Ein Quintett der Extraklasse genossen am Freitagabend Jazzfreunde aus Dietikon und Umgebung im Stadthaus. Auf höchstem musikalischem Niveau spielten der Trompeter Dusko Goykovich, Jürgen Seefelder am Tenorsax, Pianist Olaf Polziehn, Bassist Martin Gjakonovski und Vladimir Kostadinovic am Schlagzeug swingenden Mainstream-Jazz.

DIE EIGENTLICHEN STARS waren zwar der 82-jährige Trompeter Dusko Goykovich und der 22 Jahre jüngere Saxofonist Jürgen Seefelder. Doch sie hätten keineswegs derart brillieren können, wenn die drei Musiker am Piano, am Bass und am Schlagzeug nicht die gleichen Qualitäten gehabt hätten.

Die Lust, mit der das Quintett aufspielte, übertrug sich ebenso auf die Zuhörer. Mit ihrem melodisch-swingenden Repertoire eroberte die Jazzband im Nu die Herzen und Ohren des zahlreich erschienenen Publikums. Da gab es kaum einen Fuss, der nicht im Takt wippte.

Die fünf Interpreten waren musikalisch perfekt aufeinander abgestimmt. Am Flügel liess Olaf Polziehn seine Finger genauso flink auf den Tasten tanzen wie Martin Gjakonovski die Seinigen auf dem Steg des Kontrabasses. Sein grosses Können als Perkussionist demonstrierte ebenso Vladimir Kostadinovic, der mehrheitlich aus seinen Handgelenken die kompliziertesten Rhythmen hervorzauberte und so dem Schlagzeug eine prägnante Stimme gab.

IN DER TAT: Der 1931 im damaligen Jugoslawien geborene Trompeter und Flügelhornist Dusko Goykovich gehört ohne Zweifel zu den ganz Grossen in der europäischen Jazzszene. Lang ist die Liste der Musiker, mit denen er schon gespielt hat. Seine lebhaften und fantasievollen Interpretationen, sein unglaubliches Gefühl für den Swing, für die Harmonien und für den Rhythmus, sind kaum zu beschreiben – man muss sie einfach hören und vollends geniessen.

So gelingen Dusko Goykovich zarte Töne ebenso wie furiose Improvisationsteile. Seine perfekten Bebop-Linien und seine beseelten Balladen-Interpretationen brachten dem Interpreten viel Bewunderung ein.

Dieses zweite Konzert in Dietikon innerhalb eines Jahres mit dem Trompeter Dusko Goykovich, das Kultur Dietikon präsentierte, verdient gewiss eine Goldmedaille. Denn die Tonkünstler boten einmal mehr anspruchsvollen und doch eingängigen Jazz vom Feinsten  – ein Ohren- und Seelenschmaus zugleich.

SO SAGTE Marianne Fuhrer nach dem Konzert: «Mir haben die feinen Stücke, wie zum Beispiel die Balladen am Besten gefallen.» Sie finde diese harmonierenden Musiker einfach ganz toll. «Nebst dem Trompeter und dem Saxofonisten hat mich vor allem der Schlagzeuger Vladimir Kostadinovic sehr beeindruckt», so die Logopädin aus Dietikon.

Und Jazzfan Peter Müller aus Meilen ergänzte: «Für mich ist der Trompeter Dusko stets ein Erlebnis, obschon er schon 82-jährig ist.» Für ihn spiele er immer wieder neu, gleich gut oder sogar noch besser. «Seine ganz verschiedenen Klangbilder mit dem Flügelhorn, der Trompete mit und ohne Dämpfer, sind einfach einmalig schön», betonte Müller, «Dusko kann die hohen Töne spielen, ohne dass es einem in den Ohren wehtut.»