«Wir dürfen mit Fug und Recht behaupten, dass die Stadt Dietikon kein schlechterer Arbeitgeber ist als andere», sagte am Donnerstagabend der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) vor dem Gemeinderat. Aber auch der Stadtrat sieht Verbesserungspotenzial in Sachen Personalzufriedenheit. «Natürlich haben wir einige Baustellen, die wir in Angriff nehmen müssen», sagte Bachmann.

Für Gemeinderätin Kerstin Camenisch (SP) gibt es vor allem eine Massnahme, die besonders dringlich ergriffen werden muss, um die Personalzufriedenheit der Dietiker Stadtangestellten zu erhöhen: eine fünfte Ferienwoche.

Nachdem sich der Stadtrat in seiner Antwort auf ein entsprechendes Postulat von Camenisch noch vage gegeben hatte, liess Stadtpräsident Bachmann am Donnerstagabend im Gemeinderatssaal die Katze aus dem Sack: «Am Montag haben wir im Stadtrat entschieden, dass wir ab 1. Januar 2020 fünf Ferienwochen für das städtische Personal einführen wollen. Demnächst erhält Ihr den Stadtratsantrag», sagte er.

Unter Zugzwang wegen des Kantons

Der Entscheid muss dem Stadtrat relativ leicht gefallen sein. Denn man sei unter Zugzwang, zumal der Kanton seinen Angestellten neu fünf Ferienwochen gewährt: «Wir kommen deshalb nicht darum herum, auch dem städtischen Personal eine fünfte Ferienwoche anzubieten», sagte Bachmann.

An der Baustelle Personalzufriedenheit wird auch anderweitig gearbeitet. So gab es Mitte August eine Kick-off-Veranstaltung zweier Arbeitsgruppen, die sich dem Thema annehmen. Verschiedene Workshops haben bereits stattgefunden. «Es geht vielen nicht nur um Ferien», hielt Bachmann fest. Faktoren wie zum Beispiel die Firmenkultur und Werte seien ebenso wichtig für die Personalzufriedenheit.

Vor Bachmanns Votum hatten sich verschiedene Gemeinderäte für die fünfte Ferienwoche ausgesprochen, so etwa Christiane Ilg-Lutz (EVP), Sven Johannsen (GLP) und Catalina Wolf-Miranda (Grüne). Peter Metzinger (FDP) hielt zwar fest, dass es ein gutes Argument sei, dass der Kanton mehr Ferien gewähre als die Stadt. Aber mit mehr Ferien alleine sei das Problem nicht gelöst. «Es gibt eine ganze Menge von Faktoren, die die Arbeitszufriedenheit beeinflussen.»

Wolf-Miranda plädierte dafür, dass Dietikon eine Pionierrolle einnehmen soll, statt nur «einfallsloses Mittelmass» umzusetzen. Die Stadt solle zum Beispiel einen Vaterurlaub schaffen. Weiter kritisierte sie, dass die Personalumfrage, dank der die Diskussion überhaupt aufkam – die Umfrage zeigte eine hohe Kündigungsabsicht insbesondere beim Kader –, vor zwei Jahren stattgefunden habe und seither ausser der Bildung von Arbeitsgruppen nichts geschehen sei.