Schlieren
Baurekursgericht: Stadt muss Betrieb des Skaterparks einschränken

Das Bauerkursgericht hat den Rekurs der Zelgli-Anwohner teilweise gutgeheissen – Stadtrat denkt ans Aufgeben und muss noch einmal über die Bücher. Das Baubewilligungsgesuch muss wegen des erweiterten Lärmschutzgutachtens aktualisiert werden.

Florian Niedermann
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Neben dem Schulhaus Zelgli soll eine Skateranlage entstehen – Anwohner erreichten, dass die Betriebszeiten eingeschränkt werden müssen.

Neben dem Schulhaus Zelgli soll eine Skateranlage entstehen – Anwohner erreichten, dass die Betriebszeiten eingeschränkt werden müssen.

Limmattaler Zeitung

Die Anwohner des Zelgli-Areals haben in ihrem Kampf gegen die geplante Skateranlage einen Sieg errungen: Das Baurekursgericht hat ihren Rekurs teilweise gutgeheissen. Die Baubewilligung ist somit vorerst aufgehoben.

Die Stadt Schlieren muss nochmals über die Bücher: Um das Projekt, für welches das Parlament 2010 einen Kredit von 350 000 Franken sprach, umsetzen zu können, muss der Stadtrat sein Baubewilligungsgesuch aufgrund eines erweiterten Lärmschutzgutachtens aktualisieren. Dazu kommt, dass ein Betriebsreglement mit stark begrenzten Nutzungszeiten festgeschrieben werden muss.

«Wir sind sehr zufrieden mit dem Entscheid des Baurekursgerichts», sagt Jean-Marc Fischer, der Wortführer der Zelgli-Anwohner. «Der Anwohner hat ein Recht auf Ruhe und dieses Recht wird mit einer Skateranlage ohne Betriebszeiten massiv beschnitten.» Die Anwohner fordern schon seit Anbeginn der Projektierung, dass die Stadt die Anlage umzäunt und mit einem Betriebsreglement versieht, das eine Beschränkung der Nutzungszeiten enthält.

Nutzung nur bis 20 Uhr erlaubt

Besonders die letzte Forderung wurde zum Knackpunkt: Die Anwohner wollten, dass Skater den Park unter der Woche nur bis 19 Uhr nutzen dürfen, und nicht wie von der Stadt ursprünglich vorgesehen bis 22 Uhr. Über die Mittagszeit sowie an Sonn- und Feiertagen sollte die Anlage ganz geschlossen bleiben.

Der Stadtrat rang mit den Gegnern in zähen Verhandlungen erfolglos um eine Lösung. «In dieser Form macht eine Freizeitanlage keinen Sinn», sagte Werkvorstand Christian Meier (SVP) im vergangenen April. Die Skater könnten die Anlage so in ihrer Freizeit kaum nutzen.

Die Zelgli-Anwohner legten in der Folge Rekurs gegen die Baubewilligung des Skateparks ein. Das Urteil des Baurekursgerichts sieht nun vor, dass der Skatepark unter der Woche abends bis 20 Uhr und an Sonn- oder Feiertagen bis 19 Uhr geöffnet bleiben kann.

Skateranlagen seien sehr heikle Fälle, erklärt Ulrich Erb, Kanzleichef des Baurekursgerichts Zürich, den Entscheid zugunsten der Anwohnerschaft: «Betriebszeiten bieten hierbei sinnvolle Auflagen, um zu gewährleisten, dass die Quartierbewohner nicht übermässig belärmt werden.» Der Vorteil einer solchen Beschränkung liege auch darin, dass die Stadt sie gut kontrollieren könne, so Erb.

Die Stadt werde nun entscheiden müssen, wie mit dem Projekt weiter verfahren werde, sagt Meier auf Anfrage: «Entweder, wir setzen die Anlage unter diesen neuen Anforderungen um, oder wir fechten den Entscheid des Baurekursgerichts an.

Wir müssen uns aber auch überlegen, ob wir den Skatepark nicht ganz aufgeben sollen.» Schülern, die teilweise nicht vor 18 Uhr zu Hause seien und nach dem Abendessen oft noch Hausaufgaben zu erledigen hätten, bliebe mit den geforderten Nutzungsbeschränkungen meist nicht mehr als eine Stunde, um sich auf der Anlage auszutoben, so Meier: «Absurd daran ist, dass sich direkt daneben ein Fussballplatz befindet, auf dem an Werktagen bis 22 Uhr gespielt und geschrien werden darf.»

Stadt muss Gutachten ergänzen

Damit die Baubewilligung für die Anlage wieder erteilt werden kann, muss die Stadt gemäss Urteil auch das Lärmschutzgutachten, das dem Baugesuch zugrunde liegt, ergänzen: Die Lärmemissionen des Zelglischulhauses müssen darin miteinbezogen werden. Können unter deren Berücksichtigung geltende Grenzwerte nicht mehr eingehalten werden, müsste die Stadt die Betriebszeiten unter Umständen anpassen, wie Meier sagt.

Die Anwohner sehen sich durch den Entscheid des Baurekursgerichts in ihrem Widerstand bestätigt. «Das Urteil zeigt, dass unsere Anliegen legitim waren», sagt Fischer. Mit der Betriebszeitenbeschränkung, wie sie der Gerichtsentscheid vorsieht, ist das Thema für sie allerdings noch nicht vom Tisch.

Sobald der Stadt das Baugesuch mit dem erweiterten Lärmschutzgutachten wieder erteilt sei, werde man die Sache nochmals beurteilen, sagt Fischer. «Wenn wir mit den darin festgehaltenen Rahmenbedingungen noch immer nicht zufrieden sind, werden wir erneut Rekurs einlegen.»

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