Dietikon
«Begeistert von diesem Liederabend»

«Viva Napoli» – ein neapolitanischer Liederabend in memoriam Ugo Riccucci. Auf Einladung des Circolo Culturale «Sandro Pertini» wollten sich rund dreihundert Musikfreunde den neapolitanischen Liederabend nicht entgehen lassen.

Christian Murer
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Liederabend Dietikon
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 Das Quartett unter der musikalischen Leitung von Vincenzo Sorrentino überzeugte.
 Tenor Carmine de Domenico.
 Sopranistin Alessia Grimaldi, im Hintergrund Tenor Carmine de Domenico.

Liederabend Dietikon

Limmattaler Zeitung

Links der Bühne erstrahlt im Dietiker Gemeinderatssaal am Vorabend des dritten Advent der Weihnachtsbaum. Auf der Treppe brennen drei weisse Kerzen. Es ist kurz vor acht Uhr. Auf Einladung des Circolo Culturale «Sandro Pertini» wollen sich gegen dreihundert Musikfreunde den neapolitanischen Liederabend nicht entgehen lassen, der im Gedenken an das kürzlich verstorbene Vorstandsmitglied Ugo Riccucci stattfindet.

Beherzt greift Vincenzo Sorrentino für die ersten Takte von «Ich liebe dich über alles» in die Tasten. Dann betreten die Sopranistin Alessia Grimaldi und der Tenor Carmine de Domenico die Bühne. Begleitet werden sie vom Mandolinenspieler Gianluigi Speindeo. Elegant in Schwarz gekleidet präsentiert das Quartett abwechslungsweise einen bilderreichen, süditalienischen Liederreigen.

Hervorgegangen sind diese neapolitanischen Melodien durch die Mischung von klassischer Musik und älterer Volksweisen. Dominierende Instrumente der einprägsamen Tonkunst sind Gitarre oder Mandoline. Der Ausdruck der Empfindungen in den Liedertexten umfasst das gesamte menschliche Erlebnisspektrum, wobei melancholische Stimmungslagen überwiegen.

So träumt beispielsweise der Fischerjunge leidenschaftlich - unter anderem von einem kleinen Hund und einem tief liegenden Fenster. Im Land der Sonne hofft die kleine Marie, dass ihr Liebhaber nachts nicht weint und das undankbare Herz im Nachtgeflüster nach Sorrent zurückkehrt. Auch der verliebte Soldat gehört im zweiten Teil des Liederabends zu den wohlklingenden Gassenhauern und Ohrwürmern.

Damit erobern die vier gebürtigen Neapolitaner die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer, welche sie nach der vierten Zugabe mit lange anhaltenden Standing Ovations beglücken. Nicht umsonst hatte einst der legendäre Opernsänger Enrico Caruso scherzhaft bemerkt: «Eines Tages werde ich nach Neapel zurückkehren, weil es meine Heimat ist, die ich liebe. Aber nicht, um zu singen, sondern um Pizza zu essen.»

Für liebenswürdigen Menschen

Beim anschliessenden Apéro im Foyer des Stadthauses ist der Dietiker Rolf Steiner des Lobes voll: «Das war ein toller Abend - und zwar ganz im Sinne von Ugo Riccucci.» Für ihn sei die neapolitanische Welt halt schon eine ganz andere. Doch: «Ich finde es grossartig, dass es eben in Dietikon solche Momente gibt, wo diese Welt ermöglicht wird», so der SP-Kantonsrat, der für den kürzlich verstorbenen Ugo nur wohlwollende Worte findet. Der SBB-Arbeiter sei für ein unauffälliger, herzlicher und ein ganz und gar liebenswürdiger Mensch gewesen, der sich im Vorstand des Circolo Culturale verdient gemacht habe.

Auch dem gebürtigen Römer Claudio Ducci aus Kloten hat das Konzert sehr gut gefallen: «Ich schwärme für diese Lieder.» Und schliesslich sagte Heidi Ryser aus Urdorf: «Ich bin ganz begeistert von diesem Liederabend.» Beeindruckt habe sie die vier Musiker: «Sowohl die Sopranistin als auch der Tenor mit ihren bezaubernden Stimmen haben wirklich wunderbar gesungen.» Zum Pianisten und dem Mandolinenspieler meinte sie: «Sie waren einfach fantastisch. Mich hat dieser Abend wirklich beglückt.»