. «Die Krankheit äussert sich durch Grippe-ähnliche Symptome und kann in
schweren Fällen zu einer Hirnhautentzündung führen», sagt Satz. Personen, die sich häufig im Grünen aufhalten, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) daher, sich gegen FSME impfen zu lassen. Ansonsten helfen lange Hosen oder Enthaltsamkeit – von der Natur.

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