Birmensdorf
Beat Schmid aus Birmensdorf züchtet «Totleger»

Der 16-jährige Kleintierzüchter Beat Schmid zeigt seine Tiere an der Schau in der Reithalle Vogelsang. Schon als kleiner Knirps schloss er Freundschaft mit den schwarz-weiss gesprenkelten, gefiederten Kollegen.

Margret Stöcklin
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Beat Schmid züchtet spezielle Hühner. zvg

Beat Schmid züchtet spezielle Hühner. zvg

Limmattaler Zeitung

An der Kleintierschau in der Reithalle Vogelsang in Birmensdorf werden an diesem Wochenende Titel vergeben. Die Preisrichter küren die schönsten Tiere der angemeldeten Züchter. Bei den Rheinländerhühnern geht es um den Schweizer Meistertitel. Auch die kantonalen Kleintierzüchter küren ihre Sieger.

Ebenfalls zu Gast sind die Kleintierzüchter aus den Bezirken Baden, Brugg und Zurzach sowie die Fellnähgruppe Limmattal.

Grosse Hoffnungen machte sich Beat Schmid aus Birmensdorf. Er liess am Donnerstagabend sechs Jungtiere seiner im April 2011 geschlüpften, seltenen Westfälischen Totleger bewerten, welche er seit drei Jahren züchtet. Daneben hält der 16-Jährige noch Marans und Blaulohkaninchen. Aber Totleger liegen ihm besonders am Herzen, weil er damit aufgewachsen ist.

Schon als kleiner Knirps schloss er Freundschaft mit den schwarz-weiss gesprenkelten, gefiederten Kollegen. Aber leider nahm deren Bestand auf dem elterlichen Bauernhof zusehends ab, weil die Blutauffrischung schwierig ist. Denn: Den wenigen Exemplaren, die noch leben, fehlt die Brutlust gänzlich.

Die Rasse stammt ursprünglich aus dem deutschen Bundesland Westfalen und war wegen ihrer Wetterfestigkeit und der ungewöhnlich guten Legeleistung äusserst beliebt. Zu ihrer Anfangszeit galten die Hühner als Alltagsleger und produzierten täglich ein Ei. Sie legten sich also buchstäblich tot, was ihnen auch den charakteristischen Namen eintrug. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die ehemalige Traditionsrasse stark verdrängt. In der Schweiz sind derzeit nur noch zwei Züchter bekannt.

Im März 16 Bruteier ergattert

Auf der Suche nach guten Bruteiern wurde Beat Schmid bei Züchter Ernst Grob im Zürcher Oberland fündig, wo er im März 16 Eier ergatterte. Mittlerweile ist der alte Herr leider verstorben und der 16-Jährige konnte einen Hahn und zehn Hühner von Grob erben, mit denen er nunmehr weiter züchtet.

Seit August absolviert Schmid eine vierjährige landwirtschaftliche Lehre im aargauischen Freiamt. Jedes zweite Wochenende fährt er nach Hause, worauf er sich jeweils 14 Tage lang freut. Während seiner Abwesenheit betreuen sein älterer Bruder Mathias sowie Mutter Bernadette die heranwachsende Jungtierschar. Der tägliche Arbeitsaufwand liegt bei rund 30 Minuten, inklusive Füttern und Misten. Beat Schmid brachte seine sechs schönsten Exemplare persönlich zur Bewertung in die Reithalle in Birmensdorf.

Junger Züchter mit hohem Ziel

Natürlich machte er sich Hoffnungen auf möglichst viel Punkte. Mit 96 wäre er überglücklich, denn das Optimum sind 100 Punkte. Und die könne man kaum erreichen. Es käme halt sehr darauf an, wie ein Richter die Sache betrachte.

Wichtigste Kriterien seien der zweizeilige Kamm sowie die Farbreinheit von Schwarz und Weiss. Beim Hahn müssten Schulter, Rücken und Sattelbehang silberweiss und der Schwanz schwarz sein, mit angedeuteter Sprenkelung. Zudem spiele die Präsentation eine wesentliche Rolle. «Wenn ein Tier sich in der Ecke verkriecht, gibt es Abzüge. Ich hoffe, dass meine zwei Hähne und die vier Hennen alle Preisrichter neugierig angucken und so einen guten Eindruck hinterlassen. Sollte ich mein angestrebtes Ziel nicht erreichen, ist mir dies nur Ansporn. um besser zu werden», resümiert Beat Schmid.

Tatsächlich erhielten zwei Hühner und ein Hahn seiner «Totleger» die Punktzahlen 95,94 und 93.

Die 73. Vereinigungsausstellung Amt und Limmattal dauert noch bis morgen Sonntag.