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Bauernkalender 2017: Diese Muskeln stammen aus dem Limmattal

Wie sich der Landwirt Christof Keller im Bauernkalender 2017 zeigt, hat man ihn wohl kaum jemals Ställe ausmisten gesehen. Im Alltag zeigt sich der bodenständige Bauer aber gern in bequemer Kleidung.

Der junge Mann auf dem Foto scheint einen harten Tag hinter sich zu haben. Etwas müde stützt er sich auf die grosse Säge seiner säuberlich aufgeräumten Werkstatt. Während der Arbeit muss er zudem ins Schwitzen gekommen sein, denn seines Hemdes hat er sich entledigt und der freie Oberkörper glänzt geradezu.

Tatsächlich seien es anstrengende Arbeitsstunden gewesen, die dem Foto vorausgegangen waren, sagt der Dietiker Bauer Christof Keller, der auf dem Bild zu sehen ist. Ins Schwitzen hatten den 23-Jährigen jedoch nicht Sägearbeiten, sondern das Licht zahlreicher Spot-Lampen gebracht, die während der Aufnahme auf ihn gerichtet waren.

Der Landwirt aus der Sucheren wurde auserkoren, für den Schweizer Bauernkalender 2017 Modell zu stehen. «Es ist aussergewöhnlich, dass Bauern für einen erotischen Kalender Modell stehen», sagt Keller. Gerade weil der Bäuerinnen- und der Bauernkalender diesem Klischee mit ihrer Mischung aus Bodenständigkeit und Ästhetik entgegenwirkten, würden sie wohl so viele Leute mögen.

«Lange habe ich nicht gewusst, dass es einen Kalender mit Männern gibt», so der Landwirt. Wenn sich Kollegen dafür ablichten liessen, habe er das immer eine gute Sache gefunden. Das habe ihn auch zu seiner eigenen Bewerbung inspiriert. «Als vor drei Jahren ein guter Kollege im Kalender war, blätterte ich die Monate durch und dachte: Was diese ‹Spränzelibuebe› können, das habe ich doch auch zu bieten.»

Christof Keller bei der Arbeit auf dem Hof.

Christof Keller bei der Arbeit auf dem Hof.

Zudem schienen in jenem Jahr dem Verlag die Bauern auszugehen. Posierten doch für sechs der Fotos im Kalender 2014 keine Schweizer Bauern, sondern griechische Unterhosenmodels in Schweizer Landidylle. Auch von den anderen Männern hatte laut Keller kaum einer einen Bezug zum Bauernberuf. «Melde dich sofort an», hörte der Jungbauer vor allem aus dem weiblichen Kollegenkreis.

Seine männlichen Kollegen habe seine Anmeldung eher kalt gelassen. Dafür hätten diese umso mehr auf das Resultat des Fotoshootings reagiert. Sobald der Verlag die Bilder online stellte, seien Sprüche gefallen wie: «Hättest du den Bauch nicht mehr einziehen können.?» Dabei gäbe es an Kellers Bauch, wie er auf dem Kalenderfoto daher kommt, nichts zu kritisieren.

Körper dank Bauernberuf

Die Arbeit auf dem Hof und die Einbindung in die freiwillige Feuerwehr seien ausreichend für einen trainierten Körper, sagt der Dietiker. «Es gibt kaum einen Muskel, den ich im Alltag auf dem Hof nicht trainiere. Etwa beim Herrichten des täglichen Futters für unsere 50 Kühe. Das wird alles von Hand gemacht.» Das Haupttraining eines Bauers ist laut Keller das Laufen. «Mein Schrittzähler rechnet die Strecken, die ich jeden Tag ablaufe, auf 30 000 Schritte».

Das Hintergrundmotiv seines Kalenderblatts, das auf einem von der Produktion ausgesuchten Hof entstand, sah Keller erst am Tag der Fotoaufnahmen. «Ich war zufrieden mit dem Werkstatt-Sujet. Es gab Gerüchte, dass einer von uns mit einem Bügeleisen hantieren müsse, wobei ich bestimmt keine gute Figur gemacht hätte.»

Die Frage nach dem Beziehungsstatus entlockt dem Kalender-Bauern ein Lächeln. «Ich bin Single», sagt er dann. Wer das Dietiker Kalendermodel in seine eigene Stube hängen will, der kann den Bauernkalender 2017 zwar bereits jetzt bestellen. Bis zu Kellers Kalenderblatt muss sich der Fan jedoch bis zum Dezember gedulden.

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