Unfall
BDB-Unfall hat den Lokführer stark belastet

Nach dem Unfall der BDB in Dietikon machte sich der Lokführer grosse Sorgen um die leicht verletzte Velofahrerin. Es war nicht der erste Zugunfall an dieser Stelle. Das Bahnunternehmen verspricht: "Die Strecke wird sicherer."

David Egger
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S17-Unfall in Dietikon
7 Bilder
Beim Alterszentrum Ruggacker blieb der Unfallzug stehen
Die Ambulanz am Unfallort
Beim Unfallzug handelte es sich um eine S17 mit Werbeaufdruck des Spital Muris
Dieser Zug ist mit einer Velofahrerin kollidiert
Dieses Blumenbeet wurde vom Ambulanzwagen arg malträtiert
Die Pendler des nachfolgenden Zuges mussten von Dietikon-Stoffelbach zu Fuss nach Dietikon marschieren

S17-Unfall in Dietikon

David Egger

Drama am Dienstagmorgen in Dietikon: Um 7.30 Uhr kam es zu einem Personenunfall zwischen der Bremgarten-Dietikon-Bahn (BDB) und einer Velofahrerin. Zwischen den beiden BDB-Haltestellen Stoffelbach und Bergfrieden, kurz nach der Kreuzung Bremgartner-/Rüternstrasse, hat ein Zug eine 54-jährige Velofahrerin angefahren.

Wegen des Unfalls blieb der Zug beim Alters- und Gesundheitszentrum Ruggacker stehen, die nachfolgenden Züge fuhren nur bis Stoffelbach und kehrten dann um, zurück in den Aargau. Die Pendler mussten zu Fuss ins Dietiker Zentrum marschieren, weil vorerst keine Ersatzbusse aufgetrieben werden konnten.

Velofahrerin wurde ins Spital gebracht

Am Nachmittag gab die Kantonspolizei dann Entwarnung: Die Velofahrerin sei nur leicht verletzt, da sie von der Bahn nur leicht gestreift wurde. Die Mittfünfzigerin wurde mit Schürfungen und Prellungen ins Spital gebracht.

Der Unfallhergang: Die Dame stürzte mit ihrem Fahrrad, just bevor der Zug die Stelle passierte. Die Frau wurde nur leicht gestreift, weil sie glücklicherweise nicht direkt auf den Gleisen lag.

Ambulanz zerstört Blumenbeet

Zwei Kantonspolizisten und die Ambulanz waren schnell zur Stelle – die Ambulanz sogar so schnell, dass sie ein Blumenbeet am Rande der Kreuzung übersah und darüber hinwegfuhr. Zwei tiefe Furchen im Blumenbeet zeugen noch davon.

Die BDB kollidierte an dieser Kreuzung nicht zum ersten Mal mit einem anderen Fahrzeug. Im August 2011 übersah eine Autofahrerin den sich nähernden Zug, als sie aus der Rüternstrasse in die Bremgartnerstrasse einbog. Es entstand ein grosser Sachschaden.

Doppelgleis soll Sicherheit bringen

Die BDWM als Betreiberin der S17 stuft den Streckenteil ab der Kreuzung Bernstrasse bis nach Dietikon als ihren gefährlichsten Abschnitt ein. In Verbindung mit dem Bau der Limmattalbahn wird aber das Gleis von Stoffelbach bis zum Bahnhof auf Doppelspur ausgebaut. «So wird die Strecke markant sicherer», verspricht Walter Oettli, Leiter Bahninfrastruktur der BDWM.

Der gestrige Unfall habe den Lokführer stark belastet. «Er machte sich grosse Sorgen um die Velofahrerin, weil er nicht wusste, wie ihre Verletzungen waren. Unfälle mit Personenschäden sind immer ein extremes Ausnahmeereignis für unsere Lokführer», so Oettli.

Es ist wahrscheinlich, dass die Velofahrerin gestern wegen der winterlichen Verhältnisse stürzte. Der Schnee überraschte viele: Die Bremgarten-Dietikon-Bahn war schon vor dem Unfall sechs Minuten verspätet und auch anderswo kam es zu Unfällen.

Unfall auch auf der Autobahn

Am Morgen um 5 Uhr war ein Lieferwagen in Aesch in einen Selbstunfall verwickelt. Auch in Birmensdorf gab es einen Selbstunfall: Ein Personenwagen kollidierte mit einer Leitplanke. Sonst haben die Limmattaler gut aufgepasst im Schnee, es brach kein Chaos aus: Laut Kantonspolizei Zürich kam es zu keinen weiteren Unfällen im Bezirk Dietikon.