Dietikon
Bedingte Haftstrafe für IS-Sympathisant

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat einen in Dietikon wohnhaften Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von fünf Monaten bei zweijähriger Probezeit verurteilt, weil er Propaganda für den «Islamischen Staat» (IS) verbreitet haben soll.

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Vor Gericht erklärte der Angeklagte, wegen seiner früheren Ehefrau bis 2016 mit dem IS sympathisiert zu haben. (Symbolbild)

Vor Gericht erklärte der Angeklagte, wegen seiner früheren Ehefrau bis 2016 mit dem IS sympathisiert zu haben. (Symbolbild)

KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI

Die Bundesanwaltschaft hatte sechs Monate unbedingt gefordert. Das Gericht urteilte milder, weil der 28-Jährige ein Geständnis abgelegt sowie Reue gezeigt habe und nicht zu Gewalt neige, berichtete der «Tages-Anzeiger» am Donnerstag.

Vor Gericht verweigerte der Mann die Aussage zum Vorwurf, er habe zwischen 2012 und 2017 in sozialen Medien Propaganda für den «Islamischen Staat» verbreitet. Die Bundesanwaltschaft, die keinen Vertreter nach Bellinzona entsandt hatte, war laut Anklage der Ansicht, dass der Mann den «Islamischen Staat» in total acht Online-Beiträgen glorifiziert habe. Das Gericht folgte dieser Interpretation. Es machte aber eine Ausnahme, weil die Ermittler ein Youtube-Video nicht heruntergeladen hatten und dieses Bildmaterial darum physisch fehlte.

In Polizeiverhören hat der Sozialhilfeempfänger laut Gericht zugegeben, Bilder und Videos mit Gewaltdarstellungen auf seinem Handy abgespeichert zu haben und dass die inkriminierten Publikationen in sozialen Medien von ihm stammten. Für das Gericht handelte es sich deshalb ohne Zweifel um verbotene Terrorpropaganda.

Vor Gericht erklärte der Angeklagte, wegen seiner früheren Ehefrau bis 2016 mit dem IS sympathisiert zu haben. Nach 2016 sei dann ein Gesinnungswandel eingetreten. (flo)