Weiningen Fahrweid
Bäume und Spielplatz sind weg: Wie es jetzt im Föhrewäldli weitergeht

Der Baustart für das neue Kindergartengebäude in der Fahrweid naht – frühestens im Oktober ist es so weit.

David Egger
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Kindergarten Föhrewäldli Weininigen Fahrweid alt
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Bereits wurden der Spielplatz geräumt und die Bäume gefällt.
Die Bauarbeiten für das neue Kindergartengebäude werden im letzten Quartal 2017 starten, also frühestens im Oktober.
Das neue Kindergartengebäude wird dann 2019 eröffnet. Neben dem Kindergarten ziehen unter anderem auch der Schulpsychologische Dienst rechts der Limmat ein.
Derweil wurden schon vor den Sommerferien zusätzliche Container aufgebaut auf der Wiese beim Föhrewäldli, sodass dort nunmehr drei Kindergarteneinheiten Platz haben.
Die Kinder müssen nicht auf ihren liebgewonnenen Spielplatz vom alten Gebäude verzichten: Er wurde zur Wiese mit den Containern versetzt.
In etwa so wird dann dereinst das fertige neue Kindergartengebäude aussehen, das im ersten Halbjahr 2019 bezogen wird.

Kindergarten Föhrewäldli Weininigen Fahrweid alt

David Egger

Am 4. Mai sagten 76 von 134 Stimmberechtigten Ja zum Zusatzkredit von 1,34 Millionen Franken für den Kindergarten-Ersatzbau Föhrewäldli. Die spannende und knapp ausgefallene Abstimmung zum Projekt an der Brunaustrasse in der Weininger Fahrweid ist nunmehr über drei Monate her. Während der alte Kindergarten noch steht, wurden inzwischen der Spielplatz geräumt und die Bäume vor dem Gebäude gefällt, in das 2019 nicht nur der Kindergarten, sondern auch der fusionierte Schulpyschologische Dienst aller fünf rechtsufrigen Limmattalgemeinden einziehen wird.

Grund genug, beim Weininger Bauvorstand Hans-Peter Stöckl (FDP) und Schulvorstand Mario Okle (parteilos) nachzufragen, wie es um das Projekt steht. Dieses hatte im Vorfeld mit einigen Herausforderungen in der Planung zu kämpfen, da der erste mit dem Auftrag befasste Architekt keine vollständig ausgereifte Arbeit ablieferte, wie sich später herausstellte.

Gegen das Baugesuch für die Projektänderung, die den Zusatzkredit verursachte, gingen keine Einsprachen ein. Wie Bauvorstand Stöckl sagt, sollen die Arbeiten im vierten Quartal 2017 starten, also frühestens im Oktober. Derzeit läuft die Planung von Details. «Zurzeit sprechen zum Beispiel die Elektroplaner, Lüftungs- und Heizungsfachplaner genau ab, welches Kabel oder welche Leitung wo durchgezogen werden muss», erklärt Schulpräsident Okle.

Die Situation der Schulpsychologie

Wann das neue Gebäude, in das total 6,64 Millionen Franken investiert werden, fertig wird, ist weniger klar. Wie Stöckl sagt, ist das Ziel zwar nach wie vor eine Fertigstellung auf das erste Quartal 2019. Derzeit werde aber eher mit einem Bauende auf das zweite Quartal 2019 gerechnet. An der Kreisgemeindeversammlung in Oetwil im Juni hiess es, dass der Schulpsychologische Dienst womöglich im Januar 2019 einziehen könne. Wird es später, sollte dies zu keinen Schwierigkeiten führen. Wie Mario Okle versichert, könnten die Räume, die der Dienst heute über das rechte Limmattal verteilt hat, noch für ein paar Monate mehr belegt werden, wenn dies aufgrund der Bauzeit nötig werden sollte. Aber das Ziel bleibe Januar 2019.

«Der Schulpsychologische Dienst weiss Bescheid», so Okle. Der Zusammenarbeitsvertrag, dem die fünf rechtsufrigen Limmattalgemeinden diesen Sommer mit grossen Mehrheiten zustimmten, soll bis spätestens August 2019 vollständig umgesetzt sein. Bis dann sollen das neue Gebäude auf jeden Fall fertig und die Fahrweid bereit sein, diese Zentrumsfunktion zu übernehmen. Auch der Kindergarten soll spätestens zum Start des Schuljahrs 2019/2020 seinen Betrieb im neuen Gebäude aufnehmen.

Die Sache mit der Container-Frist

Das alte Gebäude hat derweil den letzten Unterrichtstag bereits hinter sich: Denn noch vor den Sommerferien wurde der provisorische Kindergarten auf der Föhrewäldli-Wiese um zwei weitere Einheiten erweitert, damit nicht in den Sommerferien oder danach gezügelt werden muss. Zudem wurde der Spielplatz vom alten Gebäude zur Wiese mit den Containern gezügelt.
Diese wiederum verfügen über keine Wärmedämmung, wie sie bei fixen Gebäuden vorgeschrieben ist. Die Besondere Bauverordnung des Kantons Zürich sieht vor, dass Gebäude, die maximal drei Jahre Bestand haben, von erleichterten Wärmedämmvorschriften profitieren. So muss nicht zu viel Geld für Provisorien ausgegeben werden. Nun steht die erste Container-Einheit des Kindergartens Föhrewäldli bereits seit August 2015. So läuft die dreijährige Frist im August 2018 aus – also sicher, bevor das neue Kindergartengebäude fertig ist.

Wird also eine teure Aufrüstung der Wärmedämmung in jenem Container nötig, ein halbes oder ganzes Jahr, bevor er wieder von der Föhrewäldli-Wiese verschwindet? «Wir gehen davon aus, dass das Provisorium, welches im Sommer 2015 errichtet wurde, wegen leicht rückgängiger Kinderzahlen nach dem Schuljahr 2017/2018 nicht mehr für den Kindergartenbetrieb gebraucht und demnach auch nicht mehr beheizt wird», erklärt Schulpräsident Okle.

Und was, wenn die Prognosen nicht eintreffen und der 2015 aufgestellte Container-Kindergarten trotzdem benötigt wird? Dann werde man mit dem Kanton eine pragmatische Lösung finden, ist Stöckl überzeugt.

Mietvertragsverlängerung ist möglich

Eine weitere Frage dreht sich um die Vertragslaufzeit des ersten Containers. Der Vertrag mit Start im Sommer 2015 wurde ursprünglich für 27 Monate abgeschlossen, zumal damals nicht bekannt war, dass sich das Neubauprojekt verzögern würde. Der Vertrag läuft also noch dieses Jahr aus. «Die Mietverträge für die Container beinhalten die notwendigen Flexibilitäten für eventuelle Anpassungen. Derzeit sind aber noch keine notwendig», sagt hierzu Bauvorstand Stöckl. Sollte es zu einer Verlängerung der Mietdauer kommen, wird davon ausgegangen, dass auch dafür der im Jahr 2014 genehmigte Kredit von 480 000 Franken für die Provisorien ausreichen wird.

Da der Baustart noch über einen Monat entfernt ist, erhielten die Anwohner noch keine Schreiben, die sie zum Beispiel auf zu erwartende Lärmimmissionen hinweisen. «Es ist geplant, dass die Betroffenen zeitgerecht informiert werden», sagt Stöckl.